Wetterlage stellt sich um: Gewitter, Abkühlung und neuer Sommertrend zum Ferienstart
Temperatursturz beendet die Hitze. Dem Sommerhoch über Skandinavien gelingt es nicht, sich weiter nach Süden zu entwickeln und eine Hochdruckachse in Richtung der Mittelmeerregion aufzubauen. Der Grund ist ein kleinräumiger Störimpuls, welcher das Skandinavienhoch zunächst an seinem südlichen Gradienten unterwandert und über Deutschland die Luftmassen destabilisiert. Das führt in den kommenden Tagen zu unwetterartigen Gewittern, welche mit Blitz- und Hagelschlag, Platz- und Starkregen, sowie stürmischen Windböen zu einem hohen Gefahrenpotenzial führen können. Zum Wochenende reißt der Störimpuls die Hochdruckzone über Europa auf und teilt das Hoch in zwei Cluster. Zwischen den Clustern liegt Deutschland und gelangt zunehmend in den Einflussbereich des neu entstandenen Tiefdrucksystems über Skandinavien, was die Hitze zum Wochenende über ganz Deutschland beendet. Der Wetterwechsel kommt - doch was bedeutet das für den Hochsommer, der zum Wochenende beginnt?

Der Störimpuls zwängt sich von Osten zwischen den Hochdrucksystemen über Deutschland nach Westen durch und führt heute zu einer ganzen Reihe von kräftigen Gewittern, die zum Nachmittag kurz abklingen, zum späten Nachmittag sich erneut intensivieren und im Schwerpunkt über Teilen von Baden-Württemberg und Bayern sowie über den östlichen Mittelgebirgen auftreten können. Neben Blitz- und Hagelschlag sind auch Stark- und Platzregen mit lokalen Überflutungen und Sturzfluten möglich. Zudem kann der Wind in Gewitternähe stark böig bis stürmisch auffrischen (Gewitterradar || Gewitterprognose || Blitzaktivität || Warnlagenbericht). Die Temperaturen erreichen +27 bis +31 Grad und können über dem Südwesten bis +34 Grad erreichen, während es in Gewitternähe auf bis +20 Grad abkühlen kann.
Unwetter beenden die Hitze - zum Wochenende folgt der Wetterwechsel
Der Störimpuls, welcher für die Destabilisierung der Luftmassen verantwortlich ist, gehört zu einer vollständig gestörten Wetterlage, bei der die atlantische Frontalzone keine Rolle mehr spielt. Hochdrucksysteme lassen die Wetteraktivität auf dem Atlantik vollständig zum Erliegen kommen. Tiefdruckaktivitäten finden zum 18. Juli noch über dem östlichen Kanada und zwischen der Barents- und Karasee statt. Letzteres ist für das Wetter über Deutschland interessant, da der aktuelle Störimpuls die Hochdruckzone aufreißt und den Kontakt zum Tief über dem hohen Norden aufnimmt. Das Strömungsmuster meridionalisiert sich und bis zum Wochenende gelangt frische Sommerluft aus Skandinavien bis an die Alpen, was der Hitze auch über dem Süden und Südwesten ein Ende setzt.
Regen wird auch dabei sein, der im Schwerpunkt am Freitag und Samstag zum Zeitpunkt des Luftmassenaustauschs mit Gewittern auch unwetterartig ausfallen kann. Weitgehend trocken bleibt es hingegen westlich einer Linie zwischen Köln und Hamburg. Die Temperaturen erreichen +25 bis +30 Grad und über dem Südwesten bis +34 Grad und sinken bis Sonntag auf +20 bis +25 Grad ab und können über dem Südwesten noch bis +28 Grad erreichen. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juli 2026.

