Weiterhin werden von den Wettermodellen unterschiedlichste Variationen simuliert. Mal ist es eine milde Südwest- bis Westwetterlage, mal ist es die Hochdruckbrücke von Portugal bis nach Skandinavien reichend. Der wesentliche Unterschied beider Varianten liegt in den zu erwartenden Tageswerten, welche zwischen dem Verbleib der Schneedecke oder einem raschen abtauen entscheidend sind. Aktuell liegt die Tagesspanne für den 30. Januar zwischen -3/+7 Grad. Warum gibt es noch immer solche Unterschiede? Auf den Punkt gebracht liegt es an den massiven Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik mit Kerndruck zwischen 930 hPa bis 950 hPa - je intensiver die sind, desto kleinräumiger werden diese skaliert (Eindrehung) - die Zugrichtung ist dennoch West, wobei sich das Azorenhoch - vereinfacht ausgedrückt - "anziehen" lässt. Anders ausgedrückt "schießen" die Tiefdrucksysteme - je nach Intensität - mal Richtung Island/Grönlandsee mit Hochdruckbrücke Mitteleuropa oder im anderen Fall in das nördliche Skandinavien, was wiederum das Hoch weiter nach Osten bewegt und somit die Bahn für die milde Luft aus dem Westen frei wird. Kleine Bewegung, große Unterschiede. Ab dem Wochenende ist eine Milderung nahezu sicher - was nicht sicher ist, wie stark diese Milderung ausfallen und wie lange diese Bestand haben wird. Auch in den heutigen Simulationen ist es gut möglich, dass die Schneedecke in weiten Teilen von Deutschland bis in den Februar hinein erhalten bleibt (im Osten wahrscheinlicher, als im Westen), da im Falle der westlich gerichteten Hochdruckbrücke die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik verbeleiben und die Temperaturen in Deutschland - Aufgrund der fehlenden Durchmischung - allmählich wieder kälter werden (selbst produzierte Kälte / Abstrahlung). Immerhin wölbt sich das Azorenhoch mal - bisweilen lag es flach herum. Erfahrungsgemäß spricht eine Wölbung in einem etwas entfernteren Zeitraum für eine zunehmende Wahrscheinlichkeit einer Hochdruckblockade auf dem Atlantik und Troglage Mitteleuropa. Zusammenfassend kann man heute sagen, dass zwei Szenarien ab dem 28. Januar wahrscheinlich sind: mildes West- bis Südwestwetter oder relativ kaltes Hochdruckwetter - die Tendenz geht dabei eher zu mildem West- bis Südwestwetter. Blickt man noch etwas weiter in die Zukunft, so zeigt der AO-Index weiterhin negative Werte, was zu erwarten war, da der Polarwirbel weiterhin gestört bleibt. Anfang Februar sind bis zu drei Fragmentierungen zu erkennen, wobei der Jetstream über Mitteleuropa zunehmend eine chaotische Struktur einnimmt. Vorsichtig formuliert könnte man daraus schließen, dass der Winter vorübergehend eine Pause einlegen kann, aber noch nicht vorbei sein wird. Im Laufe des Abends geben wir eine Aktualisierung dieser Wetterprognose heraus.
Update
Das amerikanische Wettermodell simuliert die Hochdruckbrücke weiterhin deutlich weiter im Westen, als es das europäische Wettermodell macht. Demnach wird es mit Tageswerten zwischen -1/+4 Grad zwar deutlich milder als in den vergangenen Tagen, jedoch mit negativen Taupunktwerten von -1/-4 Grad wird der Schnee vor allem im Osten und Südosten nur spärlich dahin schmelzen. Geht es nach dem europäischen Wettermodell wird das kommende Wetter nasskalt und wechselhaft mit einer überwiegend südwest- bis westlich geprägten Wetterlage, der vorhandene Schnee hat demnach nur noch eine kurze feste Phase, bevor er sich weitestgehend verflüssigt hat. Für Anfang Februar zeigt auch das amerikanische Wettermodell das Übergreifen der atlantischen Frontalzone bis nach Deutschland mit nasskaltem "Schmuddelwetter". Eine erneute winterliche Wetterlage ist nach beiden Wettermodell erst zwischen dem 3./6. Februar möglich. Es gilt aber zunächst die Hochdruckentwicklung am kommenden Wochenende abzuwarten.

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