Bis zum Freitag kann sich zwischen Island und England ein neuerliches Tiefdrucksystem positionieren, welches auf seiner Vorderseite mit einer südwestlichen Strömung erneut relativ warme Luftmassen nach Deutschland führen kann. Im Zeitraum zwischen dem 8./12. November "tropft" dieses Tiefdrucksystem weiter nach Süden ab, so dass die Luftanströmung über Deutschland auf eine sehr warme Südströmung drehen kann. Sollte dieses Szenario tatsächlich so eintreten, wären Tageswerte zwischen +10/+15 Grad, unter Föhnbedingungen auch bis +18 Grad möglich. Niederschläge sind bei dieser Konstellation allenfalls über der Westhälfte zu erwarten, zum heutigen Stand ist die Niederschlagserwartung im Zeitraum zwischen dem 9./13. November aber als gering einzustufen. Im Detail kann sich das noch ändern, sofern sich der Trog etwas weiter östlich positioniert. Da beide Wettermodelle den neuerlichen Trog mit einer warmen Vorderseite simulieren, erhöht sich die Eintreffwahrscheinlichkeit heute auf 54 Prozent. Im Zeitraum nach dem 12./13. November zeigen die Simulationen der Wettermodelle einen dynamischen Prozess, der viel Interpretationsspielraum bietet. Anders ausgedrückt ist sowohl eine Fortführung der viel zu warmen Witterung, als auch eine langsame Umstellung auf eine nasskalte Wetterperiode bis zum 20. November im Bereich des Möglichen. Das amerikanische Wettermodell positioniert zum 11./13. November ein Tiefdrucksystem über der nördlichen Karasse, welches die Kaltluftmassen etwas weiter nach Osten verlagern kann. Gleichzeitig werden bei Neufundland weitere Tiefdrucksysteme initialisiert und nehmen Kurs auf das nördliche Europa. Gelingt es dem Azoren- und Grönlandhoch eine Hochdruckbrücke über dem Atlantik aufzubauen, so werden die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik blockiert und die kühlen Luftmassen aus dem Norden machen sich langsam auf den Weg nach Süden. Gelingt die Blockade nicht, so werden die Kaltluftmassen von den herannahenden Tiefdrucksystemen nach Osten abgedrängt. Die aktuellen Simulationen des amerikanischen Wettermodells zeigen durchaus eine Möglichkeit für eine kurzzeitige Nordströmung mit kühleren Temperaturen, von einer nachhaltigen Zirkulationsumstrukturierung ist aber nur wenig zu erkennen, da bereits zum 17./18. November von Südwesten her der nächste Hochdruckkeil sich nach Mitteleuropa ausbreiten kann und nachfolgend eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine neuerliche Südwestströmung aufweist. Das europäische Wettermodell simuliert zum 14. November ein Tiefdrucksystem über dem nördlichen Skandinavien und ein weiteres Tiefdrucksystem mit Kern zwischen den Azoren und Portugal. Deutschland käme demnach bis zur Monatsmitte in den "Genuss" verhältnismäßig warmer Luftmassen aus dem Süden. Wann kommt denn nun der Schnee? Kurz und knapp: die Wahrscheinlichkeiten stehen bis zum 12. November für eine nasskalte Witterung äußerst schlecht - von Winterwetter ist nicht einmal Ansatzweise in den Simulationen etwas zu erkennen. Darüber hinaus gibt es durchaus Möglichkeiten für eine kühlere Witterungsphase, jedoch ist der Durchbruch für - zumindest - normalisierende Verhältnisse bis zum 20. November nur bedingt zu erkennen. So liegt der Mittelwert der Kontrollläufe im Zeitraum zwischen dem 10./20. November gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um +2/+5 Grad erhöht. So simuliert das Temperaturspektrum bspw. am 15. November mögliche Werte zwischen +3/+15 Grad bei einem Mittelwert von +9/+11 Grad. Eine nasskalte Witterung oder gar eine winterliche Option sieht anders aus. Was muss passieren, damit sich die Wetterlage normalisieren kann? Ganz vereinfacht ausgedrückt: Tiefdruckzentrum Skandinavien/Karasse, Hochdruckblockade auf dem Atlantik mit nach steuerndem Mittelmeertief und es gäbe einen markanten Wetterumschwung in Richtung nasskalte Wetterverhältnisse. Die Zutaten für einen Wetterumschwung sind vorhanden, sie werden zum heutigen Stand jedoch nicht konsequent umgesetzt, so dass die Erhaltungsneigung wohl auch im zweiten November-Drittel überwiegend ihre Dominanz zeigen kann. Das Langfristmodell bestätigt den zu warmen Wettertrend für November mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +2/+4 Grad. Aber auch die Wintermonate von Dezember bis Februar weisen in der heutigen Prognose des Langfristmodells eine Abweichung von +1/+3 Grad auf. Im Niederschlagstrend zeigt sich der November deutlich negativ (zu trocken) und die Wintermonate leicht positiv (etwas zu nass).

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