Der Blick auf die Simulationen der Wettermodelle zeigt eines recht deutlich - eine erneute Zunahme der Westwindwetteraktivität ist bis zum 13. Februar als unwahrscheinlich zu bezeichnen. Insgesamt wird das Wetter über Mitteleuropa zunehmend Gradientenschwach, was die Temperaturen Tag für Tag etwas niedriger macht (lokale Auskühlungs- und zunehmende Abstrahlungseffekte). Zudem breitet sich in den kommenden Tagen in den südlichen Landesteilen etwa oberhalb 300 Meter eine relativ dicke Schneedecke aus, was die Temperaturen - vor allem in den aufklarenden Nächten - noch weiter runter zieht. So werden im Temperaturspekrtum der Kontrollläufe zum 13. Februar Tageswerte zwischen -10 bis +1 Grad, im Mittel -2 Grad ausgegeben. Das zeigt, wohin der Wettertrend geht. Was noch unklar ist, wie sich die neue Großwetterlage einstellen wird. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so baut sich über dem westlichen Europa eine schwache Hochdruckbrücke zwischen dem Azoren- und Skandinavienhoch auf, die zum 14. Februar durch Atlantikeinfluss kurzzeitig durchbrochen werden kann - alles in allem bleiben die Tagestemperaturen demnach bis zum 20. Februar weitestgehend um 0 Grad relativ winterlich, wenngleich auch (noch) keine Extremtemperaturen zu erwarten sind. Das europäische Wettermodell zeigt eine zunächst ähnliche Entwicklung, wobei das Azorenhoch noch einmal in Richtung Grönland "Aufkeilen" kann. Dadurch wird ein Abtropfprozess eines Tiefdrucksystems zum 11. Februar über das Mittelmeer unterstützt, was z.T. kräftige Schneefälle im Westen und Süden zur Folge hat. Im weiteren Verlauf wird im europäischen Wettermodell die Hochdruckbrücke Azoren-/Skandnavienhoch unterstützt, was im Anschluss relativ trockenes, teils trübes Winterwetter mit Temperaturen überwiegend im Dauerfrostbereich bedeutet. Auch demnach sind (noch) keine Extremtemperaturen wie im Februar vergangenen Jahres zu erwarten. Der Grund liegt darin, dass sich mit der Hochdruckbrücke eine nordöstlich gerichtete Grundströmung einstellt - in diesen Regionen fehlt aber die Kälte, so dass die negativ Temperaturen durch Abstrahlung etc. "selbst und vor Ort produziert" werden. Die Betonung liegt dabei auf "noch", denn Blickt man noch etwas weiter in die Zukunft, so sieht man von Nordosten her das sibirische Hochdrucksystem seine Fühler nach Mitteleuropa ausstrecken - das hätte Potential für kältere Temperaturen, die aber in diesen Regionen aktuell auch noch nicht vorhanden sind. Das sibirische Hoch könnte aber auch einen gegenteiligen Effekt herbeiführen, welcher bereits ab Mitte Dezember 2012 für alle spürbar war, denn in "falscher" Position kann dies über Mitteuropa auch zu einer milden Süd- bis Südwestströmung führen. Zusammenfassend zeigt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit das Wetter bis 15. Februar winterlich, örtlich nasskalt und oberhalb 400 Meter tief winterlich. Darüber hinaus muss abgewartet werden, wie sich die Hochdrucksituation entwickelt - zum heutigen Stand ist ein Fortbestand der winterlichen Wetterlage bis in das letzte Februar Drittel nicht unwahrscheinlich und würde zum bisherigen Winterverlauf passen. Im Laufe des Abends erfolgt eine Aktualisierung dieser Wetterprognose.
Update
Es bleibt dabei - das amerikanische und europäische Wettermodell zeigen unterschiedliche Lösungsansätze bezüglich der Position des Hochdrucksystems bei Skandinavien ab dem 12. Februar, wobei das winterliche Wetter nach beiden Simulationen bis 15. Febraur als wahrscheinlich erscheint. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, könnte das Winterwetter noch mit einem "erstarkten Skandinavienhoch" eine "Kür" bis in das letzte Februar Drittel hinein hinlegen

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