West- bis Südwestwetter par excellence im ersten Januar-Drittel. So werden die Temperaturen der kommenden Tage eher an den Frühling als an einen Hochwinter erinnern. Was aber kommt nach diesem warmen Witterungsabschnitt? In den letzten Tagen stellten sich in den Simulationen der Wettermodelle im wesentlichen drei unterschiedliche Varianten als die wahrscheinlichsten heraus. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 38 Prozent sticht hierbei eine nasskalte Variante besonders hervor. Dabei gelingt es dem Tiefdrucksystem vom 7. Januar sich bis zum 10. Januar über die Barentssee zu verlagern. Im weiteren Verlauf wird im Verbund mit einem Hoch über der Grönlandsee kalte Luftmassen nach Süden transportiert. Gleichzeitig sendet der Atlantik weitere Impulse in Form von kleineren Tiefdrucksystemen, die allesamt etwas dagegen haben, dass die kalte Luft nach Süden strömt. Übrig bleibt eine Mischung aus Grenzwetterlage oder eben einer nasskalten Witterung bis zum 15. Januar, die in höheren Lagen durchaus für Schnee sorgen kann. Die zweite Variante ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent eine Hochdruckwetterlage, die je nach Position eisig kalt werden kann, aber wenig Schnee zur Folge haben wird (sog. Kahlfrost). Der Grundstein wird ebenfalls am 7. Januar mit dem abziehenden Tiefdrucksystem in Richtung Barentssee gelegt. Das Hoch über der Grönlandsee wird dabei "nach Süden" gezogen und nimmt im Verbund mit dem Tiefdrucksystem die kalte Luft mit nach Süden, welche sich in der eisig kalten Variante über Skandinavien platziert (Nordlage) oder eben nach Osten abgelenkt wird (Ostwetterlage). Die dritte Variante hat "nur" noch eine Wahrscheinlichkeit von 29 Prozent und ist im wesentlichen der Verbleib der aktiven und milden Südwest- bis Westwetterlage. Warum der Trend zur nasskalten bis kalten Witterung im zweiten Januar-Drittel? Ein Hochdrucksystem, welches im Groben zwischen den Azoren und Neufundland sitzt, entzieht dem System zunehmend Energie. Über dem östlichen Kanada können somit Tiefdrucksysteme abtropfen, aber nicht mehr nach Westen "wandern", sondern werden nach Norden abgelenkt. Der Wettermotor kommt bei Neufundland in Folge daraus gehörig ins Stottern. Gleichzeitig setzt sich das Warming der letzten Tage in Stratosphärenhöhe auch in den unteren Luftschichten durch - es ist und bleibt nur eine Frage der Zeit, welches der Hochdrucksysteme Kontakt zum Polarhoch aufnehmen wird. Das ist entscheidend ob sich winterliche Verhältnisse in Mitteleuropa durchsetzen können oder nicht. Der Grundstein hierfür wird in den kommenden Tagen gelegt und die Entwicklung bleibt spannend. Aus diesem Grunde geben wir im Laufe des Abends eine Aktualisierung von diesem Wettertrend heraus.
Update:
Die nasskalten Varianten dominieren zunehmend. Winterliche Verhältnisse im Flachland frühestens ab dem 15. Januar möglich. Europäisches Wettermodell simuliert kaltes Hochdruckwetter ohne Schnee (Kahlfrost). Temperaturspektrum bspw. am 13. Januar zwischen -3/+5 Grad bei einem Mittelwert von +2 Grad im Süden und +4 Grad im Norden. Ein zweites Warming im zweiten Januar-Drittel weiterhin möglich.

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