Die Würfel scheinen gefallen zu sein - die Frontalzone, mitsamt nasskaltem und stürmischen Wetter, wird bereits Ende Januar den meisten Schnee unterhalb 600 Meter in Deutschland dahin schmelzen lassen. In den ersten Februar Tagen bleibt aller Voraussicht nach das wechselhafte und nasskalte Wetter erhalten, man erkennt aber schon heute, dass die turbulente Wetteraktivität auf dem Atlantik zum Beginn des Februars allmählich nachlässt und sich das bisher "flache" Azorenhoch allmählich aufwölben kann. Daraus könnte sich rasch eine Hochdruckblockade auf dem Atlantik bilden, was eine erneute Troglage mit winterlichem Wetter in Mitteleuropa zur Folge haben wird. Wie steht es generell um das Winterwetter? Das major warming hat seinen Höhepunkt bereits Anfang des zweiten Januar Drittels überschritten und die Situation sollte sich gegen Ende Januar weitestgehend normalisiert haben. Die Geschehnisse in der Startosphäre wirken sich in ihrer Wirkung meist 7-14 Tage zeit verzögert aus, so dass nach dem ersten Februar Drittel der Polarwirbel seine Aktivität wieder aufnehmen könnte - die Wahrscheinlichkeit für Polarwirbelsplits wird wohl abnehmen. Der AO-Index zeigt aber bis Mitte Februar negative Werte, wobei sich der NAO-Index auf Normalniveau bewegt. Mildes oder winterliches Wetter, was ist wahrscheinlicher? Die Szenarien von nasskaltem Westwindwetter und einer winterlichen Troglage über Deutschland sind in ihrer Gewichtung nahezu gleich zu setzen. Warum? Es gibt in der Meteorologie zwei Theorien - die Erhaltungsneigung, bei der sich die ursprüngliche Großwetterlage kurzzeitig gestört zeigt, sich im weiteren Verlauf aber wieder einstellt (Winter 2009/2010). Die andere Theorie ist das Ausgleichsverhalten - die zuvor lang anhaltende Großwetterlage wird durch eine gegenteilige Großwetterlage abgelöst. Entscheidend wird wohl das erste Februar Drittel werden - schafft es das Azorenhoch eine nachhaltige Atlantikblockade aufzubauen, so sollte das Winterwetter rasch zurückkehren, in anderem Fall wird es wohl bei kurzen winterlichen Episoden bleiben. Das Langfristmodell simuliert weiterhin relativ normale Temperaturen in Deutschland mit dem Trend zu etwas zu kalten und trockenem Wetter im Norden, während der Süden etwas zu nass ausfallen könnte. Eine Aktualisierung dieser Wetterprognose erfolge im Laufe des Abends.
Update
Das sich die Milderung durchsetzen wird, steht zwischenzeitlich außer Frage. Der Höhepunkt der Milderung könnte aber bereits am Mittwoch mit Tagestemperaturen von +6/+12 Grad überschritten sein, denn im weiteren Verlauf wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach nasskaltes Wetter einstellen. In den ersten Februar Tagen ist zudem mit wechselhaftem Wetter zu rechnen, wobei die Schneefallgrenze zwischen 300 und 900 Meter schwanken wird. Ein erneutes winterliches Szenario ist nach den aktuellen Simulationen frühestens zum 4./6. Februar zu erwarten

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