Der seit Wochen dominante Kältepol zwischen dem nördlichen Kanada, Grönland und dem nördlichen Skandinavien bleibt weiterhin präsent und aktiv. Er ist im wesentlichen dafür verantwortlich, dass bei Neufundland in rascher Abfolge teils kräftige Tiefdrucksysteme entstehen und Kurs auf Mitteleuropa nehmen. Seit ein paar Tagen lässt sich entlang der Polarfront eine Wellenbewegung feststellen, der eher "geradlinige" Westdrift erfährt dadurch Turbulenzen, was die Großwetterlage über Mitteleuropa umstellen kann. Dabei wölbt sich das Azorenhoch bei England im Zeitraum zwischen dem 14./16. November auf und transportiert warme Luftmassen gen Norden, was die Tiefdruckaktivität dort weiter antreiben wird. So entsteht zum 16. November mit einen "sagenhaften" Kerndruck von 940 hPa ein Sturmtief über dem nördlichen Skandinavien. Für das "Kältebollwerk" bei Grönland bleibt diese Turbulenz nicht ohne Folgen und wird zunehmend instabil. Diese Chance lässt sich das Azorenhoch nach den Simulationen der beiden Wettermodelle nicht nehmen und wölbt sich gen Norden nach Grönland auf und manifestiert sich erst einmal zu einem Blockadehoch. Auf der Ostseite des Hochs, rutschen Tiefdrucksysteme gen Süden ab und die meridionale Strömung (Nord - Süd) setzt über Mitteleuropa ein. Dabei ist die Position des Hochdrucksystems entscheidend - liegt es weit im Westen, so rutschen die Tiefdrucksysteme vor Mitteleuropa ab und führen auf ihrer Vorderseite warme Luftmassen nach Mitteleuropa. Liegt das Blockadehoch weiter im Osten, so sind die ersten winterlichen Kaltluftvorstöße aus dem Nordmeer nach Mitteleuropa nicht unwahrscheinlich. Am wahrscheinlichsten ist aber nach wie vor auch eine Mixtur aus beiden Varianten, bei der im Zeitraum zwischen dem 18./24. November mit Tageswerten zwischen +2/+7 Grad eher nasskaltes Wetter im Flachland und teils winterliche Optionen in höheren Lagen möglich sind. Die Kontrollläufe bestätigen den nasskalten Wettertrend mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 19. November noch zwischen +2/+10 Grad (Mittelwert +5 Grad) und sinkt bis zum 22. November auf -2/+8 Grad ab (Mittelwert +3 Grad). Über den 24. November hinaus sind weitere Kaltluftvorstöße aus dem Norden durchaus denkbar, so dass im letzten November-Drittel die ersten Schneeflocken bis ins Flachland möglich sind.

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