Bis zu -35 Grad werden über Grönland in den höheren Luftschichten bis zum 9. November erreicht. Damit ist im ersten November-Drittel der Westdrift im Wettergeschehen gesetzt. In raschen Abständen "rasen" die Tiefdrucksysteme auf Mitteleuropa zu und können Phasenweise eine kühlere Nordwest- oder eine wärmere Südwestströmung einleiten - von langer Dauer sind jedoch beide nicht. Damit die aktiv dynamische Frontalzone unterbunden, bzw. blockiert werden kann, bedarf es einer Aufwölbung des Azorenhochs gen Norden, so lange aber zwischen Neufundland und Island die Wetterküche um den Kältepol herum aktiv ist, ist ein aufwölben unmöglich. Anders ausgedrückt muss der Kältepol nach Osten verschoben werden, damit der Westdrift unterbunden werden kann. Erste Ansätze gab es bereits in den vergangenen Tagen in den Simulationen der Wettermodelle zwischen dem 9./13. November - jedoch bleibt die Wetterdynamik auf dem Atlantik weiterhin aktiv, so dass ein möglicher Kaltlufteinbruch nur von kurzer Dauer sein wird. Die mit 43 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit liegt bei einem Fortbestand der wechselhaften und windigen Westwetterlage bis zum 12./15. November. Und wie sieht es mit einem Wintereinbruch aus? Zwar hat ein nachhaltiger Wintereinbruch zum aktuellen Stand bis zum 15. November nur eine Wahrscheinlichkeit von 18 Prozent, er ist jedoch in höheren Lagen nicht gänzlich unmöglich. Einige Kontrollläufe zeigen im Zeitraum zwischen dem 8./13. November die Tendenz zu Hochdruck über dem Atlantik, was über Mitteleuropa durchaus zu einer Troglage führen kann - Schnee in höheren Lagen und nasskaltes Wetter in tieferen Lagen wäre die Folge daraus. Die Kontrollläufe haben mehrheitlich bis zur Monatsmitte eine leicht zu warme und wechselhafte Tendenz. Das Langfristmodell simuliert das Wetter im November normal bis leicht zu warm und in der Niederschlagserwartung sind keine Auffälligkeiten zu erkennen. Das lässt daraus schließen, dass die zweite November-Hälfte demnach hochdruckdominiert sein könnte, was aber nur selten Sonnenschein zu Folge hat, vielmehr ist bei Hochdruck tristes Herbstwetter zu erwarten. Die Wintermonate Dezember, Januar und Februar werden weiterhin als normal bis leicht zu mild und etwas zu nass simuliert.

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