Das zweite Januar Drittel wird mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit zu kalt ausfallen. Wie geht es weiter? Dazu zeigen sich die Wettermodelle differenziert. Das amerikanische Wettermodell simuliert bis zum 23. Januar weiterhin winterliche Verhältnisse, kippt im weiteren Verlauf zu einer nasskalten Variante um. Das europäische Wettermodell hat zum 18. Januar eine sehr interessante Variante simuliert - Hochdruckbrücke Azorenhoch - Kontinentalhoch (Russenhoch), welche im weiteren Verlauf in sich zusammenbricht - nicht stabil genug. Dennoch ist das ein erster simulierter Ansatz für einen längeren Verbleib der winterlichen Periode - über so eine Hochdruckbrücke liegt Deutschland meist im Zustrom nordöstlicher Luftmassen, zudem wird die Kälte unter einem Hoch im Winter "selbst produziert" (Abstrahlung - Auskühlungseffekt). Die Kontrollläufe zeigen ebenfalls deutliche Schwankungen um den 20. Januar herum, wobei hier Extremwerte im negativen Bereich eine zunehmende Tendenz haben - so liegt das Temperaturspektrum am 24. Januar zwischen -20 Grad und +5 Grad - allein das zeigt schon, welche Optionen der weitere Verlauf des Winters haben kann. Was entscheidet aber den weiteren Verlauf - woran hängt es ab? Zum einen am AO und zum anderen am NAO Index. Beide werden im zweiten Januar Drittel als negativ simuliert, was einer gestörten Zirkulation entspricht. Im letzten Januar Drittel wird heute der NAO-Index zunehmend positiver (Hoch Azoren, Tief Island), worauf die milderen Varianten der Simulationen aufbauen. Der Grund liegt in einem massiven Kaltluftausbruch über dem östlichen Kanada, beginnend zum 14. Januar. Das heizt die Wetterküche auf dem Atlantik an, gleichzeitig stemmt sich das Hoch auf dem Atlantik dagegen, schiebt einen Keil bis in die Polarregion hoch. Es kommt nun ganz auf das Verhalten des Hochdruckgebietes an. Manifestiert es sich bei Island, bleibt es beim mäßig kalten Winterwetter, liegt es bei Skandinavien, so verschärft sich die Ostlage - eisige Kälte wäre die Folge. Baut es eine Hochdruckbrücke mit dem Kontinentalhoch auf, kann es zu einer trockenen aber kalten Inversionswetterlage kommen (oben wärmer wie unten) - lässt es sich hingegen in Richtung Azoren "zurück drücken", ist mit nasskaltem und wechselhaften Wetter in Deutschland zu rechnen. Was ist wahrscheinlicher? In den Kontrollläufen wird eine hochwinterliche Wetterlage mit einer Wahrscheinlichkeit von 33%, eine winterliche mit 38% und eine nasskalte Variante mit 29% gewertet. Entscheidend ist, ob der Kaltluftzustrom über die Labradorsee nach Neufundland die Wetterküche entsprechend "anheizen" oder zentralisieren wird (Engachsige Drehung, Hochdruckkeil Atlantik). Das Langfristmodell geht zwischenzeitlich von einem deutlich zu kalten Januar (bis -2 Grad) und Februar aus (Skandinavienhoch). Vielleicht gibt es heute Abend bereits neue Erkenntnisse dazu. Eine Aktualisierung dieser Wetterprognose erfolgt im Laufe des Abends.
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Update:
Bis zum 20. Januar bleiben die Wettersimulationen weiterhin winterlich, vor allem südlich der Mittelgebirge werden 5-25 cm Neuschnee bis zum kommenden Wochenende simuliert. Wie es darüber hinaus weitergeht, steht weiterhin offen, es gibt sowohl tiefwinterliche Optionen, als auch milde Varianten, wobei die winterlichen (noch) überwiegen. Imposant ist der Abendlauf des europäischen Wettermodells, welches mit der oben beschriebenen Hochdruckbrücke einen eisigen Winterverlauf im letzten Januar Drittel simuliert.

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