Blickt man auf die Wetterkarten zum Wochenstart, so sind in mittleren Lagen - in den Nächten auch in tieferen Lagen - die eine oder andere Schneeflocke nicht auszuschließen, von einem nachhaltigen Wintereinbruch ist aber nicht auszugehen. Dafür ist die Dynamik der Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, Island und Skandinavien zu hoch. Der Grundcharakter wird nach den Simulationen der Wettermodelle im Zeitraum zwischen dem 9./14. Dezember eher Abwechslungsreich mit teils milder Vorder- und kühlerer Rückseite, wobei Schnee- oder Schneeregenschauer in Lagen zwischen 500-900 Meter bei insgesamt nasskalter Witterung und zunehmenden Windereignissen noch die wahrscheinlichste Variante ist. In den letzten Tagen haben wir immer wieder E-Mails bekommen, ob das Wetter denn noch "normal" sei - schließlich sei "Winter" und da soll es auch Schnee geben. Tatsache ist aber, dass Schneefall mit der Ausbildung einer Schneedecke bis in tiefere Lagen in Deutschland eher die Ausnahme ist. Der "normale" Winter ist in Deutschland mit Werten zwischen -1/+5 Grad eher als nasskalt zu bezeichnen, insofern entspricht ist das oben aufgezeigte Wettergeschehen durchaus der Jahreszeit. Auffallend ist jedoch, dass das Wetter so vor sich "hingammelt" und weder "Fisch noch Fleisch" ist und die Simulationen auch kein so richtigen "Ausweg" aus dieser Lage zeigen. Zwar gibt es hin und wieder Ansätze, welche zu einer Veränderung des Zirkulationsmusters führen können, diese sind jedoch schwach ausgeprägt und werden in den darauf folgenden Simulationen verworfen. Welche Ansätze sind das? Zumeist zeigt sich das in der Form, als dass sich Tiefdruckzentren bis über Skandinavien positionieren können und somit Rückseitig kühlere Luftmassen in den höheren Luftschichten nach Deutschland führen können (-4/-8 Grad in 1.400 Meter Höhe). Rechnet man die Temperaturen mit jedem Höhenmeter um, so ergibt sich im Flachland ein nasskalter Wert, der zwischen +0/+4 Grad liegt. Anders ausgedrückt sollten die höheren Luftschichten im Dezember zwischen -6/-12 Grad betragen, um im Flachland für Schnee zu sorgen - und genau diese Luftschichten sind nicht einmal annähernd in der Nähe von Mitteleuropa vorzufinden, so dass die kalten Luftmassen von weit "hergeholt" werden müssen und sich dabei über den Wassermassen des Atlantik, bzw. der Nordsee erwärmen können. Allerdings zeigt das europäische Wettermodell seit ein paar Simulationen hintereinander Ansätze einer zyklonalen Nordwestwetterlage (NWZ), so das ab den mittleren Lagen zwischen dem 11./14. Dezember ein Hauch von Winter nicht ganz unmöglich erscheint. Immerhin ein Ansatz… Das Langfristmodell bleibt unverändert: der Dezember im Temperaturtrend normal bis leicht zu warm, der Januar leicht bis deutlich zu warm, der Februar normal bis leicht zu kühl bei einer leicht negativen Niederschlagsentwicklung im Dezember, einer deutlich positiven Abweichung im Januar und einem normalen Niederschlagsverhalten im Februar. Summiert man die Wintermonate auf, so ist nach dem Langfristmodell - zum heutigen Stand - mit einem normalen Winterverlauf zu rechnen. Gegen 20:45 Uhr erfolgt eine Aktualisierung dieser Wetterprognose.
Update:
Die Schneefalloptionen zum Beginn der Woche bis auf teils tiefere Lagen (200-400 Meter) hinab bleiben erhalten, wobei der Grundcharakter mit Temperaturen zwischen -1/+3 Grad weiterhin als nasskalt zu bezeichnen ist. Darüber hinaus simuliert im Zeitraum zwischen dem 9./13. Dezember sowohl das amerikanische als auch europäische Wettermodell ein komplexes und gradientenstarkes Tiefdrucksystem zwischen dem europäischen Nordmeer und der Nordsee in einer Nord-Süd-Achse. Bei weiterhin nasskalten Temperaturen zwischen +1/+6 Grad ist häufiger mit Niederschlag und Windereignissen zu rechnen - an der Küste ist durchaus auch Sturmpotential gegeben. Und wie geht es weiter? Die Frontalzone schafft nach den aktuellen Simulationen den "Sprung" bis Skandinavien, so dass sich die Tiefdrucksysteme über Deutschland bis zum 16. Dezember rasch abwechseln können und auf ihrer Vorderseite wärmere Luftmassen und nachfolgend kühlere Luftmassen nach Deutschland führen können. Entsprechend schwanken die Temperaturen auf der Vordersite zwischen +2/+8 Grad und auf der Rückseite zwischen -1/+4 Grad. Ein paar Schneeflocken sind somit bis zum 16. Dezember in tiefere Lagen möglich, in den mittleren Lagen (400-800) wahrscheinlich und in höheren Lagen sehr wahrscheinlich. Winterliche Verhältnisse sind hingegen in tieferen Lagen unwahrscheinlich, ab den mittleren Lagen wenig wahrscheinlich und in höheren Lagen wahrscheinlich.

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