Je länger sich das Winterwetter hinauszögert, desto mehr Anfragen erreichen uns per E-Mail, wann denn nun der Winter endlich kommen mag. Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten - er kommt dann, wenn der Kaltluftzustrom zwischen Grönland und Neufundland zum erliegen kommt. Und wann wird das der Fall sein? So eine Umstellung kann recht fix von statten gehen, dazu ist lediglich die Zirkulation am Polarwirbel zu verändern. Lediglich hört sich einfach an, passiert das öfters? Im Schnitt kommt das alle zwei Jahre vor und seit Tagen gibt es diverse Signale der Randfaktoren, dass die Rahmenbedingungen für solch ein Szenario im Zeitraum zwischen dem 27. Dezember/2. Januar gesetzt werden können. Einer der entscheidenden Faktoren ist dabei in der Stratosphäre das sog. Minor-, bzw. Major Warming, welches auch in den heutigen Simulationen vage angedeutet wird. Bedingung für ein Major-Warming ist eine Temperaturveränderung um 50 Grad in der sog. 10 hPa Fläche (Stratosphäre), die in Folge daraus in einer Ost-West Umkehrung den Polarwirbel "zusammenbrechen" lässt. Im Zeitraum zwischen dem 27./30 Dezember ist mit einem Temperaturanstieg von 38 Grad gemäß Definition nur ein sog. Minor-Warming wahrscheinlich, zum 2. Januar sind mit einem Temperatursprung von 54 Grad jedoch die Bedingungen für das Major-Warming erfüllt. Dabei kommt es noch auf die Position des in Folge auftretenden Polarwirbelsplitts an. Geschieht dies zwischen Kanada und Sibirien, ist für die "Winterfreunde" nichts gewonnen, da der Kältepol bei Grönland aktiv und die eingefahrene Wetterlage erhalten bleibt. Das Langfristmodell scheint jedenfalls mit einen leicht bis deutlich zu warmen Verlauf des Wetters im Januar davon auszugehen, das sich an der West- bis Südwestwetterlage nichts verändern wird. Auch die Niederschlagserwartung wird besonders über dem westlichen Europa als leicht zu hoch eingestuft, was auf eine West- bis Südwestwetterlage schließen lässt. Entscheiden wird in den kommenden Tagen sein, wie sich der Polarwirbel verhalten wird. Abschwächungen des Polarwirbels werden im sog. AO-Index erkennbar, welcher heute äußerst positiv ist, zum Jahreswechsel hin neutral bis leicht negativ simuliert wird. Es tut sich also was und die kommenden Tage werden zeigen, wie hoch die Wahrscheinlichkeiten für winterliche Verhältnisse im ersten Januar-Drittel sein werden.

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