Das Tauwetter wird sich bis zum 20./22. Dezember in ganz Deutschland mit schmuddeligem und nasskalten Wetter durchgesetzt haben. Im weiteren Verlauf stellt sich auch heute die spannende Frage, wie sich die neue Großwetterlage einstellen wird. Dazu stehen sich die Wettermodelle konträr gegenüber. Das amerikanische Wettermodell lässt kaum einen Spielraum offen und simuliert bis Ende Dezember durchweg Westwindwetter mit rasch aufeinander folgenden Tiefdruckgebieten aus dem Westen und Temperaturen zwischen +1/+7 Grad - nur der Nordosten kommt im Laufe der nächsten Woche noch einmal in den "Genuss" des Hochdruckgebietes aus Sibirien - dort durchaus die Möglichkeit für Dauerfrost und etwas Schneefall. Anders dagegen das europäische Wettermodell - hier ist das Hochdrucksystem aus dem Nordosten weiterhin auf dem Vormarsch in Richtung Skandinavien und drückt die Tiefdrucksysteme vom Atlantik her kommend mehr und mehr auf eine südlichere Bahn. Somit können die Tiefdrucksysteme schön in Richtung Mittelmeer "abtropfen" und lassen im weiteren Verlauf die Optionen für Winterwetter weiterhin offen - der aktuelle Lauf zeigt winterliche Verhältnisse zur Weihnachtszeit (heute Nachmittag wird die Wetterprognose zu Weihnachten aktualisiert). Es bleibt also weiterhin eine spannende Angelegenheit, da sich gerade die Entwicklung des europäischen Wettermodells auch als nachhaltiges Winterwetter erweisen kann, sofern sich das Hoch in Skandinavien festsetzen wird. Was machen die Kontrollläufe? 14 von 24 Läufen zeigen mildes Westwindwetter, 7 kaltes Wetter mit Schneeoption, 3 kaltes und trockenes Hochdruckwetter. Was macht der Polarwirbel? Sein Schwerpunkt wird um den 21. Dezember weiterhin im östlichen Sibirien simuliert, was den simulierten Westdrift des amerikanischen Wettermodells etwas die Substanz raubt - denn in unserer Wetterküche bei Neufundland fehlen die Temperaturgegensätze in der Höhe um den entsprechenden Westdrift in Gang zu setzen. Überraschungen sind in den kommenden Modellsimulationen daher nicht ausgeschlossen. Aufgrund der weiterhin unsicheren Wetterentwicklung werden wir heute Abend ein Update der Wetterprognose herausgeben.
Update
Auch die Simulationen über den Tag hinweg brachten keine neuen Erkenntnisse - beide Wettermodelle liegen in ihren Großwetterlagen völlig auseinander. Nur eines haben sie derzeit gemeinsam: ein relativ mildes Grundmuster, wobei beim europäischen Wettermodell ein Kaltluftausbruch aus Norden noch wahrscheinlicher ist, als beim amerikanischen Wettermodell.

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