Bis einschließlich Sonntag bleibt der warme Wettercharakter zum heutigen Stand in ganz Deutschland erhalten. Dabei nimmt bis zum Sonntag die Schauer- und Gewitterneigung von Südwesten her zu. Zum Start in die neue Woche zeigten sich die Simulationen der Wettermodelle in den letzten Tagen noch diffus, heute mehren sich die Anzeichen auf den sich seit Tagen manifestierenden Trend eines Wetterumschwungs bis zum 25. September. So simuliert heute das amerikanische Wettermodell bereits zum Sonntag eine Großwetterlage, bei der ein Skandinavienhoch zum Start in die neue Woche keine Rolle mehr spielt. Stattdessen schafft es ein Tiefdrucksystem vom Nordmeer her sich bis über Skandinavien zu manifestieren. Im Verbund mit einem schwachen Hochdruckkeil des Azorenhochs über England dreht die Grundströmung über Deutschland auf nordwestliche Richtungen. Der Hochdruckkeil rückt jedoch rasch nach, so dass die Luftmassen arktischen Ursprungs nach Südosten an Deutschland "vorbei rauschen", so dass die Temperaturen bis zum 24. September mit +15/+20 Grad, im Südwesten auch bis +22 Grad voraussichtlich im mäßig warmen Bereich verbleiben können. Die Niederschlagsneigung ist Aufgrund des nachrückenden Hochdrucksystems eher gering ausgeprägt. Nichtsdestotrotz ist damit der Beginn der Umstellungsphase eingeläutet und bis zum 25. September hat sich die atlantische Frontalzone zwischen Grönland und Skandinavien manifestiert. Somit ergeben sich nach dem amerikanischen Wettermodell zwei mögliche Varianten. Zum einen können die Tiefdrucksysteme weit nach Süden vordringen, was zu klassisch warmen Vorderseiten- mit nachfolgend kühlem Rückseitenwetter einhergehen kann. In einer zweiten Variante ziehen die Tiefdrucksysteme konzentrischer um Grönland, bzw. Skandinavien herum, was wechselhaftes, mäßig warmes und wechselhaftes Westwetter zur Folge haben kann. Das europäische Wettermodell stützt die Simulation des amerikanischen Wettermodells in der Form, als dass sich mit Tief Skandinavien und Hochdruckkeil zwischen Azoren, England und dem Nordmeer eine nördliche Strömungskomponente über Deutschland einstellen kann. Diese ist kräftiger ausgeprägt als beim amerikanischen Wettermodell, so dass die Tageswerte zum Wochenbeginn auch unter +15 Grad liegen können. Im weiteren Verlauf rückt ein schwacher Hochdruckkeil nach, hat bis zum 25. September aber nur bedingten Einfluss auf das Wetter in Deutschland. Über Skandinavien manifestiert sich hingegen die Frontalzone, so dass kleinräumige aber durchaus gradientenstarke Tiefdrucksysteme (Wind) über Deutschland hinweg nachrücken können. Anders formuliert ist nach dem europäischen Wettermodell ein zunehmend herbstlicher, teils kühler Wettercharakter wahrscheinlicher geworden - auch die ersten Starkwindereignisse sind demnach um den 25. September herum nicht auszuschließen. Im weiteren Verlauf geht der Trend nach dem europäischen Wettermodell in Richtung abwechslungsreiches, teils windiges Westwetter. Die Kontrollläufe sind heute noch äußerst differenziert, jedoch bestätigt sich mehrheitlich der Trend einer Abkühlung zwischen dem 21./25. September. So liegt das Temperaturspektrum am 23. September zwischen +9/+23 Grad bei einem Mittelwert von +17 Grad im Süden und Westen und +15 Grad im Norden und Osten. Am 28. September liegt das Temperaturspektrum zwischen +8/+24 Grad bei einem Mittelwert von +16 Grad im Westen, Norden und Süden und +18 Grad über dem Osten. Das Langfristmodell simuliert heute einen leicht zu warmen Verlauf der Temperaturen im Oktober und gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel