Alles deutet auf eine weitere, teils extreme Mildphase noch im ersten Februar-Drittel hin, welche sich auch über weite Teile des zweiten Drittels ausweiten können. Die Wettermodelle simulieren dabei eine sehr lebhafte, teils turbulent-dynamische Südwestwetterlage, bei der entlang des Langwellentroges kräftige Randtiefdrucksysteme entstehen können. Auch die Kontrollläufe stützen diesen Wettertrend mehrheitlich. So zeigt das Temperaturspektrum bspw. am 8. Februar Werte zwischen +3/+12 Grad bei einem Mittelwert von +7 Grad. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass sich das Langfristmodell von Tag zu Tag zu einer wärmeren Wettervorhersage für den Februar korrigieren muss. Zwischenzeitlich liegt der simulierte Temperaturüberschuss gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel von 1961-1990 zwischen +3/+5 Grad und ist damit ähnlich warm, wie der Januar 2014. Die Großwetterlage ist der vom Dezember sehr ähnlich und hat ein großes Erhaltungspotential. Nur eines ist gegenüber dem Dezember anders und das ist und bleibt der entscheidende Faktor: das Warming in Stratosphärenhöhe. Warum fließen die Variablen des Warmings nicht in die aktuellen Berechnungen der Simulationen mit ein? Das tun Sie, jedoch nur im theoretischen Teil. Anders ausgedrückt muss das Ereignis erst eintreten, damit die komplexen Auswirkungen in den Simulationen auch sichtbar werden. Wie entwickelt sich das Warming - wie ist der Stand? Aktuell handelt es sich um ein Minor-Warming, welches sich von der amerikanischen Ostküste bis über das östliche Europa erstreckt - die Kerntemperaturen liegen zwischen -22/-26 Grad. In den kommenden Tagen rückt das Warming weiter gen Norden vor und konzentriert sich im Kern über Island und erreicht zum 4. Februar Werte um -18 Grad und zum 5. Februar passiert das, was man im englischen als "sudden stratospheric warming" und im deutschen als "Plötzliche Stratosphärenerwärmung" bezeichnet. Das Warming strebt gen Polregion und bekommt von sibirischer Seite Unterstützung - binnen Stunden entwickelt sich das Minor-Warming zu einem Major-Warming, so dass der vorläufige Höhepunkt mit +4 Grad am 8. Februar erreicht ist - im Kern wird das wohl über Grönland bis nach Neufundland passieren. Soweit die Theorie, was wenn das tatsächlich so eintritt? Wer bei uns regelmäßig mit liest weiß, dass die Wetterküche in diesem Winter zwischen Grönland und Neufundland stattfindet, da dort in regelmäßigen Abständen kalte Luft gen Süden fließt und über Neufundland die Tiefdrucksysteme entstehen lässt, welche die milden Temperaturen über Mitteleuropa verursachen. Ein Major-Warming bedeutet den "totalen Zusammenbruch des Polarwirbels" - auch in den unteren Luftschichten, aus der sich in Folge eine Ost-West Umkehr ergibt. Als Konsequenz daraus hat das Azorenhoch erhöhte Chancen sich zu einem Blockadehoch auf dem Atlantik zu entwickeln, so dass die Zirkulation ein gestörtes Muster annimmt (Was ist ein Polarwirbelsplitt). Das Problem liegt nun darin, dass die Simulationen das aktuell noch nicht richtig einschätzen können, da das Ereignis noch nicht eingetreten ist. Es bleibt also vieles hypothetisch und theoretisch, es ist aber weiterhin davon auszugehen, dass die Wettermodelle in den kommenden Tagen sprunghaft werden, so dass die simulierte milde bis warme Wetterphase zwischen dem 6./12. Februar in letzter Konsequenz alles andere als sicher ist. Gegen 20:30 Uhr erfolgt ein Update des Wettertrends.
Update:
Keine wesentlichen Veränderungen. Der Wettertrend bleibt gemäß den Wettermodellen bis zum 10. Februar dynamisch-turbulent und mit einem Temperaturspektrum von +4/+12 Grad äußerst mild, der Mittelwert liegt im Norden bei +6 Grad und erreicht im Süden bis +10 Grad. Das Major-Warming wird zwischen dem 6./10. Februar noch kräftiger simuliert (bis +16 Grad, wo normalerweise -80 Grad vorherrschen).

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