Das wechselhafte, windige bis stürmische und zu warme Wetter bleibt weitgehend bis zum 8./9. Januar erhalten. Aktuell entsteht über Neufundland der nächste "Brummer" welcher sich mit einem Kerndruck von 935 hPa auf Europa zu bewegt. Nach den aktuellen Simulationen wird das Tiefdrucksystem Deutschland am 6./7. Januar in abgeschwächter Form erreichen. An sich nichts besonders, jedoch hat das Tiefdrucksystem das "Zeug" dazu, die Großwetterlage zu verändern. Warum? Dieses Tiefdrucksystem wird mit hoher Wahrscheinlichkeit vor Europa einen sog. "Abtropfvorgang" initialisieren, was die Dynamik aus dem System nimmt. Dabei schafft es das Kerntief sich weiter nach Osten durchzusetzen, so dass im Zusammenspiel mit dem Polarhoch kalte Luftmassen von Nord nach Süd gelangen können, was wiederum den ersten echten Wintereinbruch in höheren Lagen im zweiten Januar-Drittel zur Folge haben kann. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Wie seit Tagen beschrieben, geben die Simulationen der Wettermodelle momentan noch wenig Aufschluss darüber, welche Auswirkungen das Warming hat, welches übrigens in 24 Stunden seinen Höhepunkt erreicht haben wird. 3-8 Tage später werden die Auswirkungen ersichtlich. Mit diesem Hintergrund ist ein Wintereinbruch in höheren Lagen ab 300-400 Meter im Verhältnis zu einer milden Wetterlage im zweiten Januar-Drittel zu 54:46 einen Tick wahrscheinlicher. Und was ist mit tieferen Lagen? Hier ist das Verhältnis schwächer ausgeprägt und geht in Richtung nasskalte Tendenz. Warum? Für einen Wintereinbruch bis "ganz runter" bedarf es einer Höhentemperatur von -7/-10 Grad und wenn diese kommt, so muss die über den gesamten - aktuell noch warmen - Norden bis nach Deutschland transportiert werden. Solch ein Kaltlufttransport ist unter den derzeitigen Bedingungen bis zum 13./15. Januar nicht zu erkennen, bzw. wenig wahrscheinlich. Was macht denn der Kaltlufttransport über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, zeichnet sich hier eine Veränderung ab? Ja, aber nur unter der Bedingung, dass der Abtropfvorgang vor Mitteleuropa gelingt. Denn dadurch bleibt dem Azorenhoch genug Spielraum, um eine "Brücke" mit dem kanadischen Hoch einzugehen, welches "von unten" in Richtung Grönland strebt. Anders ausgedrückt sind das ernste Anzeichen dafür, dass der Wettermotor auf dem Atlantik in stottern geraten kann. Ersichtlich wird das an der Temperaturentwicklung der kommenden Tage bspw. über Quebec - dort steigt die Temperatur in etwa 1.400 Meter von -25 Grad am 7. Januar im weiteren Verlauf über einen längeren Zeitraum im Schnitt auf -7/-5 Grad an. Der Spielraum für winterliche Varianten wird somit im zweiten Januar-Drittel größer. Aus diesem Grund geben wir im Laufe des Abends ein Update dieser Wetterprognose heraus.
Update:
Der gesetzte Impuls bringt den "Wettermotor" bei Neufundland zwischen dem 7./9. Januar zunehmend aus dem Tritt. Eine Änderung der Großwetterlage zwischen dem 9./12. Januar zunehmend wahrscheinlicher.

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