Wann kommt der Winter wieder - kommt er überhaupt noch? Diese Frage füllt derzeit unser Postfach. Der Winter hat meteorologisch am 1. Dezember und kalendarisch am 21. Dezember begonnen. Das derzeitig milde Wetter ist eine Wettersingularität, welche um die Weihnachtszeit bis zum Jahresende in 8 von 10 Fällen auftritt. Den Winter abzuschreiben ist wohl etwas verfrüht. Denn ebenfalls recht häufig kippt die Großwetterlage nach solch einer Singularität zum Jahresende, bzw. zum neuen Jahr hin. Die Wettermodelle sind sich - was das Wetter nach Weihnachten angeht - im Detail äußerst unsicher, auch wenn die Großwetterlage mit einer milden Südwest- bis Westwetterlage fast gesetzt ist. Schwankungen ergeben sich durch das sog. Rückseitenwetter, welches auch mal Schneeschauer bis in tiefere Lagen bringen kann, diese kühlere Luft wird aber meist binnen Stunden vom nächsten herannahenden Tiefdrucksystem wieder "weggeblasen". Beide Wettermodelle simulieren um den 29. Dezember hin eine erneute - relativ milde - Südwestwetterlage, wie sie aktuell vorherrscht. Wie sagen die Kontrollläufe? Am 28. Dezember zeigen 19 von 24 Simulationen mildes West- bis Südwestwetter und hat damit eine sehr hohe Eintreffwahrscheinlichkeit. Am 30. Dezember zeigen 18 von 24 und am 2. Januar 2013 7 von 24 Läufen mildes Wetter - somit hat der Wettertrend auch heute winterliche, bzw. nasskalte Optionen zum Jahreswechsel hin. Was macht der Polarwirbel? Der sog. AO Index (Arctic Oscillation) ist weiterhin negativ ("gestörter" Polarwirbel). Der Wirbel selbst ist in zwei teilaktive Bereiche gesplittet - Mitteleuropa liegt dabei auf der aktiven Warmvorderseite - was eben zu dem relativ milden und wechselhaftem Wetter bei uns führt. Entlang der Achse zwischen Sibirien und Kanada bring die "kalte Welle" Tagestemperaturen zwischen -20 bis -50 Grad. Ein "Schubser" nach Osten und die kalte Welle kommt - in abgeschwächter Form - nach Mitteleuropa. Auch wenn derzeitig mildes Wetter vorherrschend ist, ist der Winter nicht all zu weit entfernt. Das Langfristmodell simuliert das Wetter im Januar etwas zu mild, den Februar 2013 normal bis leicht zu mild. Beide Monate werden zudem etwas zu nass gegenüber dem langjährigen Mittel simuliert.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!