Seit Tagen gehen das europäische und amerikanische Wettermodelle in ihren Simulationen unterschiedliche Wege - besonders markant in den aktuellen Simulationen. Das amerikanische Wettermodell sieht ab dem Wochenende eine Hochdruckbrücke zwischen dem Azoren- und dem Skandinavienhoch, welche kurzzeitig durch "Störsysteme" aus dem Westen durchbrochen wird. Alles in allem aber eine Gradientschwache Lage über Deutschland, so dass die Tageswerte oberhalb etwa 400 Meter im Dauerfrostbereich liegen werden, darunter sind Positive Werte zwischen 0/+2 Grad möglich. Nachts gibt es mit -1/-7 Grad meist leichten bis mäßigen Frost, bei Aufklaren und über Schnee auch darunter. Niederschläge sind demnach kaum zu erwarten. Ganz anders hingegen das europäische Wettermodell, welches zum Wochenbeginn am 11. Februar ein Tiefausläufer von England über Frankreich bis in das Mittelmeer "abtropfen" lässt. Normalerweise tropfen solche Systeme relativ fix in Richtung Mittelmeer ab, wobei in der heutigen Simulation das Tief recht lange über Frankreich verweilt. Somit kann in der Höhe milde Luft über süd- bis südöstliche Richtungen nach Deutschland geführt werden, was den Niederschlag zunehmend in Regen übergehen lässt. Zudem intensiviert sich das Tief im weiteren Verlauf über dem Mittelmeer nicht mehr, so dass von Westen her die Hochdruckbrücke "durchbrochen" wird und sich das Skandinavienhoch nach Osten zurück zieht. In den vergangenen Tagen gab es immer wieder einmal solche Simulationen und es zeigt die Ungewissheit der Hochdruckausbildung ab dem 11. Februar. Verfolgt man die Simulation des europäischen Wettermodells weiter, so ist ein nasskalter Abschnitt zwischen dem 12.-18. Februar zu erkennen, wobei das sibirische Hoch in "Lauerstellung" liegt. Was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe zeigen größere Schwankungen ab dem 11. Februar, wobei das Temperaturspektrum zum 15. Februar zwischen -2/+2 Grad und im Mittel um 0 Grad liegt - somit ist zum aktuellen Stand die gradientenschwache "Gammelwetterlage" des amerikanischen Wettermodells plausibler. Der Blick auf den Polarwirbel zeigt eine zunehmende Zentralisierung des Wirbels Aufgrund des hohen Druckgebildes über Sibirien (der Schiebt den Teilcluster zentralisierend in die Mitte). Entspricht das einer Normalisierung des Polarwirbels? Zum aktuellen Stand (noch) nicht, denn der ostsibirische Teil des Hochdrucksystems geht eine Brücke mit dem kanadischen Hochdrucksystem ein, wobei zunehmend auch über Neufundland kommend sich Hochdruck mit in das Spiel einbringen wird. Deshalb verwundert es auch nicht, dass der AO-Index im weiteren Verlauf wieder negativer gerechnet wird. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten - im Laufe des Abend erfolgt eine Aktualisierung dieser Wetterprognose.
Update:
Beide Wettermodelle haben sich im Laufe des Tages zueinander angepasst. Das amerikanische Wettermodell sieht wie das europäische Wettermodell am 11. Februar das abtropfende Tiefdrucksystem über Frankreich in Richtung Mittelmeer. Demnach kann es am Montag etwa südlich der Mainlinie weitere Niederschläge geben, wobei noch abgewartet werden muss, welche Zugbahn und Warmluftadvektion das Tiefdrucksystem hat - zum aktuellen Stand sollte der Niederschlag als Schnee niedergehen. Darüber hinaus bleibt beim typisch mitteleuropäischen Winterwetter - in den Niederungen tagsüber leichte Plusgrade, oberhalb 400 Meter winterlich.

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