In der kommenden Woche nimmt der leicht wechselhafte Wettercharakter von Westen her zu und es bleibt mit einer südlichen bis südwestlichen Grundströmung für die Jahreszeit deutlich zu warm. Von Mittwoch bis Freitag werden die Versuche der atlantischen Frontalzone sich in das Wettergeschehen über Mitteleuropa einzumischen, deutlicher. Beide Wettermodelle simulieren dabei eine rege Kaltluftaktivität zwischen dem östlichen Kanada, Grönland bis hinüber zur Karasee. Gleichzeitig strebt hoher Luftdruck aus dem Osten über Skandinavien in Richtung Grönland. So kippt die Tiefdruckachse über dem Atlantik von ursprünglich West-Ost auf Nordwest - Südost und positioniert sich etwas weiter nach Süden, während das Hochdrucksystem über dem europäischen Nordmeer positioniert. Dadurch ergeben sich auch heute wiederum eine Vielzahl an Möglichkeiten im Zeitraum zwischen dem 15./20. November. Eine der drei wahrscheinlichsten Varianten ist dabei ein langsamer "Abschnürprozess", bei der das Hoch über dem nördlichen Europa im Zusammenspiel mit dem Azorenhoch das aktive Atlantikwetter zunehmend blockieren kann und die Luftmassen über Mitteleuropa mäandrieren. Mäandriert? Darunter versteht man ein Gradientenmuster, welches lang gestreckte Linien aufweist und wenig aktiv ist - Luftmassen können dadurch besser auskühlen, da sie zur Ruhe kommen. Ein ruhiges Gradientenmuster hat aber im November häufig neblig-trübes Wetter zur Folge. Sowohl die Temperaturen, als auch der Wettercharakter würde dem Jahreszeit typischen Verhalten entsprechen - anders formuliert entspräche diese Variante einem Normalisierungstrend im Zeitraum zwischen dem 15./20. November. Eine weitere Variante zeigt gleichermaßen die Hochdruckentstehung über dem europäischen Nordmeer und die Verschiebung der Tiefdruckachse über dem Atlantik, jedoch wird der Kaltluftausbruch im Norden durch ein Tiefdrucksystem über der Karasee begünstigt, so dass im Verbund mit dem Hoch die Kaltluftmassen nach Osten abgedrängt werden. Das Hoch verliert seinen "Halt" und driftet im weiteren Verlauf nach Osten ab, so dass in Folge daraus Deutschland in eine erneut warme Süd-, bis Südwestströmung gelangen kann. In der dritten Variante zeigt sich eine äußerst aktiv dynamische Wetterentwicklung bei Neufundland. Die Tiefdruckrinne verläuft dabei zwischen Neufundland, Azoren, England, westl. Skandinavien - Deutschland würde demnach auf der leicht wechselhaften, aber warmen Vorderseite liegen. In Wahrscheinlichkeiten ausgedrückt überwiegen milde bis warme Tendenzen bei einem wechselhaften Wettercharakter über der Südhälfte, welcher in Richtung Norden eine abnehme Tendenz im Zeitraum zwischen dem 15./20. November hat. Die Kontrollläufe bestätigen die wärmeren Varianten mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 15. November zwischen +5/+15 Grad (Mittelwert: +10 Grad) und am 20. November +2/+15 Grad (Mittelwert: +8/+10 Grad). Was macht der Polarwirbel? Wie gestern bereits angedeutet liegt der Grund in der vielfältigen Entwicklung in einem zunehmend negativen AO-Index Wert, so dass eine Hochdruckausbildung zwischen Skandinavien, Island und Grönland nicht gerade eine unwahrscheinliche Variante darstellt. Um die Beschreibung des Polarwirbels zu komplettieren zeigt sich über Alaska/Aleuten ein Hochdruckkomplex, welcher versucht eine Verbindung zu dem Hoch über dem europäischen Nordmeer aufzubauen - das Ergebnis wäre ein geschwächter Polarwirbel. Was bedeutet das für das Wetter in Deutschland? Der Setup des AO-Index bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Veränderung des Zirkulationsmusters - welches sich frühestens zum Ende des zweiten November-Drittels oder Anfang des letzten November-Drittels einstellen kann. Auf welcher Temperaturseite Deutschland dabei liegen kann, bleibt zum heutigen Stand schwer abzuschätzen.

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