In der Nordhälfte könnte sich schon zu Wochenbeginn die eine oder andere Schneeflocke bis in tiefere Lagen "verirren", sonst bleibt es bei dem überwiegend nasskalten Wettercharakter. Die Schneefallgrenze schwankt zum heutigen Stand bis zum 23. Januar zwischen 400 und 800, an den Alpen bis zu 1.000 Meter. Zwischen dem 23./28. Januar liegt Deutschland mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von 59 Prozent im Bereich zwischen dem Azoren- und Skandinavien-/Russlandhoch. Zwischen diesen beiden Hochdrucksystemen stoßen in regelmäßigen Abständen Tiefdrucksysteme vor, so dass der Wettercharakter wechselhaft bleibt. Die Temperaturen sinken im Verlauf langsam ab, so dass die Schneefallgrenze zeitweise auf höhere bis mittlere Lagen absinken kann. Als Wintereinbruch kann man das aber nicht bezeichnen, vielmehr als nasskaltes "Schmuddelwetter". Die Kontrollläufe bestätigen mehrheitlich den nasskalten Witterungsabschnitt. So liegt die Temperatur in etwa 1.350 Meter Höhe zwischen 0/-6 Grad, was in etwa eine Schneefallgrenze von 300 - 1.100 Meter bedeutet. Das Temperaturspektrum liegt bspw. am 24. Januar zwischen -3/+5 Grad und erreicht einen Mittelwert von +3 Grad im Norden und +2 Grad im Süden. Wann kommt denn nun der Winter? Die Konstellationen sind für winterliche Bedingungen im Grunde nicht schlecht. Der Norden und Nordosten von Europa kühlt allmählich aus, ein Hochdrucksystem über Skandinavien sorgt dafür, dass die Tiefdrucksysteme in Richtung Mittelmeer abgelenkt werden und auch das Azorenhoch wagt den einen oder anderen Ausflug nach Norden in Richtung Island/Grönland. Nun ist aber der Kaltluftzustrom zwischen dem östlichen Kanada und Neufundland weiterhin intakt, so dass in rascher Abfolge teils kräftige Tiefdrucksysteme nach Mitteleuropa geschickt werden. Letztlich kommt dabei etwas zustande, was weder die Freunde des "Winterwetters", noch die Freunde des "milden Wetters" zufriedenstellen wird: die nasskalte Variante. Anders ausgedrückt wird die Frage nach dem Winterwetter wohl erst in den letzten Januar-Tagen, bzw. ersten Februar-Tagen beantwortet werden können. Das Langfristmodell geht zunehmend von normalen bis leicht zu milden Temperaturen im Februar aus und im Grunde hat sich daran seit Oktober mit einem normalen bis zu warmen Verlauf für die Wintermonate auch nichts geändert nur das Ausmaß der milden Witterung wurde unterschätzt. Das Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes hat sich in diesem Jahr wohl deutlich "verschätzt". War die Winterprognose im Dezember mit 48 Prozent noch klar für einen zu kalten Winter, so steht die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Winter zwischenzeitlich bei 57 Prozent (33 Prozent normal, 10 Prozent zu kalt). Der AO- und NAO-Index sind weiterhin leicht negativ bis positiv simuliert und wenig Richtungweisend. In den kommenden Tagen wird am Polarwirbel in Stratosphärenhöhe ein Minor-Warming simuliert, welches zwischen dem 24./30. Januar durchaus zum Major-Warming heranreifen und somit zum Monatswechsel den vielleicht ersten Polarwirbelsplitt auslösen könnte. Die Entwicklung muss aber in den kommenden Tagen weiter beobachtet werden. Gegen 20:15 Uhr geben wir eine Aktualisierung von diesem Wettertrend heraus.
Update:
Im Tagesverlauf gab es kaum Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle - nasskalt bis zum 21. Januar, darüber hinaus in tieferen Lagen weiterhin nasskalt mit zunehmend winterlichen Optionen in höheren Lagen. Schneefallgrenze schwankt zwischen dem 22./28. Januar zwischen 300-1.000 Meter. Polarwirbel wird zwischen dem 20./29. Januar ordentlich "gepiesackt", es reicht aber nach den aktuellen Simulationen des amerikanischen Wettermodells (noch) nicht zum Polarwirbelsplitt. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so findet dieser mit einem Polarhoch von bis zu 1055 hPa statt. Winterwetter demnach noch im letzten Januar-Drittel bis in tiefere Lagen möglich.

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