Die Simulationen der Wettermodelle sprechen heute eine eindeutige Sprache - auf den teils "goldenen Oktober" folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit im zweiten Oktober-Drittel das typisch nasskalte Herbstwetter. In den vergangenen Tagen zeigte sich eine Verschiebung des Kältepols von Grönland nach Osten in Richtung Skandinavien. Das Hochdrucksystem, welches bis Mittwoch in Deutschland wetterbestimmend ist, verlagert sich nach England und wölbt sich im weiteren Verlauf in Richtung Norden auf. Somit bleibt die gestörte Zirkulation erhalten und das Hochdrucksystem wirkt wie eine Blockademauer gegen die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik - die atlantische Frontalzone mit ihrem windigen Westwetter ist heute eher unwahrscheinlich geworden. Stattdessen konzentrieren sich die Tiefdrucksysteme um den Kältepol, welcher zum 11./13. Oktober über dem nördlichen Skandinavien liegt. Deutschland gerät in dieser Konstellation in eine nördlich ausgerichtete Strömungskomponente, was zahlreiche Schauer und wechselhaftes Wetter zur Folge hat. Die Temperaturen sinken in dieser kühlen Luft auf Tageswerte zwischen +7/+14 Grad ab, mit Sonne etwas darüber, bei Regen auch etwas darunter. Unter "günstigen" Bedingungen sind die ersten Schnee- und Graupelschauer in den höheren Lagen nicht ausgeschlossen und die ersten verbreiteten Nachtfröste sind denkbar. Wie wahrscheinlich ist diese Variante? Es kommt in dieser Konstellation der Wettersysteme auf die kleinen Details an und dieses kleine aber feine Detail ist bereits am Montag in den Simulationen der Wettermodelle "versteckt". Entlang der Gradientengrenzlinie zwischen Hoch und Tief kann sich zum Montag eine "Welle" vor England bilden, die im weiteren Verlauf das gesamte Tiefdruckkonstrukt in Richtung Skandinavien zieht. Das Hoch weicht nach Westen hin aus, richtet seine Achse nach Nord-Süd aus, so dass auf dessen Rückseite die kalte Luft nach Deutschland einsickern kann - anders ausgedrückt ist die nasskalte Variante mit 58 Prozent sehr wahrscheinlich geworden. Auch die Kontrollläufe stützen den "Temperatursturz" von 5/13 Grad zum 10. Oktober. Gibt es noch Alternativen? Auch die gibt es noch reichlich zwischen dem 12./15. Oktober, denn Erfahrungsgemäß bleibt ein Hoch zwischen England und Skandinavien für längere Zeit wetterbestimmend - gut möglich, dass sich das Hoch wieder nach Skandinavien verlagert wird. Die "Gefahr" die dabei entsteht ist ein ein gekapseltes Alpentief, welches von Skandinavien her abtropft und mit dem nachrückendem Hoch abgeschnürt und auf Position gehalten wird. Teils kräftige und intensive Regenfälle wäre die Folge daraus, wobei mit östlichen bis nordöstlichen Windrichtungen teils wärmere Luftmassen advehiert werden können. Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Wettervorhersage für Oktober weiterhin normale Temperaturen und ein normales Niederschlagsverhalten. Der November fällt ebenfalls noch in die Kategorie normaler Wetterablauf, wobei die Niederschlagsneigung etwas erhöht ist. Die Wintermonate Dezember, Januar und Februar fallen hingegen unterschiedlicher aus. Der Dezember normal bis leicht zu kalt und normal in der Niederschlagsprognose, der Januar leicht bis deutlich zu warm und zu nass, der Februar wieder weitgehend normal. Entscheidend für das Winterwetter wird sein, ob sich die gestörte Zirkulation auch noch über die Wintermonate hinweg halten kann (Erhaltungsneigung), oder ob nicht früher oder später die atlantische Frontalzone mit relativ mildem Wetter das Wetter beeinflussen wird (Ausgleichsverhalten).

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