Der Kaltlufttropfen vom kommenden Donnerstag zieht bis zum Sonntag weiter nach Frankreich und wird zunehmend schwächer. So zieht am Samstag die Starkniederschlagsfront nach Norden hin ab und die ersten sonnigen Lücken machen sich von Süden her bemerkbar. Die Temperaturen bleiben mit +8/+13 Grad auf niedrigem Niveau. Ab Sonntag "kreiselt" der Kaltlufttropfen zwischen Frankreich, dem westlichen Deutschland und den Niederlanden hin und her und sorgt vor allem in der Westhälfte bis zur Monatsmitte für wechselhaftes Wetter. Etwa östlich der Linie Hamburg - Zugspitze bleibt es hingegen weitgehend trocken. Die Temperaturen erreichen bei Regen und starker Bewölkung Werte zwischen +8/+13 Grad, während mit etwas Sonnenschein auch bis +14/+18 Grad möglich sind. Das Kaltluftereignis ist scheinbar nur von kurzer Dauer - aber der Schein kann trügen. Die Kaltluftansammlung wird zum 12. Oktober mit einen Orkantief (975 hPa) über der Barentssee von Grönland bis über das nördliche Skandinavien transportiert - somit entsteht dort eine "neue Wetterküche". Das Hochdrucksystem spielt mit und blockiert das Wetter vom Atlantik her kommend (Blockadehoch), so dass die Tiefdruckausläufer aus dem Norden in Richtung Süden "abtropfen" können. Wechselhaftes Wetter mit Regen, bzw. Schauern bei Temperaturen zwischen +1/+9 Grad wären zwischen dem 15./20. Oktober nicht unwahrscheinlich. Eine weitere Variante besteht in der Option, dass die atlantische Frontalzone etwas dagegen haben wird und sich mit einem langwelligen Tiefdrucksystem vor England positioniert, was über Deutschland eine südliche und warme Luftströmung ermöglicht. Aber auch diese Variante ist nicht von langer Dauer, da die Kaltluft über das nördliche Europa einsickert - in Folge daraus ist mit den ersten Sturmtiefvarianten über Mitteleuropa im letzten Oktober-Drittel zu rechnen. Zusammenfassend ist die kommende Wetterentwicklung komplex und vereinfacht ausgedrückt sind die kommenden Tage bis zum 20. Oktober als typisch herbstlich zu bezeichnen, wobei im letzten Oktober-Drittel das Sturmtiefpotential eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit hat. Sollte das tatsächlich so eintreten, so ist erstmals die seit langem präsente "gestörte Zirkulation" in Gefahr - die atlantische Frontalzone scheint einen neuerlichen Anlauf zu wagen um über Mitteleuropa "aufzuräumen". Das könnte den Wintereinzug im November verzögern, da mit mildem Westwetter kaum eisige Temperaturen möglich sind - die Bedingung hierfür ist eine Beruhigung der Wellenbewegung in den höheren Luftschichten und eine Regenerierung des Jetstreams. Das ist nach dem aktuellen Simulationen nicht der Fall - der Kaltluftkörper des Polarwirbels verschiebt sich im Kern auf die Grönlandsee und ist damit deutlich zu weit nach Süden ausgerichtet. So liegt die Struktur in der Stratosphäre mit bis -60 Grad über dem südlichen Skandinavien. Was bedeutet das? Dem Jetstream werden damit alle Möglichkeiten einer Normalisierung genommen, da er quasi über die Mittelmeerregion verlagert wird. Betrachtet man ausschließlich diese Faktoren wird die "gestörte Zirkulation" weiterhin anhalten, wobei die ersten - ernsthaften - Kaltlufteinbrüche über Deutschland im letzten Oktober-Drittel denkbar sind.

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