Winterfreunde sollten die winterlichen Verhältnisse noch bis zum Sonntag "auskosten", denn im weiteren Verlauf übernimmt die atlantische Frontalzone mit teils nasskalten, teils sehr mildem Wetter das Zepter. Diese westlich geprägte Wetterlage wird sicherlich bis zum nächsten Wochenende anhalten, wobei stürmische Winde, teils auch Schnellläufer nicht ausgeschlossen sind. Über Langeweile können sich die Meteorologen in den kommenden Tagen sicherlich nicht beschweren. Aber wie geht es weiter - kommt der Winter rasch zurück oder bleibt es nun eine Weile lang bei nasskaltem Wetter? Blickt man auf die Wettermodelle, so ist die Frage schnell beantwortet - bis zum 5. Februar ist nasskaltes Wetter deutlich wahrscheinlicher als winterliche Verhältnisse. Warum? Der Kaltluftzustrom auf dem Atlantik wird nicht unterbunden, so können in raschen Abständen neue Tiefdrucksysteme entstehen, welche ungehindert über Mitteleuropa hinweg rauschen können, da das Azorenhoch (zunächst noch) "flach wie eine Flunder" daliegt. Soweit die Modellsimulationen - betrachtet man das Wettergeschehen und die damit zusammenhängenden Unsicherheiten muss man zum 26./27. Januar das gewaltige Tiefdrucksystem auf dem Atlantik mit einem Kerndruck von bis 930 hPa abwarten. Auch die kalte Luft bleibt über dem nördlichen Europa weitestgehend erhalten und ein zentral steuerndes Tiefdrucksystem über Island/England ist nicht zu erkennen, stattdessen sind es zwei wesentlich steuernde Systeme bei Grönland und östlich von Skandinavien. Der Blick auf dem Polarwirbel bestätigt diese Aktivität, er zeigt sich bis Anfang Februar hinein weiterhin gesplittet mit Teilsystemen über dem östlichen Kanada, östlichen Skandinavien und dem östlichen Sibirien. Gut möglich, dass sich noch im Verlauf des ersten Februar Drittels das Azorenhoch dazu animieren lässt, sich aufzuwölben und ein Blockadehoch auf dem Atlantik entstehen lässt, was im weiteren Verlauf das winterliche Wetter erneut nach Deutschland bringen kann. Was zeigt der AO-Index? Der bleibt bis in den Februar hinein negativ. Der NAO-Index? Der zeigt sich unentschlossen neutral. Und die Kontrollläufe? Die zeigen einen kontinuierlichen Temperaturrückgang im ersten Februar Drittel, so dass das Temperaturspektrum z.B. am 5. Februar zwischen -3/+5 Grad liegt (im Mittel +3 Grad). Auch das Langfristmodell zeigt in seiner Wettervorhersage für den Februar weiterhin normales bis leicht zu kaltes Wetter mit einem leicht zu nassen Süden. Zusammenfassend wird es zunehmend nasskalt - der Winter bleibt jedoch in "Lauerstellung". Im Laufe des Abends erfolgt eine Aktualisierung dieser Wetterprognose.
Update
In der kommenden Woche wird das Wetter alles andere als langweilig - je nach Simulation ist der eine oder andere Schnellläufer vorprogrammiert - neben den nasskalten bis milden Temperaturen dürfte der Wind die große Rolle beim Wetter spielen. So sind bereits zur Mitte der kommenden Woche Windgeschwindigkeiten zwischen 80-100 km/h möglich. Weiterhin sehen die Wettermodelle den milden Wettertrend bis in die ersten Tage des Februars hinein. Dabei gehen die Simulationen bereits zum 2. Februar deutlich auseinander, was wohl in dem oben angedeuteten Verhalten des Polarwirbels begründet ist. In der Theorie sollte sich das Azorenhoch aufwölben - tut es nach dem amerikanischen Wettermodell auch, jedoch für Freunde des Winterwetters in einer falschen Position. Das europäische Wettermodell simuliert dagegen die Aufwölbung des Azorenhoch direkt über dem Atlantik zum 2./3. Februar hin. Alles ist möglich - zuerst sollte aber die Milderung und das "monströse" Tiefdrucksystem mit Kerndruck von 930 hPa am Wochenende abgewartet werden.

Anzeige

 

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!