Zunehmend ist in den Simulationen der Wettermodelle auch das aktuelle Geschehen in der Polarregion mit eingerechnet. Wer regelmäßig unsere Wetterprognosen verfolgt, der weiß, dass die Wahrscheinlichkeit für Winterwetter im zweiten Januar Drittel, Aufgrund des major warmings und des darauf folgenden Polarwirbelsplits, steigen. So ist es auch heute - ein Extrem in den Simulationen ist dabei der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells, wobei das noch zur "Einschwingphase" gehören dürfte. Die Tagestemperaturen werden z.B. am 11. Januar noch mit -1/+3 simuliert, gehen aber bis zum 14. Januar auf Werte zwischen -2/-10 Grad zurück. Soweit das Extrembeispiel. Das europäische Wettermodell zeigt die Veränderung der Großwetterlage nicht ganz so "gravierend" und zeitlich etwas verzögert, dennoch baut sich auch in dieser Simulation die Großwetterlage zu einer winterlichen Wetterlage um. Da dieser Schwankungsprozess bei einem Wechsel der Großwetterlage normal ist, spielen die Kontrollläufe eine wichtige Rolle um die Simulationen besser einschätzen zu können. Die Mehrheit der Kontrollläufe zeigt nasskaltes Wetter mit winterlichen Verhältnissen etwa oberhalb 200-500 Meter mit Dauerfrost ab etwa 400 Meter. Allein die Tatsache, dass das Spektrum der Temperaturdifferenz am 15. Januar zwischen -12 und +5 Grad liegt, zeigt wie viel Spielraum hier noch vorhanden ist. Wie sieht die neue Großwetterlage ab dem 11. Januar aus? Simuliert wird in beiden Wettermodellen im Prinzip zunächst das Gleiche - die Abspaltung des mitteleuropäischen Hochdrucksystems in Richtung England mit einer - nach dem amerikanischen Wettermodell - Verlagerung nach Island und später nach Grönland. Das europäische Wettermodell sieht die Verlagerung des Hochdrucksystems nach Skandinavien. Was haben beide Simulationen zur Folge? In beiden Fällen werden die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik auf eine südliche Bahn gelenkt, so dass deren Zugbahn über das Mittelmeer geht und dort als "Ansaugmotor" für die kalte Luft aus dem Norden dienen können. Was macht der Polarwirbel? Bis zum 7. Januar ist das major warming abgeschlossen und diffundiert im weiteren Verlauf in der Polarregion recht schnell hin und her. Der für unser Wetter mitverantwortliche Jetstream verlagert sich dabei weit nach Süden und hat eine zunehmend "chaotische Struktur" (ein Indiz für gestörte Zirkulationen). Gibt es auch milde Lösungen? Bei einem Polarwirbelsplit liegt die Wahrscheinlichkeit für winterliches Wetter mit Troglagen in Mitteleuropa bei etwa 70%. Das es auch anders gehen kann, zeigte das milde Wetter ab Mitte Dezember - hierbei lag Mitteleuropa auf der warmen Welle des Splits. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Wettertrend im zweiten Januar Drittel deutlich in Richtung Winterwetter geht (60%). Im Laufe des Abends werden wir ein Update dieser Wetterprognose herausgeben.
Update
Tagsüber wurde in allen Simulationen der winterliche Wettertrend bestätigt. Beide Wettermodelle sehen den Hochdruckschwerpunkt bei Skandinavien, was den möglichen Wintereinbruch nachhaltiger machen könnte. Die Kontrollläufe ziehen mit und zeigen 13 von 24 Simulationen mit winterlichen Varianten.

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