Spannend wurde es im Verlauf des gestrigen Tages dann doch noch einmal, als das amerikanische Wettermodell die Frontalzone aus Westen zum 23. Januar über Mitteleuropa simulierte - das hätte mildes Wetter im Verlauf des letzten Januar Drittels zur Folge gehabt. Aber mittlerweile muss man feststellen, dass das amerikanische Wettermodell so seine Probleme mit der aktuell gestörten Zirkulation hat - zuerst sind die Simulationen zu forsch, dann gemäßigt um letzten Endes dann in die Simulationen der anderen Wettermodelle "einzuschwingen". Dennoch ist es immer ein erster Indikator einer Veränderung, wenn ein Wettermodell zum "Ausreißer" wird. Die Kontrollläufe sind bei komplexen Wetterlagen eine gute Hilfestellung um eine Simulation zu bewerten. Aktuell schneit es im Süden teils länger andauernd und in Bayern auch kräftig, so dass es südlich der Mittelgebirge bis in die Abendstunden 5-25 cm Neuschnee geben wird. Über das Wochenende wird es etwa südlich der Donau milder, der dort vorhanden Schneedecke werden die +2 Grad tagsüber aber kaum etwas anhaben können. Der Grund für die Milderung ist in der Höhe einfließende warme Luft, die sich durch eine fehlende Durchmischung nicht bis in die Bodenschichten durchsetzen kann. Zudem wird Bodennah mit einem Wind aus überwiegend östlichen Richtungen kalte Luft herangeführt. Als Beispiel dienen die Alpen - dort werden am Sonntag auf 1.800 Meter bis +5 Grad simuliert, während es in München mit -3 Grad frostig bleibt. Je nachdem ob Niederschlag mitgeführt wird, kann dieser als Schnee oder auch als gefrierender Regen fallen. Im letzten Januar Drittel hält das Skandinavien Hoch weiter "tapfer" gegen den Ansturm der Tiefdrucksysteme aus dem Westen stand und sorgt im weiteren Verlauf mit einer zunehmenden Meridionalisierung wieder für eine Frostverschärfung in ganz Deutschland. Dauerfrost ist zum heutigen Stand im letzten Januar Drittel als sehr wahrscheinlich einzustufen (78%). Unsicherheiten gibt es weiterhin - der Kaltluftausbruch auf dem Atlantik bleibt aktiv, so dass die Tiefdruckaktivität dort nicht nachlassen wird. Das kann zu einer Vielzahl an Überraschungen führen - als wahrscheinlich gilt heute eine südlichere Verlagerung der Tiefdruckrinne über Frankreich bis über das Mittelmeer, was die bereits bekannten Schneegaranten für den Süden sind (vermehrte Tendenz zu Vb- und Grenzwetterlagen). Es sieht ganz danach aus, als dass die Lagen oberhalb etwa 400 Meter im Süden und Osten ordentlich Neuschnee zwischen dem 21.-24. Januar hinzu bekommen werden, darunter muss man abwarten welche Luftmassen diese Mittelmeertiefs mit sich führen. Im Großen und Ganzen zeigen die Wettermodelle heute einen weiteren Fortbestand des winterlichen Wetters mit einer hoch winterlichen Hochdrucklösung zum Ende des letzten Januar Drittels. Aus diesem Grund wird wohl auch die heutige Wetterprognose des Langfristmodells zum Wetter im Februar 2013 um -2 bis -0,5 Grad zu kalt simuliert. Vermehrte Niederschläge sind demnach im Süden zu erwarten, während es im Norden zu trocken wird, in Skandinavien gar extrem zu trocken. Das Skandinavienhoch könnte sich demnach noch längere Zeit halten. Ein Update dieser Wetterprognose erfolgt heute im Laufe des Abends.
Update:
Das winterliche Wetter bleibt nach den heutigen Simulationen bis zum Ende der neuen Woche erhalten. Im weiteren Verlauf massive Kaltluftansammlung über dem europäischen Nordmeer, was die Turbulenzen erhöhen wird. Kommende Woche immer wieder Niederschlage, dabei im Norden 0-5cm, in der Mitte 2-10 cm, im Süden 3-20 cm möglich. Nacht sehr strenger Frost bis -15 Grad.

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