Für meteorologische Verhältnisse kündigt sich zum 18./20. Februar aus heutiger Sicht eine spannende Entwicklung an - und somit etwas wie eine Entscheidung über das weitere Winterwetter. Das amerikanische Wettermodell bleibt auch heute "stur" bei seinen mit +3/+10 Grad vorfühlingshaften Temperaturen zum 20. Februar, während das europäische Wettermodell ebenso "stur" seine winterliche Variante mit -4/+1 Grad und Schneefällen zum 20. Februar beibehält. Blickt man auf noch weitere Wettermodelle, so erkennt man, dass das amerikanische Wettermodell mit seinen milderen Varianten nahezu alleine da steht. Rein aus der Simulationssicht heraus ist eine Wahrscheinlichkeit für winterliches Wetter höher einzuschätzen, als vorzeitige Frühlingsgefühle. Aber kann sich ein Wettermodell irren? Irren tut sich ein Wettermodell nicht - es ist eine in sich fort schreibende Simulation Aufgrund aktueller Messwerte, welche 4 mal am Tag aktualisiert werden. Und das ist das spannende an der Sache - es können 90% der Simulationen winterliches Wetter zeigen - 10% können sich trotzdem durchsetzen, weil hier die Simulation eben eintrifft und andere Simulationen nicht eingetroffen sind. Deshalb gibt es auch keine Wettervorhersage die zu 100% stimmen kann, sondern sich höchstens daran annähert. Weitere Faktoren müssen also zu den Simulationen hinzugezogen werden und das sind zum einen Singularitäten, welche im Zeitraum zwischen dem 15. und 25. Februar statistisch gesehen mit kalten Temperaturen zu 70% eintreffen. Ein weiterer Faktor ist der bisherige Winterverlauf - mal abgesehen von der zweiten Dezember- und ersten Januarhälfte hatte aktives Atlantikwetter kaum Durchsetzungskraft - das Wetter war überwiegend geprägt durch Trogwetterlagen. Hier kommt die Erhaltungsneigung ins Spiel, welche durch den aktuell negativen AO-Index eher gestützt wird. Auch der NAO-Index zeigt bis auf weiteres keine wesentliche positive Aktivität. Der Jetstream bleibt überwiegend südlich verlagert und hat über Mitteleuropa kaum Struktur. Anders ausgedrückt spricht so einiges für den Verbleib des Winters, zumal sich ganz sachte zum 20. Februar hin das nächste major warming in der Polarregion ankündigt, was als Indiz für einen März-Winter gewertet werden kann. Aber das Wetter ist bekanntlich immer für Überraschungen gut. Die Kontrollläufe geben jedenfalls noch keine eindeutige Richtung vor, jedoch geht die Tendenz gegenüber gestern um etwa 4 Grad nach unten.
Update:
Vom Grundsatz her sind nun alle Wettermodelle ab dem 19. Februar wieder auf winterlichem Kurs, auch das amerikanische Wettermodell.

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