Hitzewelle vor dem Wendepunkt: Modelle zeigen zwei Wege für den Hochsommer
Sommerwetter mit Hitze-, Wüstentagen und tropischen Nächten. Das Sommerhoch hat sich über Deutschland durchgesetzt und wird das Wetter in den kommenden Tagen mit viel Sonnenschein dominieren. Nennenswerter Niederschlag ist nicht zu erwarten, wobei lokale Gewitter nicht ausgeschlossen werden können. Das verschärft die Dürre und Waldbrandgefahr über Teilen von Deutschland. Insbesondere über dem Westen und Südwesten sind weitere Hitze-, Wüstentage und tropische Nächte zu erwarten. Doch wie stabil ist dieses Hoch? Gerade im Hinblick auf den beginnenden Hochsommer ist die Frage von entscheidender Bedeutung - und da überrascht heute ein Wettermodell ganz besonders.

Viel Sonnenschein ist in den kommenden Tagen zu erwarten. Das Hoch verlagert bis zum Start in die neue Woche seinen Schwerpunkt zwischen Frankreich, England, Skandinavien und Deutschland, wobei über dem Osten sich der Einfluss eines Troges über Osteuropa (ehemaliges Skandinavientief) mit ein paar Wolkenfeldern bemerkbar machen kann. Mit nennenswertem Niederschlag aber ist vorerst nicht zu rechnen.
Bis +37 Grad möglich - warum die Hitze aber nicht überall auftritt
Die Position des Hochdrucksystems ist von entscheidender Bedeutung und so wie es die Vorhersage-Modelle aktuell berechnen, gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz mehr in eine östliche Anströmung der Luftmassen, welche mit einem niedrigen Taupunkt zunächst als trocken empfunden werden können. Die Temperaturen steigen zwar auf +27 bis +34 Grad und können über dem Südwesten bis +37 Grad möglich machen, doch ist die Belastung durch den niedrigeren Taupunkt deutlich geringer. Zudem setzt sich die Hitze mit Temperaturen von über +30 Grad nicht über ganz Deutschland durch. So bleibt es an den Küsten frischer und mit dem auf Ost drehenden Wind gehen die Temperaturen zum Start in die neue Woche über den östlichen und nordöstlichen Landesteilen auf +26 bis +29 Grad zurück. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juli 2026.

Europäischen Wettermodell: Das Hoch setzt sich fest - der Wetterwechsel verliert an Kraft
Wir weisen seit einigen Tagen bereits darauf hin, dass die Verstärkung des Hochdrucksystems über Mitteleuropa im Hinterkopf behalten werden muss, was sich vor zwei Tagen aus der Clusteranalyse heraus als Schlussfolgerung ergeben hat. Schaut man sich die obenstehenden Wetterkarten genauer an, so erkennt man die Schlüsselszene für den beginnenden Hochsommer. Das Hoch baut sich auf, positioniert sich über Mitteleuropa und wird von Störungen flankiert. Nach dem amerikanischen Wettermodell kann man ein kleinräumiges Höhentief - kaum größer als ein Bundesland - erkennen, welches über Norddeutschland hinweg zieht. Das sind die kleinteiligen Bausteine, welche in den kommenden Tagen darüber entscheiden werden, in welche Richtung die zweite Hälfte des Sommers kippen wird.
Hitzewelle mit wachsender Gewittergefahr
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnet einen Erhalt der Hitze unter einer zunehmenden Gewitteraktivität bis zum 18. Juli. Die Temperaturen erreichen verbreitet +27 bis +33 Grad und können regional mit über +35 Grad nicht nur weitere Hitze- sondern auch Wüstentage zur Folge haben. In den Nächten kühlt es über dem Westen und Südwesten kaum mehr unter +20 Grad ab, was auch weitere tropische Nächte bringen wird. Über dem Rest von Deutschland sinken die nächtlichen Werte auf +17 bis +20 Grad ab.
Angetäuschter Wetterwechsel mit Unwetter
Der Verlauf der Großwetterlage ist ähnlich wie in den vergangenen Tagen auch, doch wird die für den möglichen Wetterwechsel verantwortliche Störung heute deutlich schwächer berechnet. Dennoch - die Störung destabilisiert die Luftmassen und mit einer drückenden Schwüle sinken zum 20. Juli die Temperaturen auf +24 bis +28 Grad ab. Zeitgleich steigt die Gewitteraktivität deutlich an, was regional nicht nur Superzellen, sondern auch schwere Unwetter nicht ausschließen lässt.
Erhaltungsneigung: Die Hitze kehrt zurück - Hochsommer bleibt das beherrschende Thema
Die Störung aber verpufft regelrecht und bereits zum 21. Juli setzt sich das Hoch über Deutschland, der Schweiz und Österreich vollständig durch und bleibt mindestens bis zum 25. Juli erhalten. Die Temperaturen steigen weiter an und machen mit +28 bis +34 Grad und örtlich mit bis +38 Grad weitere Hitze-, Wüstentage und tropische Nächte möglich. Und so kann die Dürre über weiten Teilen Deutschlands zu einem ernsthaften Problem werden.

