Grau-trüb, nasskalt mit etwas Niederschlag - daran wird sich bis zum kommenden Wochenende nur wenig ändern. Ab Sonntag kann der Wind auffrischen und die Niederschlagswahrscheinlichkeit nimmt von Westen her zu, der Grundcharakter bleibt aber nasskalt. Das amerikanische Wettermodell simuliert zwischen dem 8./12. Dezember eine Tiefdruckrinne, welche von Neufundland über Island bis über das westliche Skandinavien verläuft und nicht sonderlich weit nach Osten vorankommt. Das daraus resultierende Zirkulationsmuster ist in diesem Zeitraum auf südwestliche bis westliche Richtungen ausgelegt. Die Tiefdruckcluster sind jedoch entsprechend stark ausgeprägt, so dass in der Höhe Kaltluftmassen von Grönland über den Atlantik bis nach Deutschland geführt werden können. Bodennah findet jedoch eine Erwärmung statt, so dass der nasskalte Grundcharakter bei einem zunehmend windigen und wechselhaften Wettercharakter bis zur Monatsmitte wahrscheinlicher als ein nachhaltiger Wintereinbruch bis in tiefere Lagen ist. Das europäische Wettermodell simuliert ein anderes Zirkulationsmuster in der Form, als dass sich bis zum 9./10. Dezember zwischen Island und England, zum 11. Dezember dann über England ein steuerndes Tiefdrucksystem etablieren kann. Auch hierbei ist eine wechselhafte, windige Wetterlage bei nasskalten Temperaturwerten wahrscheinlicher. Solche Zirkulationsmuster können oftmals mit einem Wetterphänomen der sog. Schnellläufer einhergehen, wo sich im Spektrum der größten Temperaturdifferenz der Luftmassen zueinander Randtiefdrucksysteme bilden können. Vereinfacht ausgedrückt ist im Zeitraum zwischen dem 8./12. Dezember nach den aktuellen Simulationen durchaus ein Potential für Starkwindereignisse vorhanden. Somit werden winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen im Zeitraum bis zum 12. Dezember weniger wahrscheinlich, so dass sich der Trend der letzten Tage auf eine normale (nasskalte) bestätigt. Die Kontrollläufe stützen diese Entwicklung mehrheitlich, wobei kurzweilige Schneeereignisse bis auf mittlere Lagen (400-800 Meter) hinab nicht auszuschließen sind, was aber nicht als Winterwetter zu bezeichnen ist. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 8. Dezember zwischen -1/+6 Grad (Mittelwert: +0 Grad im Süden, +3 Grad im Osten und Westen und +4 Grad im Norden) und am 13. Dezember zwischen -4/+9 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad). Und darüber hinaus? Die kommende Entwicklung bietet Spielraum für eine Vielzahl an möglichen weiteren Entwicklungen, entscheidend wird jedoch sein, wie weit die Frontalzone nach Osten vorankommt und ob sich das Azorenhoch gen Norden aufwölben kann. Etabliert sich das Kerntief bei Island, so wird auch der Zeitraum zwischen dem 13./20. Dezember mit hoher Wahrscheinlichkeit unwinterlich verlaufen, positioniert es sich über Skandinavien, werden windige und nasskalte Varianten zunehmen - tropft er hingegen in einer nordwest-südöstlichen Strukturache bis über das Mittelmeer ab, ergeben sich durchaus auch winterliche Optionen. Der sog. AO-Index bleibt neutral bis leicht negativ, der Zustand des Polarwirbels ist als "wenig intakt" zu bezeichnen und neigt zur Dipolbildung (zwei Wirbel) bis zum 11. Dezember, darüber hinaus wird der Polarwirbel wieder kompakter simuliert, was ihn bis zum 20. Dezember insgesamt wieder "stabilisieren" kann. Das Langfristmodell ändert kaum etwas an seinen Prognosen für die Wintermonate. In Summe gleicht der Temperatur- und Niederschlagstrend dem eines normalen Winters (langjährige Mittelwerte) in Deutschland. Auf die einzelnen Monate betrachtet verläuft demnach der Dezember normal bis leicht zu mild, der Januar leicht zu mild bis deutlich zu warm und der Februar normal bis leicht zu kalt. In der Niederschlagswahrscheinlichkeit zeigt sich der Dezember leicht negativ, der Januar deutlich positiv und der Februar neutral. Gegen 20:45 Uhr erfolgt eine Aktualisierung dieser Wetterprognose.
Update:
Die Temperaturen können voraussichtlich zum Start in die neue Woche etwas absinken, bleiben jedoch mit -0/+4 Grad vielfach im nasskalten Bereich. Schneeoptionen sind insbesondere in der Nacht auf Montag ab ca.300-400 Meter zu erwarten. Ob die Dynamik der Luftmassen ausreicht, um für eine dünne Schneedecke ab den mittleren Lagen (400-800 Meter) zu sorgen, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten, auszuschließen ist das aber grundsätzlich nicht mehr. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so nimmt ab dem 8./9. Dezember die Wetterdynamik zwischen Island und Skandinavien zu, so dass in Folge daraus der Wettercharakter über Mitteleuropa abwechslungsreich, windig und zumeist nasskalt bleibt. Je nachdem ob die Rückseite der abziehenden Tiefdrucksysteme entsprechend kühlere Luftmassen mit sich führen kann, sinkt die Schneefallgrenze kurzzeitig bis auf mittlere Lagen ab - von einem nachhaltigen Wintereinbruch ist aber in den Simulationen der Wettermodelle nichts zu erkennen. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so liegt das Zentraltief zwischen Island und Skandinavien etwas südlicher und stationärer, so dass in Lagen zwischen 700-1.000 Meter durchaus die Möglichkeit einer anwachsenden Schneedecke besteht, sonst eher nasskalter und windiger Wettercharakter. Die Kontrollläufe liegen um, bzw. knapp unter dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990. Das Temperaturspektrum beträgt bspw. am 8. Dezember -3/+6 Grad bei einem Mittelwert von +1 Grad im Süden, sonst +3 Grad. Am 13. Dezember liegt das Temperaturspektrum zwischen -4/+10 Grad bei einem Mittelwert von +1 Grad im Süden, +2/+3 Grad im Osten und Westen und bis +4 Grad im Norden. Die Verhältnisse zwischen zu kalt/normal/zu warm liegen am Stichtag 15. Dezember 10/45/45.

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