Auch wenn der Grundcharakter in der kommenden Woche über der Westhälfte etwas wechselhafter und kühler wird - für Anfang November ist das Temperaturniveau weiterhin erhöht und liegt mit +1/+5 Grad (je nach Region) über dem langjährigen Mittelwert. Gab es in den letzten Tagen noch starke Differenzierungen in den Simulationen der Wettermodelle, so zeigen diese heute einen einheitlicheren Trend zu einer Erhaltungs-, bzw. Wiederholungsneigung der vergangenen Tage. Sowohl das amerikanische, als auch das europäische Wettermodell favorisieren im Zeitraum zwischen dem 7./12. November ein neuerliches Tiefdrucksystem bei England, welches in einem langsamen Prozess nach Süden hin abtropfen kann. Deutschland würde in Folge daraus in den "Genuss" einer neuerlichen Vorderseite mit teils wechselhaften Grundcharakter und warmen Temperaturen kommen. Wie warm? Der Mittelwert der Kontrollläufe bewegt sich im Zeitraum vom 7. bis 13. November zwischen +12/+14 Grad. Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario? Aufgrund der Tatsache, dass beide Wettermodelle und auch die Kontrollläufe dieses Szenario mehrheitlich unterstützen, steigt die Wahrscheinlichkeit für ein Eintreffen auf knapp 42 Prozent. Was sind die anderen Varianten? Kalte Varianten - wie sie bspw. auf einer Trogrückseite möglich wären - sind nur im geringen Maße wahrscheinlich (20 Prozent), da der Trog der kommenden Tage "abgeschnürt" wird und dessen "Motor" mit Tief Mittelmeer dem neuerlichen System über England nicht viel entgegenzusetzen hat. Bleibt noch eine Variante, wie sie sich bereits gestern angedeutet hat und liegt im überwiegend normalen Bereich (38 Prozent). Dabei kommt es zu einer zunehmenden Zonalisierung (West-Ost) des Zirkulationsmusters, bei der die Amplitudenvorgänge langsam abflachen (10./15. Nov.). Anders ausgedrückt gehen in der kommenden Woche die Temperaturen auf +8/+12 Grad zurück, steigen jedoch mit höherer Wahrscheinlichkeit zum nächsten Wochenende wieder etwas an, so dass das erste November-Drittel zum heutigen Stand zu warm ausfallen kann. Die Tendenzen zeigen eine Veränderung frühestens im zweiten November-Drittel, bleiben aber schwach ausgeprägt und würden allenfalls in eine nasskalte (normalisierende) Richtung gehen. Gegen 15:00 Uhr gehen wir an dieser Stelle in einer neuen Witterungsabschätzung zum Winterwetter etwas näher auf die Randfaktoren und deren möglichen Einfluss auf das Wetter im Winter ein (Erster Teil Witterungsabschätzung Winter: statistische Betrachtung | zweiter Teil: Erhaltungsneigung und Ausgleichsverhalten).

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