US-Wettermodell bleibt dabei: Wetterwechsel zum Start in den Hochsommer
Nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bleibt alles wie gehabt. Der Störimpuls kommt zum 18. Juli und beendet die dritte Hitzewelle des Jahres mit teils unwetterartigen Gewittern und einem erhöhten Gefahrenpotential.
Zudem ist die Störung gut strukturiert und im Vergleich zum europäischen Wettermodell deutlich kräftiger, was mit einem Trogabgang bis über die östliche Mittelmeerregion gegenüber dem Hoch einen durchschlagenden Erfolg hat.
Regen - teils unwetterartig
Doch damit nicht genug - die Trogrinne wird zum 21. Juli etabliert und verläuft bis zum 23. Juli bis über Mitteleuropa. Nach den Unwettern stellt sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz wechselhaftes Wetter ein. Regional - und im Schwerpunkt über Nord- und Süddeutschland - können vom 19. bis 22. Juli unwetterartige Regensummen nicht ausgeschlossen werden. Die Temperaturen bewegen sich in diesem Zeitraum mit +18 bis +24 Grad in einem gemäßigten Bereich.
Die Großwetterlage dreht - schwülwarme Luft erreicht Deutschland
Im Zeitraum vom 23. bis 25. Juli kippt die Wetterlage. Der Trog geht mehr zwischen Island, England und Spanien nieder und dreht die Grundströmung über Deutschland, welche fortan schwül-warme und gewitterträchtige Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Norden führt. Die Temperaturen steigen auf +24 bis +28 Grad an und können in Gewitternähe unter der +20 Grad-Marke liegen und mit viel Sonnenschein in Richtung der +30 Grad-Marke streben. Die Taupunkte (Schwüle) bewegen sich zwischen +15 und +20 Grad.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Hochsommer vor der Entscheidung - zwei Varianten stehen gegenüber
Die Vorhersage-Modelle berechnen heute zwei unterschiedliche Varianten, welche zum einen die Freunde der Hitze
und zum anderen die Freunde des gemäßigten Sommers
gleichermaßen bedienen. Doch eines ist auch klar - es gibt nur eine Lösung, die sich durchsetzen kann. Bemerkenswert aber ist die Prognose der Europäer, welche nach tagelangem Wetterwechsel jetzt plötzlich auf die These der Erhaltungsneigung aufspringen. Das wird man in den kommenden Stunden und Tagen weiter beobachten und verifizieren müssen.
Nach Fahrplan - Kontrollläufe bestätigen ein Ende der Hitzewelle
Der Wettertrend des europäischen Wettermodells lässt zwar aufhorchen und bringt die Erhaltungsneigung wieder ins Spiel, doch relativiert sich die Prognose schnell, da diese im Vergleich zu den Kontrollläufen die wärmste Variante abbildet und der Mittelwert das so überhaupt nicht stützt. Möglich ja, wahrscheinlich nein. Die Temperaturanomalie der Kontrollläufe bestätigt hingegen die Hitzewelle mit einer Anomalie von +5 bis +8 Grad bis zum 19. Juli. Nachfolgend geht die Anomalie auf +0,5 bis +1,5 Grad über dem Norden und +2 bis +3 Grad über dem Süden zurück. Nichtsdestotrotz bleibt es für die Jahreszeit zu warm und über dem Süden deutlich bis erheblich zu warm.
Wann kommt Regen? Die Trockenheit verschärft sich zunächst - ausreichend Regen bleibt unsicher
Die Dürre spitzt sich über den südlichen, östlichen und teils auch westlichen Landesteilen in den kommenden Tagen weiter zu, da auch die Regenprognose der Kontrollläufe bis zum 18. Juli keinen nennenswerten Niederschlag berechnet.