Europäisches Prognosemodell: Nach der Abkühlung nimmt die Hitze wieder Kurs auf Deutschland
Der Wetterablauf ist ähnlich dem von Ende Juni, welcher die historische Hitzewelle beenden konnte. Der Störimpuls reißt die Lücke auf und zieht den Trog von Skandinavien weit nach Süden. Geht es nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells, so rückt das Azorenhoch nach und sorgt bis zum 24. Juli über Deutschland für eine Luftmassengrenze. Der Südwesten und Westen wird mehr vom Azorenhoch, der Norden und Osten mehr vom Trog beeinflusst, der über Osteuropa nach Süden strebt. So bleibt das Wetter etwa östlich einer Linie zwischen Hamburg und dem Bayerischen Wald wechselhaft und mit weiteren - teils gewittrigen - Schauern kann gerechnet werden.
Weiter nach Westen dominiert das Azorenhoch das Wettergeschehen, was bei aufgelockerter Bewölkung verbreitet sonniges und auch trockenes Wetter zur Folge hat. Die Temperaturen pendeln sich auf +20 bis +25 Grad ein und können in Schauernähe auf bis +17 Grad zurückgehen. In den Nächten kühlt es auf +11 bis +18 Grad ab.
Temperaturen von bis +39 Grad - Hitze kommt wieder
Im Zeitraum vom 25. bis 28. Juli löst sich der Trog über Osteuropa allmählich auf und das Azorenhoch rückt nach und intensiviert sich im Zusammenspiel mit einem Tief über Island bis zum 28. Juli zu einer Hochdruckzone, welche weite Teile von Europa dominieren kann. Die Grundströmung dreht auf Südwest und führt labil geschichtete Luftmassen nach Mitteleuropa, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz immer wieder zu gewittrigen Schauern führen kann.
Die Temperaturen steigen vom 25. Juli mit +22 bis +27 Grad bis zum 28. Juli auf +28 bis +35 Grad an und können über Teilen Deutschlands mit Temperaturen von bis +39 Grad für weitere Sommer-, Hitze- und Wüstentage sowie für tropische Nächte sorgen.

Amerikanisches Wettermodell sieht deutlich kühlere Entwicklung
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells schwankt in den vergangenen Tagen zwischen den Extremen - da wäre zum einen die Temperaturprognose von bis +47 Grad zu benennen oder die gestrige Prognose mit einer raschen Rückkehr des Hochsommers. Heute geht das Extrem in eine andere Richtung. Nein, unseriös ist das Vorhersage-Modell nicht, vielmehr liegen die Herausforderungen darin, die kleinteiligen Störimpulse korrekt zu erfassen, was zu teils kuriosen Wetterentwicklungen führt. So auch die aktuelle Wettervorhersage.
Neue Störung kann den Sommer ausbremsen
Der Wetterablauf ist bis zum 22. Juli dem europäischen Wettermodell sehr ähnlich. Das Konstrukt über Skandinavien trogt über Osteuropa nach Süden aus, während von Westen das Azorenhoch nachrückt und Deutschland zwischen die Fronten bringt. Wechselhafte Ost- und sonnig-trockene Westhälfte.
Zwischen dem 23. und 25. Juli aber passiert etwas, was man in der Meteorologie nicht so häufig beobachten kann. Eine weitere Störung driftet am östlichen Rand des Azorenhochs nach Süden ab und hat von Grönland über Island und das europäische Nordmeer eine ungewöhnliche Zugbahn. Die Störung verstärkt das Trogsystem über Skandinavien und drängt das Azorenhoch weiter nach Westen zurück.
Statt Sommer - kühles Regenwetter
Bis zum 27. Juli dreht sich das Störerfeld zwischen Skandinavien und Deutschland ein und verhält sich bis zum 28. Juli quasistationär. Über Deutschland, die Schweiz und Österreich hat das zeitweiligen Niederschlag zur Folge, welcher im Schwerpunkt über dem Norden, dem Osten und Süden erwartet werden kann. Unwetterartige Regensummen sind über dem Alpenvorland und den Alpen zu erwarten.
Die Temperaturen gehen auf +17 bis +23 Grad zurück und können bei länger andauerndem Niederschlag auf bis +11 Grad absacken. In den Nächten kühlt es auf +8 bis +14 Grad ab.
