Die Konstellation der Wettersysteme in der kommenden Woche bereitet den Meteorologen seit ein paar Tagen "Kopfzerbrechen". Das dominierende Hochdrucksystem, welches sich in den kommenden Stunden über Mitteleuropa aufbauen wird, sorgt mit unterschiedlichen Verlagerungssimulationen für diese Unsicherheiten. Beide Wettermodelle simulieren ab dem 25. September Hochdruckaufbau über Grönland, was die Tiefdrucksysteme und damit auch den Jetstream weiter nach Süden verlagern wird. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so bleibt zwischen dem Grönland- und dem mitteleuropäischen Hoch die Verbindung bestehen, was dem Wesen einer gestörten Zirkulation entspricht. Denn auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems sorgt das skandinavische Tiefdrucksystem mit einer nördlichen Strömung über dem nördlichen Europa für kühleres und wechselhaftes Wetter für die Gebiete etwa nördlich der Mittelgebirge. Südlich der Mittelgebirge macht sich von Südwesten her die nach Süden abgelenkten Tiefdrucksysteme ebenfalls mit wechselhaften, aber mit bis zu +20 Grad warmen Temperaturen bemerkbar. Wenn die Grenzen zwischen warmen und kühlen Wetter so eng beieinander liegen, reicht schon eine minimale Positionsveränderung für komplett anderes Wetter. Etwas anders ist die Simulation des europäischen Wettermodells - hier baut sich über Grönland vom Nordmeer her das Hochdrucksystem auf, bei dem das mitteleuropäische Hoch über Skandinavien eine Verbindung aufbaut. Somit bleibt der hohe Luftdruck über Mitteleuropa bestehen und Tiefausläufer "graben" sich vor Mitteleuropa in Form eines Troges ein. Im Verbund zwischen Hoch im Osten und Tief im Westen wird mit einer südwestlichen bis südlichen Strömung sehr warme Luft nach Deutschland geführt, wobei Temperaturwerte zwischen +20/+25 Grad möglich sind. Welche Variante ist wahrscheinlicher? Unterteilt man Deutschland in Nord und Süd, so ist im Norden der Durchzug von Wolken- und Niederschlagfelder ab dem 25. September mit 57 Prozent durchaus wahrscheinlich. Im Süden hingegen geht der Trend zu einer weiter anhaltenden Hochdruckdominanz mit relativ warmen Temperaturen bis zum 28./29. September. Das Temperaturspektrum zeigt eindrucksvoll, wie groß die Unsicherheiten in der kommenden Woche sind. So liegt das Spektrum bswp. für den 27. September zwischen +6/+24 Grad und im Mittelwert bei +20 Grad im Süden und +15 Grad im Norden.

Anzeige

 

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!