Darüber hinaus steigen die Niederschlagssignale in den schwach bis leicht erhöhten Bereich an, wobei die Niederschlagssignale keinesfalls gleichmäßiger Ausprägung sind und somit gegen flächendeckenden Landregen, sondern vielmehr für eine erhöhte Schauer- und Gewitteraktivität sprechen. Also ja, der Sommer steht zum Beginn des Hochsommers weiterhin vor einem wegweisenden Richtungswechsel. Interessant aber ist, dass die Grundströmung der Großwetterlage nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe gegenüber den KI-Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle weitgehend übereinstimmt. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 16. Juli | +21 bis +39 Grad | +27 bis +32 Grad |
| 20. Juli | +14 bis +33 Grad | +22 bis +24 Grad |
| 25. Juli | +12 bis +36 Grad | +23 bis +25 Grad |

Wetterdaten August 2026
Top-10 Extremwerte August 2026
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Wert Datum Station Bundesland 39,4 04.08.2026 Regensburg Bayern 38,9 04.08.2026 Kitzingen Bayern 38,7 03.08.2026 Saarbrücken-Burbach Saarland 38,5 03.08.2026 Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz 38,4 04.08.2026 Schwandorf Bayern 38,3 03.08.2026 Andernach Rheinland-Pfalz 38,3 03.08.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 38,2 03.08.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 38,2 04.08.2026 Bertsdorf-Hörnitz Sachsen 16,0 12.08.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland 2,7 12.08.2026 Quickborn Schleswig-Holstein 3,3 12.08.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 3,5 12.08.2026 Hasenkrug-Hardebek Schleswig-Holstein 3,8 12.08.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 3,9 01.08.2026 Zugspitze Bayern 4,0 12.08.2026 Bremervörde Niedersachsen 4,0 12.08.2026 Muskau, Bad Sachsen 4,0 12.08.2026 Sohland - Spree Sachsen 4,1 12.08.2026 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen 4,2 12.08.2026 Worpswede-Hüttenbusch Niedersachsen -
Wert Datum Station Bundesland 56,8 06.08.2026 Anger-Stoißberg Bayern 56,7 06.08.2026 Teisendorf-Babing Bayern 55,6 02.08.2026 Anger-Stoißberg Bayern 46,4 06.08.2026 Teisendorf Bayern 45,4 06.08.2026 Piding Bayern 45,1 05.08.2026 Erdweg Bayern 44,9 06.08.2026 Teisendorf-Neukirchen (Wildberg) Bayern 43,7 05.08.2026 Garmisch-Partenkirchen Bayern 42,0 05.08.2026 Starnberg Bayern 40,2 03.08.2026 Breckerfeld-Wengeberg Nordrhein-Westfalen -
Wert Station Bundesland 114,2 Anger-Stoißberg Bayern 86,4 Teisendorf-Babing Bayern 75,3 Starnberg Bayern 67,5 Teisendorf-Neukirchen (Wildberg) Bayern 67,2 Garmisch-Partenkirchen Bayern 65,7 Lenggries (Sylvenstein) Bayern 63,0 Piding Bayern 62,0 Marktschellenberg Bayern 60,9 Teisendorf Bayern 60,6 Freilassing Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Achern-Fautenbach Baden-Württemberg 0,0 Arnstein-Müdesheim Bayern 0,0 Bischbrunn-Oberndorf Bayern 0,0 Bruchsal-Heidelsheim Baden-Württemberg 0,0 Buchen, Kr. Neckar-Odenwald Baden-Württemberg 0,0 Burgebrach-Oberharnsbach Bayern 0,0 Bärnau-Naab Bayern 0,0 Ellwangen-Rindelbach Baden-Württemberg 0,0 Neu Madlitz Brandenburg 0,0 Oberzent-Beerfelden Hessen -
Wert Datum Station Bundesland 108,4 04.08.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 101,5 01.08.2026 Kaufbeuren-Oberbeuren Bayern 85,3 05.08.2026 85,0 05.08.2026 Lindau (SWN) Bayern 83,5 03.08.2026 Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz 82,4 05.08.2026 Garmisch-Partenkirchen Bayern 81,4 04.08.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 81,0 04.08.2026 Runkel-Ennerich Hessen 78,5 05.08.2026 Angermünde Brandenburg 76,3 04.08.2026 Lichtenhain-Mittelndorf Sachsen -
Wert Station Bundesland 146,2 Saarbrücken-Ensheim Saarland 143,3 Ober-Olm - Bellem Rheinland-Pfalz 143,1 Mainz-Lerchenberg (ZDF) Rheinland-Pfalz 142,7 Gießen - Wettenberg Hessen 142,6 Amberg-Unterammersricht Bayern 142,4 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 141,9 Neu-Ulrichstein Hessen 141,5 Saarbrücken-Burbach Saarland 141,4 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 141,2 Kümmersbruck Bayern -
Wert Station Bundesland 66,8 Weiden Bayern 78,9 Mittenwald - Obb. Bayern 85,6 Garmisch-Partenkirchen Bayern 92,7 Oberstdorf Bayern 96,7 Zugspitze Bayern 99,0 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 99,3 Soltau Niedersachsen 99,4 Karlshagen Mecklenburg-Vorpommern 100,4 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 100,4 Anklam Mecklenburg-Vorpommern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im August 2026 beträgt 21,4 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 5,0 °C (91/20 3,5 °C). Am 04.08.2026 konnte mit 39,4 °C über Regensburg (Bayern) die höchste und am 12.08.2026 mit 2,7 °C über Quickborn (Schleswig-Holstein) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 23,7 °C Baden-Württemberg. Frischer ist der August 2026 mit einem Durchschnittswert von 18,1 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im August 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 9,3 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 12 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 2 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 125,9 Stunden ihren Sollwert von 199,1 Stunden zu 63 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 146,2 Stunden über der Saarbrücken-Ensheim (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 66,8 Stunden über der Weiden (Bayern).