normale Ausprägung im November, dessen Trend in Richtung leicht zu warm geht. In der Niederschlagserwartung zeigt sich im Oktober eine schwach positive Niederschlagswahrscheinlichkeit, während im November weitgehend normale, im Süden auch leicht erhöhte Niederschlagstätigkeit möglich ist. Und für die Wintermonate? Mit dem Hinweis darauf, dass die Schwankungsbreite des Langfristmodells mit fortschreitender Zeitdauer zunimmt, zeigen sich heute die Temperaturen im Dezember normal, im Januar erhöht und Februar wiederum normal. Fast durchgängig wird dabei eine leicht erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit simuliert. Wie sehen die aktuellen Randfaktoren aus? Bildet sich über dem sibirischen Raum rasch eine Schneedecke aus, so sind die Bedingungen für ein ausgeprägtes Kontinentalhoch als günstig zu bezeichnen. Aktuell simulieren die Wettermodelle bereits für das letzte September-Drittel eine mögliche Ausbildung der Schneedecke im sibirischen, bzw. eurasischen Bereich. Letztlich kommt es darauf an, welche Position das Kontinentalhoch über die Wintermonate einnehmen wird - eine starke Ausprägung des Hochs lässt keinen Rückschluss darauf zu, ob ein warmer, normaler oder zu kalter Winter in Mitteleuropa zu erwarten ist. Warum? Liegt das Hoch weiter im Westen und kann sich über Skandinavien erstrecken, so ist mit kalten Ostwinden zu rechnen. Bleibt es jedoch über dem westl. Russland ortstreu, so strömen die Tiefdrucksysteme vom Atlantik her bis nach Skandinavien, was über Mitteleuropa eine warme Südwestwetterlage zur Folge haben kann. Anders hingegen die Konstellation im Zusammenspiel mit einem Azorenhoch, welches mit einer nördlichen Position das meridionale Strömungsmuster der letzten Wochen auch bis zum Winter erhält (Erhaltungsneigung), so ist mit einer Häufung von Troglagen Mitteleuropa zu rechnen (normaler Winter). Und El Niño? Gemäß dem aktuellen ENSO Bericht liegt die Wahrscheinlichkeit für ein El Niño Ereignis über der Nordhalbkugel während des Herbstes und Winters bei 60-65 Prozent, was bei tatsächlichem Eintreffen eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für meridionales Grundmuster zur Folge hat (aber auch ein meridionales Grundmuster kann - je nach Position - warmes oder kaltes Wetter zur Folge haben). Sonnenflecken? Die Sonnenflecken geben Ausschluss darüber, welche Aktivität die Sonne derzeitig hat. Aktuell nimmt die Aktivität der Sonne leicht zu. Welchen Einfluss haben Sonnenflecken? Ganz vereinfacht ausgedrückt: ist die Sonne wenig aktiv, so steigt die Wahrscheinlichkeit für kühlere Winter, ist sie hingegen aktiv, so steigt die Wahrscheinlichkeit für einen wärmeren Winter. QBO? Die Quasi-Biennial-Oszillation beschreibt eine West-Ost Umkehr der tropischen Stratosphäre - je nach Zustand, welcher sich im Schnitt alle 2,2 Jahre verändert, gehen damit Abkühlungs- oder Erwärmungsphasen einher. Ebenfalls vereinfacht ausgedrückt verstärkt ein positiver QBO den Polarwirbel, während ein negativer QBO den Polarwirbel schwächt. Ist der Polarwirbel stark ausgeprägt, so ist Westwetter wahrscheinlicher, ist er schwach ausgeprägt, so ist ein meridionales Strömungsmuster wahrscheinlicher. Aktuell ist der QBO in einer Ostphase. Die Randfaktoren lassen zum heutigen Stand also keinen eindeutigen Schluss auf einen zu warmen oder zu kalten Verlauf des Winters zu. So bleibt die Aussage der letzten Prognosen bestehen: normales Winterwetter mit dem Trend - in Zeiten der Klimaerwärmung - auch leicht zu warm auszufallen.

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