Die Konstellation der Wettersysteme zum Wochenende ist jetzt so gut wie gesichert. Das Hochdruckgebiet wird bei beiden Wettermodellen zum Wochenende bei Skandinavien positioniert und im Zusammenspiel mit einen Tiefdruckgebiet über der Ostsee wird kalte Luft nach Deutschland geführt. Was sich in dieser Beschreibung so einfach darstellen lässt, wird im Detail umso komplizierter. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so "mogelt" sich ein schwaches Tief über Frankreich, den Alpen bis über das Mittelmeer hindurch, was zu einer Grenzwetterlage führen kann. Die Zufuhr der kalten Luft wird dadurch unterbunden, so dass es im Süden nasskalt, im Norden zunehmend winterlich wird - die Grenze zwischen nasskaltem und winterlichem Wetter bildet zum heutigen Stand dabei das Mittelgebirge. Die kalte Luft wird nach dem amerikanischen Wettermodell für den Süden noch bis Montag verzögert, fließt dann aber auch dort allmählich ein, so dass in der neuen Woche in ganz Deutschland mit winterlichen Verhältnissen zu rechnen ist. Anders dagegen die Simulation des europäischen Wettermodells - auch hier ist dieses Tief über Frankreich simuliert, jedoch anders strukturiert, so dass die kalte Luft bereits zum Freitag Abend ganz Deutschland erreicht hat. Im weiteren Verlauf stellt sich in dieser Simulation mit einem Hoch bei Skandinavien und Tiefdruck über dem Mittelmeer winterliches Wetter ein. Der Blick auf den Polarwirbel zeigt mit einem weiteren Polarwirbelsplit und teilaktiven Komponenten über der Barentsee, sowie Hochdruck über die Grönlandsee durchaus eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine längere winterliche Periode. Auch der Jetstream bleibt chaotisch und wird weit südlich über dem Mittelmeer bis nach Afrika reichend simuliert. Diese Turbulenzen sind dem major warming zuzuschreiben, so dass die Zirkulation im zweiten Januar Drittel weitestgehend gestört bleiben sollte. Das zeigt auch der AO und NAO Index, beides Indikatoren für eine gestörte Zirkulation, welche nach der Monatsmitte deutlich negativ werden. Typisches Westwetter ist demnach nicht zu erwarten. Was zeigen die Kontrollläufe? 12 von 24 Simulationen zeigen ein winterliches Grundbild, 5 zeigen Hochdruck, 7 mildes Westwetter - bleibt noch eine Unsicherheit von knapp 30%. Das das Winterwetter nachhaltiger werden könnte, zeigt so langsam auch das Langfristmodell, welches seine Wetterprognose für den Januar von ursprünglich bis 3 Grad zu warm auf 0,5 bis 2 Grad zu warm herunter gerechnet hat. Der Februar wird zwischenzeitlich normal bis leicht zu kalt simuliert, wobei beide Monate etwas zu nass gegenüber dem langjährigen Mittel gezeigt werden. Vielleicht wird die Detailprognose für das Wetter am Wochenende im Laufe des Tages besser abschätzbar - aus diesem Grund werden wir im Laufe des Abends eine Aktualisierung dieser Wetterprognose herausgeben.
Update:
Etwas einheitlicher sind die Wettermodelle bezüglich der Wetterlage am kommenden Wochenende geworden - die kalte Luft kommt im Laufe des Samstag bis nach Süden voran, so dass in ganz Deutschland Schneefälle und Schneeschauer möglich sein sollten - es kommt hierbei aber immer noch auf die genaue Zugbahn des Tiefs an und wie stark Aufgleit- und Hebungsvorgänge (feuchte und relativ warme Meeresluft überströmt trockene und relativ kalte kontinentale Luft) sein werden. Ab Sonntag dann überall Temperaturen um 0 Grad. Im weiteren Verlauf bleibt es mit einer höheren Wahrscheinlichkeit beim winterlichen Wetter, wobei die Schneeoptionen im Süden höher als im Norden sind.

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