Die Wellenbewegung entlang der Polarfront schreitet in der Zeit nach dem 15. November weiter nach Osten voran. Als Folge daraus neigt das Azorenhoch dazu sich gen Norden aufzuwölben, was im Zeitraum zwischen dem 15. und 20. November aller Voraussicht nach passieren wird. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit eines Blockadehochs in diesem Zeitraum auf zwischenzeitlich 48 Prozent an und ist damit eine ernstzunehmende Option. Sollte das so eintreten, kommt es auf die Position des Hochdrucksystems an - liegt es im Westen, so kommt es über Mitteleuropa zu sog. Trogwetterlagen (Nord - Süd Richtung), die im Flachland häufig nasskalt (+2/+6 Grad) und in höheren Lagen durchaus winterlich (-2/+2 Grad) sein können. Die zweite Variante besteht aus einer Ostwärtsverlagerung des Hochdrucksystems zwischen England und Skandinavien, was in Deutschland ruhiges, teils aber auch tristes Hochnebelwetter bei -1/+7 Grad zur Folge haben kann. Zunehmend wahrscheinlicher ist in den Kontrollläufen eine trockene Wetterphase zwischen dem 16./18. November. Das Temperaturspektrum liegt bspw. am 17. November bei +1/+9 Grad und erreicht einen Mittelwert von +6 Grad. Zwischen dem 18./21. November kommt Bewegung in die Simulationen der Wettermodelle. In einer Trog-Variante - wie oben beschrieben - wird das Hochdrucksystem im Westen als Blockadehoch simuliert, was über Mitteleuropa eine nasskalte Wetterlage ermöglicht. In der zweiten Variante ist ein Hochdruckrücken quer von England über Skandinavien bis über das westliche Russland nicht ausgeschlossen. Somit sollte die Möglichkeit einer von West - Ost nach Ost - West umgekehrte Strömung in den kommenden Tagen eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden, wäre es doch der Beginn einer erneut gestörten Zirkulation. Eines haben aber beide Varianten zur Folge - der aktive und dynamisch Westdrift wird unterbunden, was eine Abkühlung über Mitteleuropa ermöglicht, wenngleich von Winterwetter im Flachland in den Wettermodellen bis zum 22. November noch nichts zu erkennen ist. So zeigt das Temperaturspektrum am 21. November Werte zwischen -1/+6 Grad bei einem Mittelwert von +3 Grad, was für eine zunehmende Meriodionalisierung der Wetterlage über Mitteleuropa spricht. Anders ausgedrückt steigen im letzten November-Drittel die durchaus winterlichen Optionen an. Blickt man auf den Polarwirbel so wird die meridionale Zirkulation über Mitteleuropa mit einer Ostwärtsverlagerung der Tiefdruckaktivität zwischen dem 17./20. November über das nördliche Sibirien und Hochdruck über Grönland unterstützt. Auch das Langfristmodell scheint auf die aktuelle Entwicklung zu reagieren. War in den vergangenen Tagen noch ein deutlich zu warmer Wetterverlauf im November gezeigt worden, so wird dieser nun normal bis leicht zu warm simuliert, was ebenfalls für einen kälteren Abschnitt im letzten November-Drittel spricht. Für die Wintermonate Dezember, Januar und Februar hat sich kaum etwas geändert: normal bis leicht zu warm und im Süden eine leicht erhöhte Niederschlagsneigung.

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