Die ersten November-Tage fallen zum heutigen Stand deutlich zu warm aus. Dabei nimmt die wechselhafte Tendenz im Verlauf der kommenden Woche bis zum 5. November - insbesondere im Westen und Südwesten - zu, während es über der Osthälfte noch weitgehend trocken bleiben kann. Im Zeitraum zwischen dem 5./10. November simuliert das amerikanische Wettermodell mit einem Mittelmeertief eine zunächst relativ warme und wechselhafte östliche Strömungskomponente über Deutschland. Das Mittelmeertief zieht aber bis zum 9. November weiter nach Südosten ab und nachfolgend gelingt es dem System nicht, die Trogausbildung aufrecht zu erhalten, so dass der Trogprozess mit einem kräftigen Tiefdrucksystem bei Island abgeschnürt wird und das Azorenhoch mit einem Hoch über dem östlichen Skandinavien eine schwachgradientige Hochdruckverbindung quer über Mitteleuropa eingehen kann. Teils zäher Nebel bei mäßig warmen Temperaturen wäre die Folge hieraus. Das europäische Wettermodell zeigt mit einem Mittelmeertief eine ganz ähnliche Entwicklung wie das amerikanische Wettermodell, jedoch rückt in dieser Simulation das Azorenhoch mit einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa nach und das Hoch bei Skandinavien fehlt. Anders ausgedrückt kann das Mittelmeertief bei entsprechend "günstiger" Position in den südlichen Regionen einiges an Niederschlag bringen, sonst erinnert der Wettercharakter mit teils zähem Nebel im Zeitraum zwischen dem 5./10. November zunehmend an den Jahreszeit typischen Charakter. Wie groß die Unsicherheiten mit dem bevorstehenden Trogprozess noch sind, zeigen die Kontrollläufe. Bis zum 3. November deutlich zu warm und weitgehend trocken, im Zeitraum zwischen dem 3./6. November bei leicht zurückgehenden Temperaturen im Westen, Norden und Süden zunehmende Niederschlagsneigung, welche nach Osten hin nachlässt. Im Zeitraum zwischen dem 6./12. November lässt die Niederschlagswahrscheinlichkeit wieder nach, bleibt aber in leichter Form präsent. Die Temperaturen bleiben mit einem Spektrum zwischen +4/+16 Grad und einem Mittelwert zwischen +9/+12 Grad für die Jahreszeit etwa um +1/+3 Grad zu hoch. Welche Varianten sind noch möglich? Sollte der Trog mit Mittelmeertief nachfolgend nicht abgeschnürt werden können, so ist mit einer langsamen Verlagerung nach Südosten eine Advehierung von kühleren Luftmassen aus den nördlichen Regionen nicht auszuschließen. Ansatzweise zeigt so etwas das europäische Wettermodell, bei der Deutschland zum 8. November auf der östlichen Seite des Hochdruckkeils liegt und in eine nördliche Strömungskomponente gelangt. Eine zweite Variante liegt der Simulation des amerikanischen Wettermodells mit Hochdruck über dem östlichen Skandinavien zugrunde. Hochdrucksysteme drehen sich im, Tiefdrucksysteme gegen Uhrzeigersinn, so dass mit dem Hoch und dem Tief über dem östlichen Mittelmeer eine schwachgradientig-östliche Strömungskomponente einstellen kann. Zäher Nebel bei kühlen Temperaturen wäre die Folge daraus. Tatsächlich muss man aber die kommenden Simulationen abwarten, wie sich der Trog ab Sonntag/Montag tatsächlich entwickelt. Ein gar winterliches Szenario ist im ersten November-Drittel in den heutigen Simulationen nur gering wahrscheinlich - allenfalls nasskalt. Das Langfristmodell ändert an seinen Wetterprognosen kaum etwas - so fallen auch heute die Monate November, Dezember, Januar und Februar leicht bis deutlich zu warm aus, bei einer leicht positiven Niederschlagstendenz, welche im November im Süden auch leicht negativ bewertet werden kann.

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