Auch heute keine weitere Klarheit im weitern Verlauf über das Winterwetter - so lange jedes Wettermodell seine eigenen Simulationen von Lauf zu Lauf über "den Haufen wirft", bleibt der Interpretationsspielraum groß - zumal keines der Wettermodelle gleiche Verhältnisse im letzten Januar Drittel simulieren. Als sicher gilt das winterliche Wetter bis zum 20. Januar mit einer Frostverschärfung zum kommenden Wochenende und einer dicken Schneedecke südlich der Mittelgebirge. Wenn die Wettermodelle etwas gemeinsam haben, so ist es die Hochdruckentwicklung bei Skandinavien und der massive Kaltluftausbruch über dem östlichen Kanada. Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so kann das Hoch den Tiefdrucksystemen aus dem Westen nichts entgegensetzen und das Wetter wird ab dem 22./24. Januar zunehmend nasskalt. Das europäische Wettermodell sieht das Hoch über dem europäischen Nordmeer konstanter, so dass es bei dem überwiegend winterlichen Wetter auch im letzten Januar Drittel bleiben wird. Der Grund für diese Unsicherheiten ist der Kaltluftausbruch über dem Osten von Kanada, nach Neufundland, bis weit in den Atlantik hinein. Eine langwellige und sehr kräftige Tiefdruckentwicklung (steuerndes Tiefdrucksystem Grönland-Island) auf dem Atlantik ist die Folge, was den NAO-Index (Hochdruck Azoren - Tiefdruck Island) im letzten Januar Drittel so langsam in den positiven Bereich bringt. Auch die Kontrollläufe zeigen den Wettertrend mit einer langsamen, aber stetigen Milderung im letzten Januar Drittel, wobei das Temperaturspektrum z.B. am 24. Januar mit -8/+5 Grad noch einige winterliche Optionen hat. Anders ausgedrückt stellt sich nasskaltes Wetter gegenüber winterliches Wetter mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 50:50 dar. Unbefriedigend für die einen, spannende Wetterentwicklung für die anderen. Heute Abend werden wir diese Wetterprognose aktualisieren.
Update:
Modellsimulationen weiterhin differenziert, wobei eine nasskalte Variante allmählich mehr Wahrscheinlichkeiten einnimmt 55%/45%. Eisige Kälte ist in allen Varianten nicht weit entfernt. Eine mögliche Lösung liegt wohl in einer kurzen turbulenten und nasskalten Phase zwischen dem 21./23. Januar mit anschließender winterlichen Wetterlage oberhalb 300-500 Meter, bzw. Grenzwetterlage. Warum? Polarwirbelsplit mit günstiger Achse Mitteleuropa und zunehmende Meridionalisierung (Nord-Süd Achse) in der Mehrheit der Kontrollläufe, was für den Fortbestand der gestörten Zirkulation spricht. Was spricht für die Milderung? Ganz klar der Kaltluftausbruch auf dem Atlantik, der ein steuerndes Tiefdrucksystem mit Kerndruck von 945 hpa (nach amerikanischen Wettermodell) zwischen England/Island ansetzen wird. Solch ein Tiefdrucksystem wäre schon "ne Wucht", kann aber zu entsprechenden "Gegenreaktionen" führen - in der Stärke des Tiefdrucksystems und der Position des Hochdrucksystems liegt im wesentlichen die andauernde Unsicherheit.

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