Der November beginnt nach teils zäher Nebelauflösung mit viel Sonnenschein, bevor zu Beginn der kommenden Woche im Westen der Wettercharakter zunehmend wechselhafter wird. Der Grund hierfür ist ein abtropfendes Tiefdrucksystem von England über Frankreich in Richtung Mittelmeer, was die weitere Wetterentwicklung äußerst komplex macht. Deutschland liegt in diesem Entwicklungsprozess zum heutigen Stand auf der überwiegend warmen Vorderseite. Im Zeitraum zwischen dem 6./7. November wird nach dem amerikanischen Wettermodell der initialisierte Trogprozess von Westen her unterbunden und es stellt sich bis zum 11. November eine gradientenschwache , teils neblig-trübe und leicht wechselhafte Wetterlage ein, bei der die Niederschlagswahrscheinlichkeit von West nach Ost eine abnehmende Tendenz hat. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so liegt Deutschland exakt zwischen den Fronten und zudem Verläuft über Deutschland eine Luftmassengrenze, welche sehr warme Luftmassen im Osten von etwas kühleren im Westen trennt. In Folge daraus ist nach dem europäischen Wettermodell mit weiterhin mäßig warmen bis warmen Temperaturen bei einer deutlich erhöhten Niederschlagsaktivität im Zeitraum 6./8. November zu rechnen. Darüber hinaus bildet sich nach dem europäischen Wettermodell bis zum 10. November ein neuerlicher Hochdruckkeil des Azorenhochs über Mitteleuropa aus. Die Kontrollläufe bestätigen den zunehmend wechselhaften Wettertrend im ersten November-Drittel bei einer abnehmenden Niederschlagwahrscheinlichkeit über den östlichen Landesteilen. Die Temperaturen bleiben mit ihrem Mittelwert gegenüber dem vieljährigen Temperaturdurchschnitt etwa um +1/+3 Grad zu warm. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 5. November zwischen +7/+16 Grad (Mittelwert +13 Grad im Süden und Osten und +11 Grad im Westen und Norden) und am 9. November zwischen +5/+15 Grad (Mittelwert +10/+12 Grad). Zusammenfassend fällt zum heutigen Stand mit höherer Wahrscheinlichkeit das erste November-Drittel leicht bis deutlich zu warm aus. Das Langfristmodell bestätigen diesen Trend mit seiner Wetterprognose von einem erhöhten Temperaturmittelwert im November und auch die Wintermonate Dezember bis Februar werden mit einem Temperaturüberschuss von +1/+3 Grad leicht bis deutlich zu warm simuliert. Häufig wurde uns in den letzten Tagen die Frage gestellt, ob das warme Wetter normal sei und wann das Zirkulationsmuster sich in Richtung Jahreszeit typische Verhältnisse verändern kann. Die aktuelle Zirkulationsstruktur ist südwestlich ausgerichtet und damit für die Jahreszeit außergewöhnlich warm (s. Rückblick Wetter Oktober 2014). Im Verlauf der kommenden Woche beginnt sich die Zirkulationsstruktur allmählich von Südwest auf Süd, später auf Ost und bis zum 8. November voraussichtlich auf Nordwest zu drehen. Auch wenn es im ersten November-Drittel den Anschein von zu warmen Wetter hat, so ist der Gesamtprozess als der Beginn einer möglichen Veränderung des Zirkulationsmusters zu bewerten, welche sich im Ergebnis im zweiten November-Drittel bemerkbar machen kann. Gelingt es dem Zirkulationsmuster allerdings das bisherige Strömungsmuster nach dem Trogprozess wieder aufrecht zu erhalten (Erhaltungsneigung), so bleibt die überwiegend warme Grundströmung auch im zweiten November-Drittel erhalten. Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Es kommt auf die Entwicklung des Troges und dessen letztliche Position in der kommenden Woche an, wie nachhaltig das Zirkulationsmuster verändert werden kann.

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