Die weitere Wetterentwicklung zeigt sich auch heute wieder komplex, so dass die Wahrscheinlichkeiten für die möglichen Varianten allesamt unter 50 Prozent liegen, jedoch kristallisiert sich ein nasskalter Witterungsabschnitt zwischen dem 10./15. Januar immer deutlicher heraus. Nach der fast frühlingshaften Woche zieht zum 8. Januar der Sturmtiefkomplex nach Skandinavien um letztendlich seine Position über der Barentssee einzunehmen. Darüber sind sich fast alle zur Verfügung stehenden Wettermodelle einig und gilt als ein wesentlicher Grundstein für eine mögliche Veränderung der aktuell eingefahrenen Großwetterlage. Denn im Verbund mit einen Hochdrucksystem über dem grönländischem Meer werden ab dem 9. Januar kalte Luftmassen nach Süden geführt. So sinken die Temperaturen über dem Norden von Skandinavien von -3/+1 Grad am 7. Januar auf -10/-20 Grad am 10. Januar. Die spannende Frage die sich daraus ergibt - wie weit kommen diese kalten Luftmassen nach Süden voran, oder werden diese gar nach Osten abgelenkt? Eines ist sicher - das aktive Atlantikwetter wird etwas dagegen haben, dass das gewohnte Zirkulationsmuster geändert werden soll und setzt alles daran, das Muster zu erhalten (Erhaltungsneigung). Andererseits sind die Randfaktoren als "positiv" zu bewerten, was eine Umstellung der Großwetterlage angeht. Der AO-Index - welcher den Zustand des Polarwirbels wiedergibt - wird Aufgrund des Warmings und dem entstehenden Polarhoch bis zur Monatsmitte negativ simuliert. Der NAO-Index Wert - welcher das Verhältnis zwischen Azorenhoch und Islandtief widerspiegelt - hat bis zur Monatsmitte eine leicht positive, dann negative Tendenz. Und der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland? Unser "Wettermotor" bekommt dort zunehmende Störimpulse, ob er sich davon beeinträchtigen lässt, bleibt abzuwarten. In Summe ergeben sich über Deutschland mit einer Wahrscheinlichkeit von 41 Prozent nasskalte Wetteroptionen zwischen dem 10./15. Januar, wobei eine Grenzwetterlage dabei mit berücksichtigt ist. Die zweite Variante hat eine Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent und kommt mit einer teils frostigen Hochdruckwetterlage daher, welche Schneeoptionen nahezu ausschließt. Dabei ist noch nicht klar, wie sich das Hoch positionieren wird. Liegt es zwischen England und Skandinavien, so kann es eisig kalt werden, lässt sich das Hoch jedoch vom aktiven Atlantik nach Osten ab drängen, passiert gar nichts und es bleibt mit einer Wahrscheinlichkeit von 26 Prozent bei der bisher bekannten West- bis Südwestwetterlage. Die Kontrollläufe bilden mit einem breit gestreutem Spektrum keine Perspektive, was letztlich ein Beleg für die kommende Unsicherheit ist. Geht es nach dem Langfristmodell, so bleibt das Wetter im Januar gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel (1961-1990) mit +3 bis +5 Grad deutlich zu warm. Der Februar wird mit einem Temperaturüberschuss von +1 bis +3 Grad ebenfalls deutlich zu mild simuliert. Es wird sich in den kommenden Tagen zeigen, ob es bei einer Erhaltungsneigung bleibt, oder ob die Zirkulation es schafft ein neues Muster zu kreieren um letztlich ein Ausgleichsverhalten zu provozieren. Aufgrund der unsicheren Entwicklung erfolgt im Laufe des Abends eine Aktualisierung von diesem Wettertrend.
Update:
Showdown - das amerikanische Wettermodell weist im zweiten Januar-Drittel den Weg in die nasskalte bis milde und wechselhafte Erhaltungsneigung, während das europäische Wettermodell ab dem 12./14 Januar eine frostige, wenngleich auch eine schneearme Wetterlage simuliert. Anders ausgedrückt ist noch keine Entscheidung gefallen.

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