In der kommenden Woche festigt sich ein Hochdrucksystem über Mitteleuropa und bleibt bis zum 15. Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent wetterbestimmend. Der Grund hierfür ist ein Trogsystem auf dem Atlantik, welches sich von Grönland bis zu den Azoren hinunter erstreckt. Gleichzeitig liegt über Kanada ein ausgeprägtes Hochdrucksystem, welches im Verbund mit dem Tiefdrucksystem über Grönland unentwegt kalte Luftmassen nach Neufundland pumpt. Somit ist die Wetterküche auf dem Atlantik äußerst aktiv. Normalerweise sorgt das Azorenhoch dafür, dass sich daraus eine im Dezember meist nasskalte bis milde Westwetterlage einstellt, doch in diesem Jahr sorgt der Trog über den Azoren dafür, dass das Hoch gen Mitteleuropa ausweicht. Damit nicht genug, die Tiefdrucksysteme die zwischen Neufundland und Island entstehen "füttern" das Hoch über Mitteleuropa, so dass dieses mehr oder minder stark ausgeprägt sich über Mitteleuropa halten kann. Auf der Ostseite des Hochs tropfen sehr kalte Luftmassen gen Süden ab, so dass es von Litauen über das Schwarze Meer bis nach Griechenland und die Türkei hinunter mit -10/+5 Grad recht frisch werden wird. Das Abtropfen auf der Ostseite des Hochs führt zu einer weiteren Unterstützung und Erhalt des Mitteleuropäischen Hochdrucksystems, was die oben angegebene Wahrscheinlichkeit schon zum jetzigen Zeitpunkt so hoch macht. Für alle die sich Winterwetter wünschen sind das keine guten Aussichten. Stattdessen wird es eine unter Meteorologen als "weder Fisch noch Fleisch" bezeichnete Wetterlage geben : teils neblig-trüb, teils aufgelockert bewölkt mit zeitweiligen Sonnenschein und Temperaturen von +0/+5 Grad bei Nebel und +4/+9 Grad mit etwas Sonnenschein. Was muss passieren, damit sich das ändert? Zum einen kann das Hoch über Mitteleuropa sich nach Norden verschieben, was nur dann möglich ist, sofern es dort "Platz" gibt. Das ist aber nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle nicht der Fall, der Polarwirbel, bzw. die Polarwirbelfront macht den "Deckel" zu, so dass das Hoch nicht nach Norden ausweichen kann. Die zweite Variante wäre ein kräftiger Tiefdruckwirbel über Skandinavien, welches das Hoch nach Westen "drückt", eine nachfolgende, teils winterliche Trogwetterlage bis nasskalte Nordwestwetterlage wäre das Ergebnis hieraus. Damit sich aber grundsätzlich etwas verändert, muss der Kaltluftzustrom von Grönland nach Neufundland unterbrochen werden. Dabei spielt ein Hoch über Kanada und eines über Sibirien eine entscheidende Rolle - beide gehen über den Nordpol eine Verbindung ein und festigen sich. Somit ist vor dem 16. Dezember kaum mit einer Veränderung der Hochdruckwetterlage zu rechnen.

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