Das Langfristmodell bleibt in Summe seit Wochen relativ stur in seiner Prognose für die Wintermonate, welche im Schnitt normal bis leicht zu warm ausfallen werden. Daran hat sich auch heute nichts geändert. Eine 180 Grad Drehung hat hingegen das Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes vollzogen. War die Wetterprognose für den Winter im November noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 38 Prozent zu warm, 36 Prozent normal und 26 Prozent zu kalt, so haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Man geht nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 48 Prozent von einem zu kalten Winter, 31 Prozent von einem normalen Winter und 21 Prozent von einem zu warmen Winter aus. Warum diese gravierende Unterschiede? Beim Wetter kann man das Hop oder Top Prinzip anwenden. Entweder die eingestellte Wetterlage verbleibt über Monate hinweg, oder es folgt das sog. Ausgleichsverhalten. Der Wettermotor auf dem Atlantik läuft unentwegt auf Hochtouren, so dass dessen "Überhitzung" absehbar ist. Anschließend folgt eine ruhigere Gradienten Phase, die allzu oft in einer gestörten Zirkulation endet. So ist in der Zeit nach den Weihnachtsfeiertagen noch nichts davon in den Simulationen der Wettermodelle zu erkennen, lediglich die Polarwirbelachse verschiebt sich weiter gen Osten, so dass Hochdruckwetter über Mitteleuropa eine abnehmende Tendenz hat. Mit der Verschiebung ergeben sich auch Möglichkeiten zur Anhebung des Genpotentials, was den Polarwirbel insgesamt abschwächt und sich damit Polarwirbelsplitts ergeben können. Aber auch das ist in den aktuell vorliegenden Simulationen nicht ersichtlich, eher das Gegenteil ist der Fall und bleibt damit vorerst eine theoretische Betrachtung. Anders ausgedrückt ist von einen richtigen Wintereinbruch bis zum 28. Dezember nichts zu erkennen, wobei man die Sturmtiefentwicklungen der kommenden Tage abwarten muss. Setzen sich die Tiefdrucksysteme erst einmal über Skandinavien fest, so werden West-, Nordwest- und Nordlagen zunehmend wahrscheinlicher.

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