Altweibersommer im Oktober, goldener Oktober oder doch typischer Herbst? Zum heutigen Stand deutet für Anfang Oktober vieles auf einen warmen und - nach Nebelauflösung - auch sonnigen Start in den Oktober hin. Die Kontrollläufe simulieren einen zwischen +3 bis +5 Grad zu warmen Verlauf, wie er sonst Jahreszeitlich-typisch wäre. Woher kommt diese Wetterlage, bzw. wie entsteht diese? Der Winter hält mit frostigen Temperaturen über Grönland Einzug. Dabei werden die kühlen Luftmassen von Nord nach Süd über den warmen Atlantik geführt, was im wesentlichen der "Treibstoff" für eine rege Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist. Die Tiefdrucksysteme nehmen dabei immer die gleiche Bahn: von Neufundland über Island bis nach Skandinavien. Je konzentrischer der Verlauf der Tiefdruckbahn und Grönland herum ist, desto stabiler die Wetterlage. Schafft es ein Tiefdrucksystem aus dieser Bahn auszutreten und über Skandinavien weiter nach Osten "abzudriften", so wird aus dieser Konstellation heraus ein Wetterumschwung ermöglicht. Zum heutigen Stand ist das aber nach beiden Wettermodellen erst nach dem 3./5. Oktober wahrscheinlich - bis dahin wird eine Hochdruckdominanz in den Simulationen bevorzugt. Die Kontrollläufe stützen eine geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit weitgehend bis zum 7./8. Oktober, bei der das Temperaturspektrum mit seinem Mittelwert meist Temperaturen jenseits der +15 Grad Marke aufweist. Anders formuliert zeigt auch der Trend der Kontrollläufe im ersten Oktober-Drittel eine überwiegend hochdruckdominierte Wetterlage über Deutschland. Das Langfristmodell zeigt für die Herbstmonate Oktober und November einen leicht zu warmen bis zu warmen Temperaturtrend bei einer weitgehend normalen Niederschlagserwartung. Für die Wintermonate Dezember und Januar ist zum heutigen Stand ebenfalls ein leicht zu warmer Temperaturverlauf auszumachen, welcher sich erst im Februar langsam normalisiert. Die Niederschlagsneigung ist dabei deutlich erhöht. Interpretiert man in theoretischer Betrachtungsweise diese Simulationen, so sind die Herbstmonate überwiegend zu warm und von einer Hochdruckdominanz geprägt (Erhaltungsneigung), während in den Wintermonaten eine höhere Tiefdruckaktivität bei weiterhin zu warmen Temperaturen zu beobachten ist (Ausgleichsverhalten). Im Detail hängt diese Wetterentwicklung aber noch von vielen Randfaktoren ab, die zum heutigen Stand noch keinesfalls gesichert sind. Anders ausgedrückt: ein normaler bis leicht zu warmer Witterungsverlauf über die Wintermonate hinweg ist zum heutigen Stand etwas wahrscheinlicher, als ein zu kalter Winterverlauf. Das Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes stützt mit einer Wahrscheinlichkeit von 52 Prozent einen zu warmen, mit 32 Prozent normalen und 16 Prozent zu kalten Herbstverlauf 2014.

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