Die winterliche Wetterentwicklung steht bis zum Donnerstag nahezu sicher fest. Darüber hinaus deuten sich größere Unsicherheiten in den Simulationen der Wettermodelle an, da die Position des skandinavischen Hochdrucksystems unterschiedlich gerechnet wird. Auf den Umstand der möglichen Milderung zum 17./19. Februar hin haben wir in den vergangenen Tagen bereits hingewiesen, allerdings ist das, was das amerikanische Wettermodell heute morgen simuliert hat eine ganz andere Hausnummer. Hierbei geht es nicht um eine Milderung, sondern um einen vor-frühlingshaften Witterungsabschnitt. Nun neigt das amerikanische Wettermodell in diesem Winter des Öfteren zu Sprunghaften Varianten um im Anschluss sich dann doch in die Simulationen der anderen Wettermodelle einzugliedern. Ist das eine Schwäche des Modells? Keineswegs - Simulationen sind dazu da, um Aufgrund aktueller Messwerte das wahrscheinlichste Szenario zu ermitteln. Die Arbeit des Meteorologen liegt darin, aus dieser numerischen Wettervorhersage die wahrscheinlichste Variante zu ermitteln. Schlecht beraten ist der, der sich nur auf ein einziges Modell verlässt. Schluss mit dieser Nebensächlichkeit, zurück zum Wetter - wie wahrscheinlich ist das Eintreten der amerikanischen Simulation? Im Grunde wird die Hochdruckbrücke zwischen den Azoren und Skandinavienhoch nach Osten abgedrängt und nahezu "aufgelöst". Gleichzeitig bildet sich ein Trog über den Azoren, so dass sich das eigentliche Azorenhoch nach Spanien verlagert - somit gelangt Mitteleuropa zunehmend in eine Südwestströmung. Der Blick auf die anderen Wettermodelle zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Milderung in gewissen Maße zunimmt, jedoch grundlegend Hochdruck über Skandinavien wetterbestimmend ist. Das europäische Wettermodell simuliert nur eine leichte Milderung auf -3/+3 Grad, wobei im weiteren Verlauf die Hochdruckbrücke über Mitteleuropa mit anschließend selbständigem Hoch über England/Island zum 17./19. Februar hin den Trogvorstoß arktischen Ursprungs noch in den Bereich des Möglichen stellt. Meteorologen werden in den kommenden Tagen kein leichtes Spiel haben, denn der Blick auf die Kontrollläufe zeigt, dass die Wahrscheinlichkeiten bei sowohl als auch liegen. Das Langfristmodell zeigt für Februar weiterhin eine negative Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittel von -2/-0,5 Grad. Worin liegt die Ursache der plötzlich möglichen Milderung? So plötzlich ist sie nicht, denn das beendete major warming zum Ende Januar lässt dem Polarwirbel etwa 7 bis 14 Tage Zeit, eher dieser sich normalisiert. Der Blick auf dem Polarwirbel bestätigt diese plötzliche Phänomen - der bisweilen gesplittete Polarwirbel zentralisiert sich um den 16./18. Februar zunehmend, was den Jetstream um ihn herum "anheizen" würde. Nun kommt ein zweiter Fakt hinzu, der die Sache nicht einfacher macht - der zunehmend höhere Sonnenstand, der den Polarwirbel in Schwingungen (Wellenbewegung) versetzen wird. Nicht umsonst gibt es zum Ende des Winters die meisten Polarwirbelsplits und Trogvorstöße. Der eine Umstand kann den Anderen aufheben nicht verwunderlich also, dass es derzeitig viele Optionen gibt, wie sich die kommende Großwetterlage einstellen könnte. Am interessantesten wäre da noch eigenständiges Hochdrucksystem über England, welches sich wie "Seife in der Badewanne" verhält - es "flutscht" schnell in die eine oder andere Richtung. Mehr dazu in einer Aktualisierung dieser Wetterprognose im Laufe des Abends.
Update:
Im Laufe des Tages revidierte das amerikanische Wettermodell mehr und mehr seine sehr milde Simulation vom Morgen und nähert sich wieder den anderen Wettermodellen an. Als wahrscheinliches Wetterszenario gilt weiterhin die Hochdruckaktivität zwischen dem Azoren- und Skandinavienhoch

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