Väterchen Frost, der ja meist in weiten Teilen Russlands Zuhause ist, flüchtet in diesem Winter in den Westen und lässt sich über Nordamerika nieder und sorgt dort für einen richtig eisigen Winter. Das hat zur Folge, dass entlang der Ostküste von Kanada kalte Luftmassen gen Süden transportiert werden und von dort aus seit Anfang Dezember in regelmäßigen Abständen teils kräftige Tiefdrucksysteme in Richtung Mitteleuropa senden. Nun hat sich in den letzten Tagen im Nordosten eine hoch winterliche Wetterlage eingestellt, während es im Westen und Süden überwiegend nasskalt geblieben ist. Der Winter hat sich bislang "redlich bemüht", konnte sich letztlich aber nicht über Deutschland festigen. Auch die kommenden Tage zeigen bis in die ersten Februar-Tage hinein einen eher nasskalten Witterungstrend, der in einigen Regionen ab der Wochenmitte auch zu Dauerfrost führen kann. Als Wintereinbruch ist das aber nicht zu bezeichnen, eher als winterlicher Abschnitt, denn die Großwetterlage lässt zum aktuellen Stand nichts anderes als nasskaltes Wetter (-2/+3 Grad) zu. Aber immerhin bringen die Tiefdrucksysteme in den kommenden Stunden auch mal die eine oder andere Schneeflocke bis in tiefere Lagen, so dass der Winter nicht gänzlich Schneelos bleiben wird. Wie geht es weiter? Hat der Winter noch berechtigte Chancen? Der Blick auf die Simulationen der Wettermodelle zeigt weiterhin keine durchgreifende Änderung. Das amerikanische Wettermodell simuliert ab dem 4. Februar allmählich eine Rückkehr zum milden bis warmen Südwest- bis Westmuster, während das europäische Wettermodell eine Hochdruckverbindung zwischen dem Azoren- und Skandinavienhoch aufbaut. Aber auch das ist in letzter Konsequenz wenig winterlich. Aber dieses Skandinavienhoch ist die Zutat, die für eine Umstellung auf winterliche Verhältnisse benötigt wird. Sehr häufig können sich Skandinavienhochs bilden, sofern der Polarwirbel gestört wird. Und das ist in den Simulationen weiterhin der Fall, zeitweise werden in Stratosphärenhöhe kaum mehr die -60 Grad erreicht, wo Werte um -80 Grad normal sind, in den Warming Regionen steigen die Werte auf bis -20 Grad an. Diese Ereignisse führen erst Zeit verzögert zu einer Reaktion der Wettermodelle, da das Ereignis erst eintreten muss, bevor es seinen Einfluss geltend machen kann. Anders ausgedrückt bleibt - auch wenn die Wettermodelle eine wenig winterliche Wetterlage in Aussicht stellen - die Großwetterlage Aufgrund der zunehmenden Schwankungen entlang der Polarfront äußerst unsicher. Das zeigt schon allein die Tatsache, dass jedes Wettermodell für Anfang Februar noch sein "eigenes Süppchen" kocht und es wenig Übereinstimmungen gibt. Im übrigen war im letzten Winter eine ähnliche Konstellation - wenn auch deutlich ausgeprägter - vorhanden: Major-Warming mit anschließend hohem Luftdruck über Skandinavien und Frostwetter im Februar und März. Gegen 20:15 Uhr erfolgt eine Aktualisierung des Wettertrends.
Update:
Nach dem amerikanischen Wettermodell Anfang Februar weiterhin wenig winterlich - zunächst nasskalt, später milde Südwestwetterlage. Das europäische Wettermodell bevorzugt (noch) die gradientenschwache Wetterlage, bei der in tieferen Lagen durchaus kalte Temperaturen möglich sind. Eine winterliche Wetetrlage sieht jedoch anders aus.

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