Wie spannend der Wintereinbruch zwischen dem 5./6. Dezember verläuft, zeigen die aktuellen Simulationen der Wettermodelle - Schneefall bis in tiefere Lagen mit teils stürmischen Winden die in höheren Lagen für Schneeverwehungen sorgen können. Bis Freitag Abend werden bei Temperaturen zwischen -3/+1 Grad Niederschlagssummen von 3-12 l/m² simuliert, so dass in Lagen ab 400 Meter eine Schneedecke von 2-15 cm anzutreffen sein wird aber auch in tieferen Lagen ist die Ausbreitung einer Schneedecke nicht unwahrscheinlich. Die Wettermodelle sind sich zumindest bis Freitagabend weitgehend einig, doch bereits ab dem 7. Dezember gibt es deutliche Differenzen. Das amerikanische Wettermodell simuliert - wie das europäische Wettermodell - den Ausbruch kalter Luftmassen arktischen Ursprungs bis über das Mittelmeer, jedoch folgt ein zweiter Tiefdruckkomplex von Island nach, was das Hoch auf dem Atlantik ein Aufwölben in Richtung Grönland unmöglich macht - das Hoch macht das was ihm übrig bleibt und verlagert sich im Schwerpunkt über Mitteleuropa und sorgt im weiteren Verlauf für teils grau-trübes, teils sonniges Hochdruckwetter bei wenig winterlichen Temperaturen zwischen -1/+5 Grad. So wie das Hochdrucksystem simuliert ist, kann man es durchaus als "winterliches Betonhoch" bezeichnen, was bei Eintreffen weite Teile des zweiten Dezember-Drittels beeinflussen wird. Wie am Vortag bereits angekündigt gibt es neben einer "winterlichen Variante" noch eine "vollwinter Variante", die weiterhin - nahezu unbeirrt - vom europäischen Wettermodell simuliert wird. Hier folgt im weiteren Verlauf über Island kein Tiefdrucksystem nach, so dass das Hoch auf dem Atlantik die Brücke gen Grönland schlagen kann und das aktive Atlantikwetter blockiert - über Mitteleuropa ändert sich die Grundströmung in eine meriodionale Strömung. So verbleiben die kalten Luftmassen mit Schneefall bis in tiefere Lagen bis zum 10. Dezember über Deutschland. Darüber hinaus wird das Hoch zu einem "Überläufer" und erstreckt sich zunächst vom nördlichen Afrika über Deutschland, Skandinavien und geht über der Karasee eine Verbindung mit dem dort befindlichen Russlandhoch ein. Sollte diese Variante sich bewahrheiten, so ist nach dem Schneefall eine kurze Übergangsphase mit weniger kalten Temperaturen zwischen dem 10./12. Dezember möglich und im weiteren Verlauf ist eine stramme und kalte Ostwetterlage nicht auszuschließen. Interessant ist die Tatsache, dass beide Wettermodelle - trotz ihrer Differenzen - im Zeitraum ab dem 10. Dezember ein Skandinavienhoch simulieren, welches seinen Ursprung über der Karasee hat. Das mag daran liegen, dass der aktuell aktive Kältepol des Polarwirbels über der Karasee/Laptew See sich zum 8./10. Dezember wieder nach Grönland verlagert, wobei die Möglichkeiten zu hohem Luftdruck über dieser Region geschaffen werden - vereinfacht ausgedrückt - sozusagen aus Ausgleich dient. Die Kontrollläufe sind sich zum Wintereinbruch am 6. Dezember ebenfalls einig - so zeigt das Temperaturspektrum am Nikolaustag von -7/+2 Grad und einen Mittelwert von -1 Grad im Süden und +1 Grad im Norden. Am 10. Dezember tendieren die Kontrollläufe zu hohem Luftdruck über Mitteleuropa bei einem Temperaturspektrum von -7/+5 Grad und einem Mittelwert von 0 Grad im Süden und +2 Grad im Norden. Aufgrund der wachsenden Wahrscheinlichkeit von einem Hochdrucksystems im zweiten Dezember-Drittel über dem skandinavischen Sektor, simuliert das Langfristmodell das Wetter im Dezember im Norden normal, in der Mitte leicht zu kalt und im Süden deutlich zu kalt. In Summe verlaufen demnach die Wintermonate Dezember, Januar und Februar als normal bis leicht zu mild, da insbesondere der Februar 2014 als deutlich zu warm ausgegeben wird. Aufgrund der spannenden Wetterlage erscheint an dieser Stelle im Laufe des Abends ein Update dieser Wetterprognose.
Update:
Stürmische Winde zwischen 50-90 km/h, an den Küsten auch bis 120 Km/h werden am Donnerstag und Freitag für Turbulenzen sorgen. Die nachfolgende Kaltluft sorgt bei Temperaturen zwischen -3/+3 Grad für zeitweisen Niederschlag, der bis in Lagen um 200 Meter in Schnee übergeht, so dass sich oberhalb etwa 400 Meter am 6. Dezember eine Schneedecke von 2-8 cm, in Staulagen auch bis 10 cm ausbilden kann. Im weiteren Verlauf gibt es weitere Schneeschauer bis in tiefere Lagen, ab dem 9. Dezember Übergang zu Hochdruckwetter bei -2/+3 Grad.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!