Seit Tagen zeichnet sich mit einem Tiefdrucksystem vor Mitteleuropa eine Wiederholungsneigung ab, welche in der kommenden Woche südlich der Alpen einiges an Niederschlag bringen kann, während nördlich davon nur wenig Niederschlag zu erwarten ist und die Temperaturen auf zumeist +9/+14 Grad und im Süden mit Föhn bis +18 Grad ansteigen können. Die Erhaltungsneigung des Zirkulationsmusters ist also entsprechend gut ausgeprägt und es stellt sich die Frage, wann sich daran etwas ändern mag. Eine ernstzunehmende Entwicklung für eine mögliche Veränderung des Zirkulationsmusters zeigt sich am Polarwirbel und dessen Zustand. Hier strömt aktuell hoher Luftdruck von Alaska bis nach Island reichend quer durch den Polarwirbel und kann sich bis zum Donnerstag kommender Woche mit Kernhochdruck von 1035 hPa zwischen Alaska und Grönland festigen. Nachfolgend strömen in der Höhe warme Luftmassen ein, so dass der Polarwirbel bis zum 17. November seinen ersten Polarwirbelsplitt erfahren könnte. So steigt im Zeitraum zwischen dem 16./20. November die Wahrscheinlichkeit für ein mäandrieren des Gradientenmusters, was vereinfacht ausgedrückt die Dynamik aus dem Wettergeschehen nimmt und die Wahrscheinlichkeit für eine Blockadesituation der Tiefdrucksysteme erhöht, was wiederum in Folge daraus eine höhere Wellenbewegung (Troglagen) der Polarfront zum Ergebnis haben kann. Anders ausgedrückt geht die Tendenz des Temperaturverlaufs im Zeitraum zwischen dem 15./20. November in Richtung normalisierende Verhältnisse. Das amerikanische Wettermodell simuliert dabei eine nach Süden verlagerte Tiefdruckrinne, während sich bis zum 20. November zwischen Skandinavien und Island hoher Luftdruck ausbilden kann. Das entspricht im Wesentlichen den Grundbedingungen des sog. AO-Index Wertes, welcher ab dem 13./14. November zunehmend negativ prognostiziert wird. Und was bedeutet das alles für das Wetter in Deutschland? Im Detail kommt es auf die letztlichen Positionen der Systeme zueinander an, aber vieles deutet derzeitig auf einen zunehmend nasskalten Wettertrend im letzten November-Drittel hin. Die Kontrollläufe simulieren im Zeitraum zwischen dem 15./23. November eine leicht erhöhte Niederschlagsaktivität. Das Temperaturspektrum geht jedoch mit seinem Mittelwert vom 15. November mit +13 Grad bis zum 23. November auf +4/+6 Grad zurück. Bemerkenswert bleibt mit +0/+13 Grad aber das Spektrum der möglichen Temperaturwerte zum 23. November. Die aktuellen Simulationen, auch die des europäischen Wettermodells, ziehen zusammenfassend eine mögliche Umkehr des Zirkulationsmusters zum Ende des zweiten, bzw. Anfang des letzten November-Drittels mit höherer Wahrscheinlichkeit in Betracht. Das Langfristmodell bleibt bei seiner deutlich zu warmen Wetterprognose für November - ist aber Aufgrund des bisherigen Temperaturüberschusses von aktuell +5 Grad und der warmen Aussichten bis Mitte November nicht weiter verwunderlich. Für die Wintermonate Dezember, Januar und Februar bleibt der Temperaturtrend mit einem Überschuss von +0,5 bis +2 Grad leicht zu warm bis deutlich zu warm. Aber auch das Langfristmodell weist Schwankungen auf - vergleicht man den aktuellen Trend mit den zuletzt gezeigten Simulationen, so ist zwar noch keine Abkehr von viel zu warmen Temperaturverhältnissen über die Wintermonate hinweg zu erkennen - aber Extremabweichungen von bis zu +4 Grad über dem langjährigen Mittel werden allmählich wieder zurückgenommen. Aufgrund der spannenden Wetterentwicklung erfolgt heute Abend gegen 20:30 Uhr eine Aktualisierung des Wettertrends.
Update:
Von milden bis hin zu nasskalten Varianten war tagsüber so ziemlich alles an Möglichkeiten in den Simulationen der Wettermodelle vertreten. Zum Abend hin nahmen die milderen Varianten wieder etwas zu, so dass der Mittelwert am 23. November auf +7/+9 Grad angehoben wurde. Im Grunde bleibt aber die Konstellation mit einer massiven Kaltluftansammlung über dem nördlichen Europa begünstigend für eine Zirkulationsumstellung. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so liegt am 20. November hoher Luftdruck zwischen Grönland, Island und England, westlich und südlich davon ein Tiefdrucksystem. Nach dem europäischen Wettermodell ein ganz ähnliches Szenario, jedoch ohne dynamische Entwicklung über Mitteleuropa. Teils zäher Nebel mit Temperaturen um +5 Grad wäre die Folge daraus. Zusammenfassend ein weiterhin zu milder Trend bis zum 20. November, darüber hinaus allenfalls nasskalte Witterung wahrscheinlich, Winterwetter weniger wahrscheinlich. Allerdings ist das Setup der Systeme zueinander vielversprechend und im letzten November-Drittel durchaus für Überraschungen gut.

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