Zum Ferienstart setzt sich der Sommer durch
Erst zum Ende des Vorhersagezeitraums zieht die Störung über Skandinavien nach Nordosten ab, während sich bei Island das nächste Tiefdrucksystem ausbilden und einen Keil des Azorenhochs in Richtung Mitteleuropa schieben kann. Die Folge ist eine Südwestwetterlage, was die Temperaturen bis zum 29. Juli - pünktlich zum Start in die Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern - über der Nordhälfte auf +22 bis +26 Grad und nach Süden auf +28 bis +32 Grad ansteigen lassen kann.

Auf den Punkt gebracht: Hitze endet vorerst - danach entscheidet eine Störung über den Hochsommer
Die Wetterprognosen beider Vorhersage-Modelle mögen sich in den Details deutlich unterscheiden, sind im Grundmuster jedoch von einem ähnlichen Aufbau. Der Unterschied besteht darin, dass die Amerikaner die Störung über Skandinavien durch das nachrückende Tief kräftiger berechnen. Ist die Störung durch, stellt sich auch hier eine Südwestwetterlage ein, welche den Sommer - pünktlich zum Start in die Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern zurückbringt. Dennoch - klar ist, dass die Hitze am Wochenende auch über dem Süden und Südwesten enden wird, nachfolgend hängt im Hinblick auf den Hochsommer vieles davon ab, wie sich die Störung über Skandinavien entwickelt und verhält.
Anomalie von +2 bis +4 Grad - Kontrollläufe mit einem sommerlichen Temperaturtrend
Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen - und das verwundert nicht - bildet die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells die mit Abstand kälteste Variante ab und liegt mit einer Abweichung von 9 Grad unter dem Mittelwert aller Kontrollläufe. Ja, ein Extrem, welches möglich, aber wenig wahrscheinlich ist.
Die Kontrollläufe stützen den Wetterumschwung, der zum Start in den Hochsommer am 20. Juli abgeschlossen ist und die Temperaturen auf +20 bis +23 Grad einpendeln lässt. Im Zeitraum vom 23. bis 28. Juli steigt das Temperaturniveau an und sorgt über dem Norden für eine Temperaturanomalie von +1 bis +2 Grad und über dem Rest von Deutschland von +2 bis +3 Grad und über dem Süden von bis +4 Grad. Der Temperaturtrend ist nach dem 22. Juli sommerlich bis hochsommerlich.
Trotz Gewittern bleibt ausreichender und flächendeckender Regen weiter unwahrscheinlich
Die Niederschlagsignale sind bis zum 18. Juli mäßig erhöht und können mit Gewittern regional unwetterartige Regensummen bringen. Im Zeitraum vom 19. bis 25. Juli stellt sich verbreitet trockenes Wetter ein. Darüber hinaus steigt die Niederschlagsaktivität in den leicht erhöhten Bereich an, was für eine zu Schauern und Gewittern neigende Südwestwetterlage spricht, die die KI-Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle heute (noch) nicht stützen. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 20. Juli | +15 bis +27 Grad | +20 bis +23 Grad |
| 24. Juli | +17 bis +34 Grad | +25 bis +27 Grad |
| 29. Juli | +12 bis +39 Grad | +26 bis +28 Grad |

Wetterdaten August 2026
Top-10 Extremwerte August 2026
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Wert Datum Station Bundesland 39,4 04.08.2026 Regensburg Bayern 38,9 04.08.2026 Kitzingen Bayern 38,7 03.08.2026 Saarbrücken-Burbach Saarland 38,5 03.08.2026 Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz 38,4 04.08.2026 Schwandorf Bayern 38,3 03.08.2026 Andernach Rheinland-Pfalz 38,3 03.08.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 38,2 03.08.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 38,2 04.08.2026 Bertsdorf-Hörnitz Sachsen 13,4 08.08.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland 3,9 01.08.2026 Zugspitze Bayern 4,8 08.08.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 4,8 08.08.2026 Quickborn Schleswig-Holstein 5,0 02.08.