In den letzten Tagen nahm die Tendenz für winterlichen Wetterlagen zwischen dem 5./10. Dezember zu, was auch in den heutigen Simulationen der Wettermodelle eine Bestätigung findet. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf ein paar Schneeflocken im Zeitraum zwischen dem 5./10. Dezember auf 61 Prozent in höheren Lagen und auf 44 Prozent in tiefere Lagen. Der Grund hierfür liegt in der Ostverlagerung des aktiven Kältepols über die Karasee, der in der Höhe bis zum 2. Dezember abgeschlossen sein sollte. Nachfolgend werden auch in den unteren Luftschichten die kalten Luftmassen über das europäische Nordmeer "gezogen", was über Mitteleuropa die Wahrscheinlichkeit einer Troglage erhöht. Gleichzeitig entsteht über Grönland ein mit 1050 hPa beeindruckendes Hochdrucksystem und erstreckt sich über die gesamte Ostküste der USA bis nach Florida hinunter, was verdeutlicht wie groß die Wellenbewegungen entlang der Polarfront sind. Auf dem Atlantik strebt das Azorenhoch ebenfalls gen Norden in Richtung Grönland und blockiert damit weitere Anläufe von Tiefdrucksystemen. Damit passiert etwas Entscheidendes - die Gradienten "schlafen" ein, werden großflächiger und die Dynamik aus den Systemen wird herausgenommen. Anders ausgedrückt kommt die Wetterküche allmählich zur "Ruhe" und die Luftmassen können weiter auskühlen. Die Kontrollläufe stützen den nasskalten bis winterlichen Trend weitgehend. So liegt das Temperaturspektrum am 7. Dezember zwischen -5/+5 Grad und erreicht einen Mittelwert von -1 Grad im Süden und +3 Grad im Norden. Ein weiteres Indiz für die Trogwetterlage ist die abfallende Luftdrucktendenz von 1030 hPa am 3. Dezember auf 998 hPa am 6. Dezember. Welche weiteren Varianten gibt es noch? Mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit von 17 Prozent sind noch eine milde Südwest- bis Westwetterlage, bzw mit 25 Prozent eine Ostwärtsverlagerung des Atlantikhochs, was grau-trübes und relativ kaltes Wetter zur Folge hat. Zwischen dem 6./7. Dezember zeigen die Wettermodelle zudem noch eine weitere spannende Option. Der hohe Luftdruck schlägt von Grönland bis nach Alaska eine Brücke und trennt dabei ein Kaltluftreservoir des Polarwirbels ab, was man auch als Splitt bezeichnen kann. Sollte dieses Szenario tatsächlich so eintreten, würde das den Polarwirbel für längere Zeit schwächen, so dass im weiteren Verlauf - um es vorsichtig auszudrücken - der Hochwinter im letzten Dezember-Drittel oder Anfang Januar über Mitteleuropa durchaus Einzug halten könnte.

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