Ein Hauch von Winter oder doch nur nasskaltes und tristes Novemberwetter? Der Wettertrend der letzten Tage war für die tieferen Lagen mit nasskaltem Wetter sehr eindeutig, fraglich bleibt es für Lagen oberhalb etwa 500 Meter, ob hier der Winter mit einer geschlossenen Schneedecke Einzug halten kann. Im Detail kommt es auf ein umfangreiches Tiefdrucksystem an, welches sich von Skandinavien bis nach Nordafrika erstrecken wird. Am Mittwoch folgt von Grönland ein weiteres Tief und "rutscht" auf der Ostseite des nach Norden strebenden Hochdrucksystems auf dem Atlantik nach Süden ab und regeneriert somit den Trog über Mitteleuropa. Was die kommende Wetterlage im Detail noch unsicher macht, sind die Aufgleit- und Hebungsvorgänge, die in ihrer Position entscheidend über die Form der Niederschläge sein werden. Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit von 54 Prozent wird es bis zum kommenden Freitag südlich der Mittelgebirge oberhalb etwa 400 Meter weiß werden, oberhalb 600 Meter liegt die Wahrscheinlichkeit mit 80 Prozent deutlich höher. Nördlich der Mittelgebirge sind einzelne Schnee-, Schneeregen- und Graupelschauer nicht ausgeschlossen, da in der Höhe mit -3/-7 Grad genügend kalte Luft vorhanden ist um in den labilen Luftschichten für den einen oder anderen Schauer sorgen zu können. Zum Wochenende bleiben die Wettermodelle differenziert. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so legt sich das Azorenhoch quer über England und Skandinavien und blockiert somit die von Norden einfließende kalte Luft. Als Folge daraus zeigt sich das Wetter in Deutschland im typischen November-grau bei Temperaturen zwischen +0/+4 Grad, an der Küste auch bis +8 Grad. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so legt sich das Hoch nicht blockierend über Mitteleuropa, sondern verläuft in seiner Achse diagonal von England nach Skandinavien bis über das westliche Russland, so dass sich über Deutschland eine kalte Nordostströmung durchsetzen kann. Die Temperaturen sinken dabei auf Werte zwischen -2/+3 Grad und besonders südlich der Mainlinie sind weitere Schneefälle möglich. Im Großen und Ganzen sind sich die Wettermodelle ähnlich und im Detail doch verschieden - was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe haben - wenn man so will - einen leicht positiven und zunehmend trockenen Wettertrend, was zunächst einmal für Hochdruckaufbau über Mitteleuropa spricht - ob es nun kalt oder mild wird, entscheidet die Hochdruckposition und wie unsicher diese ist, zeigt das Temperaturspektrum bspw. am 25. November mit Tageswerten zwischen -4/+5 Grad und einem Mittelwert von +0 Grad. Schaut man sich die Höhenströmungen an, so wirkt die Großwetterlage konfus. Auffällig ist, dass sich die blockierende Wirkung des Hochdrucksystems auf dem Atlantik weiterhin auf das Wettergeschehen in Mitteleuropa auswirken wird. Anders ausgedrückt kann man die aktuelle Wettersituation als Übergangswetterphase bezeichnen. Aber wohin tendiert der Übergang - Erhaltungsneigung oder Ausgleichsverhalten, Winter, nasskalt oder stürmisch und mild? Der Blick auf den Polarwirbel zeigt diesen in der Stratosphäre zunächst Kugel-rund und mit Kerntemperaturen von bis -76 Grad in intaktem Zustand. Zum 22. November hin nimmt er eine zunehmend ovale Form an und erstreckt sich in der Achse von der Bering-See bis nach Sibirien. Das wird in den darauf folgenden Tagen bis zum 25. November Folgen für die unteren Luftschichten haben, so wird bspw. in unterschiedlichen Ansätzen die Kerntiefdruckaktivität vom Atlantik über Skandinavien und Sibirien weiter nach Osten verlagert. Wiederholte Trogausbrüche über Mitteleuropa mit den unterschiedlichsten Niederschlagsformen sind trotz den leicht positiven Wettertrend der Kontrollläufe zum heutigen Stand zwischen dem 25./30. November die wahrscheinlichste Variante. Daneben ist eine aktiv milde und windige Westwetterlage zum Monatswechsel nicht unwahrscheinlich, da der Kältepol bei Grönland mit entsprechenden Kaltluftausbrüchen in Richtung Neufundland weiterhin die Wetterküche auf dem Atlantik anheizten wird. Im Verhältnis zueinander liegen beide Varianten 55:45. Von einem "richtigen" und nachhaltigen Wintereinbruch ist in den aktuellen Simulationen über Deutschland nichts zu erkennen. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr ein Update dieser Wetterprognose. Die nächste Aktualisierung erscheint gegen 14:00 Uhr in einer neuen Schneeprognose für die kommenden Tage.
Update:
Hochdruck wird zwischen dem 23./30. November zunehmend wahrscheinlicher. Dabei gleicht sich das Europäische dem amerikanischen Wettermodell an und positioniert die Hochdruckachse über Skandinavien in einer West-Ost Ausrichtung, so dass in Deutschland eine relativ kühle Inversionswetterlage wetterbestimmend sein kann. Dabei ist es in den unteren Schichten oft neblig-trüb und mit Temperaturen um -2/+2 Grad auch nicht sonderlich warm. In höheren Lagen und entlang der Küste kann die Sonne bei Temperaturen bis +7 Grad des Öfteren zum Vorschein kommen. Die Prognosegüte liegt bei 43 Prozent und ist demnach alles andere als in "trockenen Tüchern".

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