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 5,2 08.08.2026 Eslohe Nordrhein-Westfalen 5,9 08.08.2026 Arnsberg-Neheim Nordrhein-Westfalen 5,9 08.08.2026 Bremervörde Niedersachsen 5,9 08.08.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 6,0 08.08.2026 Hasenkrug-Hardebek Schleswig-Holstein 6,1 08.08.2026 Sohland - Spree Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 56,8 06.08.2026 Anger-Stoißberg Bayern 56,7 06.08.2026 Teisendorf-Babing Bayern 55,6 02.08.2026 Anger-Stoißberg Bayern 46,4 06.08.2026 Teisendorf Bayern 45,4 06.08.2026 Piding Bayern 45,1 05.08.2026 Erdweg Bayern 44,9 06.08.2026 Teisendorf-Neukirchen (Wildberg) Bayern 43,7 05.08.2026 Garmisch-Partenkirchen Bayern 42,0 05.08.2026 Starnberg Bayern 40,2 03.08.2026 Breckerfeld-Wengeberg Nordrhein-Westfalen -
Wert Station Bundesland 114,2 Anger-Stoißberg Bayern 86,4 Teisendorf-Babing Bayern 75,3 Starnberg Bayern 67,5 Teisendorf-Neukirchen (Wildberg) Bayern 66,7 Garmisch-Partenkirchen Bayern 65,3 Lenggries (Sylvenstein) Bayern 63,0 Piding Bayern 62,0 Marktschellenberg Bayern 60,9 Teisendorf Bayern 60,6 Freilassing Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Achern-Fautenbach Baden-Württemberg 0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen 0,0 Arnstein-Müdesheim Bayern 0,0 Balingen-Heselwangen Baden-Württemberg 0,0 Bischbrunn-Oberndorf Bayern 0,0 Bocholt-Liedern (Wasserwerk) Nordrhein-Westfalen 0,0 Boos Bayern 0,0 Borken in Westfalen Nordrhein-Westfalen 0,0 Bärnau-Naab Bayern 0,0 Oberzent-Beerfelden Hessen -
Wert Datum Station Bundesland 108,4 04.08.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 101,5 01.08.2026 Kaufbeuren-Oberbeuren Bayern 85,3 05.08.2026 85,0 05.08.2026 Lindau (SWN) Bayern 83,5 03.08.2026 Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz 82,4 05.08.2026 Garmisch-Partenkirchen Bayern 81,4 04.08.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 81,0 04.08.2026 Runkel-Ennerich Hessen 78,5 05.08.2026 Angermünde Brandenburg 76,3 04.08.2026 Lichtenhain-Mittelndorf Sachsen -
Wert Station Bundesland 97,0 Saarbrücken-Ensheim Saarland 96,3 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 95,5 Müllheim Baden-Württemberg 94,7 UFS Deutsche Bucht Hamburg 94,1 Ober-Olm - Bellem Rheinland-Pfalz 94,0 Lahr Baden-Württemberg 94,0 Amberg-Unterammersricht Bayern 93,9 Mainz-Lerchenberg (ZDF) Rheinland-Pfalz 93,2 Saarbrücken-Burbach Saarland 93,1 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 27,3 Weiden Bayern 44,4 Mittenwald - Obb. Bayern 51,8 Garmisch-Partenkirchen Bayern 53,2 Oberstdorf Bayern 55,6 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 58,5 Karlshagen Mecklenburg-Vorpommern 59,5 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 59,8 Halblech-Bayerniederhofen Bayern 60,4 Steinhagen-Negast Mecklenburg-Vorpommern 60,5 Schneefernerhaus Bayern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im August 2026 beträgt 21,6 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 5,2 °C (91/20 3,6 °C). Am 04.08.2026 konnte mit 39,4 °C über Regensburg (Bayern) die höchste und am 01.08.2026 mit 3,9 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 23,7 °C Baden-Württemberg. Frischer ist der August 2026 mit einem Durchschnittswert von 18,7 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im August 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 8,8 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 11 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 1 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 80,7 Stunden ihren Sollwert von 199,1 Stunden zu 41 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 97,0 Stunden über der Saarbrücken-Ensheim (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 27,3 Stunden über der Weiden (Bayern).










