Zwar werden die Temperaturwerte in den ersten Dezember-Tagen etwas kühler und normalisieren sich mit Tageswerten - je nach Nebelauflösung, bzw. Intensität - zwischen -2/+6 Grad zunehmend, von einem Wintereinbruch über Deutschland kann aber in den aktuellen Simulationen der Wettermodelle bis zum 5. Dezember nichts erkannt werden. Zwar liegen über dem nördlichen Europa Kaltluftmassen bereit, um nach Süden auszubrechen, allerdings weiß das ein Hochdruckkeil, bzw. Hochdrucksystem in einer West-Ost-Achse zwischen England, Deutschland und Polen bis zum 5. Dezember zu verhindern. Im weiteren Verlauf bleibt die atlantische Frontalzone über dem skandinavischen Raum dominierend, so dass im raschen Abstand Tiefdruckausläufer von Neufundland über Island bis nach Skandinavien nachrücken können. Das macht die kommende Wetterentwicklung insofern spannend, als dass Tiefdrucksysteme über Skandinavien durchaus eine steilere Aufstellung des Azorenhochs auf dem Atlantik hervorrufen können. Sollte das der Fall sein, würde das aktive Atlantikwetter blockiert werden und auf der Rückseite des Hochdrucksystems wäre der Zufluss kalter Luftmassen arktischen Ursprungs bis nach Deutschland möglich. Somit bleiben winterliche Optionen im ersten Dezember-Drittel grundsätzlich erhalten. Andere Varianten simulieren ein nach Norden verschobenes Azorenhoch mit südlicher "Tiefdruckunterwanderung". Auch hieraus ergeben sich höhere Wahrscheinlichkeiten für ein "aufkeilendes" Azorenhoch und nachfolgend kühlere Witterungsabschnitte über Deutschland, was überwiegend nordwestlich ausgerichtet und verbreitet nasskalte Witterungsverhältnisse mit Schneeoptionen ab mittleren Lagen (400-800 Meter) zur Folge haben kann. Eine dritte Variante zeigt sich im Zeitraum zwischen dem 5./10. Dezember mit einer Zonalisierung, bei der sich das Hochdrucksystem zwischen den Azoren und Mittelmeer "flach" legt und die Tiefdruckausläufer in raschen Abständen über Mitteleuropa "hinwegfegen" können. Vorderseitig mildes, Rückseitig nasskaltes, wechselhaftes und windiges Wetter wäre die Folge daraus. Welche der Varianten sind im Zeitraum zwischen dem 5./10. Dezember am wahrscheinlichsten? Die Kontrollläufe sind differenziert, favorisieren aber gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel normale Temperaturverhältnisse. Was ist normal? Temperaturwerte im nasskalten Bereich zwischen +2/+4 Grad. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt bis zum 5. Dezember schwach ausgeprägt und hat bis zum 10. Dezember eine langsam ansteigende Tendenz. Was macht der Polarwirbel? Der AO-Index ist aktuell leicht positiv, hat jedoch den Trend in den kommenden Tagen wieder negative Werte zu erfahren, was grundsätzlich auf einen geschwächten Polarwirbel schließen lässt. Ein schwacher Polarwirbelsplitt ist um den 2. Dezember nicht auszuschließen, was aber lediglich als weiteres Indiz für einen geschwächten Polarwirbel ist. Insgesamt deuten die aktuellen Simulationen auf eine Erholung des Polarwirbels zum Ende des ersten, bzw. zu Beginn des zweiten Dezember-Drittels hin, was die Zonalisierungswahrscheinlichkeiten über Mitteleuropa erhöhen dürfte. Was macht das Minor-Warming? Das schwächt sich aktuell ab und spielt im weiteren Verlauf in Stratosphärenhöhe keine Rolle mehr, kann aber in den unteren Luftschichten zu dem oben angesprochenen schwachen Splitt führen. Wie wahrscheinlich ist ein El Niño Phänomen? Die Aussage bleibt im aktuellen ENSO-Bericht gegenüber den vorherigen nahezu konstant:
There is a 58% chance of El Niño during the Northern Hemisphere winter, which is favored to last into the Northern Hemisphere spring 2015.*
Das Langfristmodell sieht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen leicht zu warmen Temperaturverlauf im Dezember, welcher sich im Januar und Februar durchaus normalisiert zeigt mit dem Trend auch leicht zu kalt auszufallen. In der Niederschlagserwartung zeigt sich zum heutigen Stand der Dezember etwas zu trocken, der Januar zu nass und der Februar normal. Gegen 20:45 Uhr erfolgt heute Abend eine Aktualisierung von diesem Wettertrend.
Update:
Das amerikanische Wettermodell unterstützt in den aktuellen Simulationen eine Variante, welche im ersten Dezember-Drittel überwiegend als wechselhaft und nasskalt zu bezeichnen ist. Dabei verlagert die atlantische Frontalzone immer wieder Tiefdrucksysteme in Richtung Skandinavien, so dass Deutschland teils auf die milde Vorderseite, teils auf die kühle Rückseite gelangen kann (Zonalisierung/windig). Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so dominiert weiterhin hoher Luftdruck mit teils neblig-trüben Wetter das Geschehen bis zum 6. Dezember. Im Temperaturniveau sind beide Wettermodelle nahe dem, was den Jahreszeit typischen Werten entspricht. Die Kontrollläufe simulieren zum 5. Dezember ein Temperaturspektrum zwischen -3/+9 Grad (Mittelwert +3/+5 Grad) und am 9. Dezember zwischen -4/+9 Grad (Mittelwert: +2/+4 Grad). Etwas Schneefall ab den mittleren Lagen (400-800 Meter) ist im Zeitraum zwischen dem 3./6. Dezember nicht auszuschließen, jedoch ist die Wetterlage an sich zunächst noch wenig winterlich.

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