Der Polarsturm über der Barent-See mit 950 hPa zwischen dem 5./8. November zeigt zum 10. November eine entsprechende Gegenreaktion in Form eines Hochdrucksystems (1050 hPa) über dem westlichen Alaska. Anders ausgedrückt wird der Polarwirbel in die "Mangel" genommen und drückt man Luft zusammen, so weicht diese - vereinfacht ausgedrückt - an anderer Stelle aus; Wellenbewegungen in der Stratosphäre werden die Folge daraus sein. Diese Entwicklung lässt sich bereits seit Tagen beobachten, so dass es im Zeitraum zwischen dem 11./16. November ein überwiegend wetterbestimmendes Hochdrucksystem über Mitteleuropa wahrscheinlicher wird (49 Prozent). Eine weitere Variante ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 34 Prozent eine anhaltende dynamisch aktive Westwetterlage wie es bereits aktuell der Fall ist. Ein nachhaltiger Wintereinbruch ist mit 17 Prozent bis zum 15. November unwahrscheinlich geworden. Aber eines lässt sich nach Durchsicht der Wettermodelle feststellen - der dominierende Westdrift kommt mit den Wellenbewegungen in der Stratosphäre zunehmend aus dem Tritt, wenngleich die "Kältemaschine" über Grönland intakt bleibt. Der Polarwirbel verschiebt seinen Kern weiter nach Südwesten und positioniert sich mit -72/-76 Grad über Grönland, dem nördlichen Skandinavien und Sibirien. Auf der gegenüberliegenden Seite ist es mit -36 Grad relativ "mild" - zum Vergleich: über Deutschland erreichen die Luftmassen der Stratosphäre -56/-60 Grad. Das zeigt wie weit der Polarwirbel nach Süden verschoben sein wird. Sofern das eintritt lässt sich ableiten, dass die Polarfront entlang des Jetstreams ebenfalls nach Süden verlagert wird. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit nach dem 15. November für entsprechend kalte Trogwetterlagen (Druckabfall der Höhenströmung; Nord-Süd zwischen Island, England), die durchaus für den einen oder anderen Schneeschauer über Deutschland sorgen können. Ob es für einen Wintereinbruch reichen wird oder ob es nur zu einer nasskalten Wetterphase führen wird, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten. Die Kontrollläufe stützen das wechselhafte und teils windige Wetter bis zum 11. November, darüber hinaus ist zwischen dem 12./18. November eine ruhige Wetterphase zu erkennen, wobei die Dynamik zum 17./19. November wieder ansteigt. Die Temperaturen unterliegen dem Wechselspiel der Vorder- und Rückseite der Tiefdrucksysteme und bleiben mit +5/+12 Grad für die Jahreszeit zu mild. Das Temperaturspektrum zeigt am 9. November Temperaturen zwischen +7/+15 Grad (Mittelwert +10 Grad) und sinkt zum 13. November auf +4/+10 Grad (Mittelwert +6 Grad) ab, somit haben die Temperaturen im zweiten November-Drittel eine negative Trendentwicklung.

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