Die Weichen für den Hochsommer werden gestellt - Erst Hitze, dann Wetterumschwung
Ein Sommerhoch setzt sich heute über Deutschland durch und dominiert das Wetter mit viel Sonnenschein bis zum Start in die neue Woche. Die Temperaturen erreichen sommerliche und über dem Westen und Südwesten hochsommerliche Werte, wobei neben Hitze- und Wüstentagen auch tropische Nächte möglich sein können. Für den weiteren Verlauf des Sommers wird es von entscheidender Bedeutung sein, wie sich das Hoch über Mitteleuropa positioniert und etablieren kann. Denn mit dem 20. Juli steht der Hochsommer bevor und sollte das Hoch nach Westen abkippen, kann der Hochsommer mit Wolken, Regen und gemäßigten Temperaturen starten. Intensiviert sich das Hoch hingegen über Mitteleuropa, hat das für einen längeren Zeitraum eine ungewöhnliche Hitze und Trockenheit zur Folge, was die außergewöhnliche Dürre über weiten Teilen von Deutschland weiter verschärfen kann. Die Weichen für den weiteren Verlauf des Sommerwetters werden also am Wochenende gestellt.

Das Hoch dominiert das Wetter über Deutschland. Die restlichen Wolken lösen sich heute mehr und mehr auf und verbreitet setzt sich die Sonne durch. Mit Niederschlag ist nicht mehr zu rechnen und bei schwachen Windbewegungen aus nördlichen Richtungen ist heute mit Höchsttemperaturen von +20 bis +25 Grad und südlich einer Linie zwischen Köln und dem Bayerischen Wald mit +25 bis +30 Grad zu rechnen.
Sommerhoch bringt bis +38 Grad, Wüstentage und tropische Nächte
Das Hochdrucksystem dehnt sich über das Wochenende weiter über Deutschland aus und lässt vielerorts mit einer maximal möglichen Sonnenscheindauer die Temperaturen auf +28 bis +33 Grad ansteigen. Über den Küsten von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind +22 bis +26 Grad und über dem Westen und Südwesten bis +38 Grad zu erwarten. In den Nächten sinken die Werte auf +15 bis +19 Grad ab und können über dem Südwesten mit Temperaturen über +20 Grad für tropische Nächte sorgen. Zwar schießen zu den Nachmittagsstunden immer wieder Quellwolken hoch und können über den östlichen und nördlichen Landesteilen vereinzelte Gewitter auslösen, verbreitet aber bleibt es trocken. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juli 2026.

Europäisches Wettermodell deutet markanten Wetterwechsel zum Hochsommer an
Die obenstehenden Wetterkarten machen es noch einmal sehr deutlich. Das Sommerhoch hat im Grunde drei Möglichkeiten: Es verweilt mit einer Erhaltungsneigung über Mitteleuropa, es weicht nach Westen aus oder es zieht sich nach Osten zurück und lässt die Frontalzone auflaufen. Letzteres berechnet die aktuelle Wetterprognose des europäischen Wettermodells und weicht heute vom Trend der vergangenen Tage grundlegend ab - auch wenn das Ergebnis ein ähnliches ist.
Bis 17. Juli Hitze, danach steigt die Unwettergefahr deutlich
Das Hoch erhält sich nach der Vorhersage der Europäer bis zum 16. Juli über Deutschland, verlagert sich mit seinem Kerngebiet weit nach Osten. Das hat Temperaturen von verbreitet +29 bis +35 Grad zur Folge, wobei regional die +35 Grad-Marke überschritten werden kann. Ab dem 17. Juli zieht sich das Hoch so weit nach Osten zurück, dass eine vormals kleinräumige Störung zwischen England und Frankreich einen Trog auslösen kann, welcher sich bis zum 20. Juli in Richtung Mitteleuropa verlagert und vom 18. bis 22. Juli - zum Start in den Hochsommer - das Wetter über Deutschland dominieren kann.
Die Gewitteraktivität nimmt zu und kann vom 17. bis 19. Juli das Unwetterpotential ansteigen lassen. Zum 20. Juli ist der Luftmassenaustausch abgeschlossen und bei überwiegend starker bis wechselnder Bewölkung ist mit zeitweiligem Niederschlag zu rechnen. Die Temperaturen sinken vom 17. Juli mit +22 bis +26 Grad und über den östlichen Landesteilen mit bis +30 Grad bis zum 23. Juli über dem Norden auf +17 bis +22 Grad ab. Weiter nach Süden sind jahreszeittypische +20 bis +25 Grad zu erwarten.

US-Wettermodell bestätigt die Trendwende nach der Hitzewelle
Das Sommerhoch ist nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells kräftiger strukturiert und erhält sich über Deutschland mit Temperaturen von +25 bis +30 Grad und örtlich mit bis +35 Grad bis zum 18. Juli. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird jedoch für den 16. Juli mit Höchstwerten von +30 bis +36 Grad und über dem Westen und Südwesten mit bis +39 Grad berechnet.
Gewitter, Starkregen und deutlich kühlere Luft rücken näher
Im Zeitraum vom 18. bis 20. Juli triggert ein Störimpuls über Frankreich einen Trog, welcher sich mithilfe eines Tiefdrucksystems über Skandinavien bis zum 23. Juli weiter in Richtung der Alpen ausdehnt und so das Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich beeinflussen kann.
Auch nach dieser Wetterprognose ist in der Übergangsphase mit teils unwetterartigen Gewittern zu rechnen, welche über der Nordhälfte nachfolgend bei starker bis wechselnder Bewölkung in eine leicht bis mäßig erhöhte Niederschlagsaktivität übergeht. Die Temperaturen erreichen am 19. Juli +24 bis +28 Grad und über den östlichen Landesteilen noch bis +30 Grad, sinken jedoch in Gewitternähe auf bis +17 Grad ab. Bis zum 23. Juli sinken die Temperaturen über der Nordhälfte auf +16 bis +22 Grad ab, während über der Südhälfte +25 bis +30 Grad möglich sein können - diese Temperaturgegensätze sorgen im Schwerpunkt über dem Süden für ein weiter anhaltend hohes Unwetterpotential.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Endet die Hitze zum Start in den Hochsommer?
Die Vorhersage-Modelle bestätigen heute erneut eindrucksvoll die kommende Hitzewelle, welche zum Start in den Hochsommer mit unwetterartigen Wetterereignissen jäh beendet werden kann. Es zeigt sich aber auch, dass das Sommerhoch nicht mehr nach Westen, sondern nach Osten ausweicht und der Störimpuls zwischen Frankreich und England der Trigger des Wetterwechsels ist. Das ist zugleich auch ein Unsicherheitsfaktor - gelingt der Triggerimpuls nicht, kann das Hoch auch ortsfest über Mitteleuropa verweilen. Diese Option sollte man in den kommenden Tagen weiterhin im Hinterkopf behalten und weiter verifizieren.
Kontrollläufe bestätigen ein Ende der Hitzewelle
Die Temperaturanomalie beträgt vom 9. bis 20. Juli über Norddeutschland +4 bis +6 Grad und über dem Rest von Deutschland +5 bis +8 Grad, wobei die höheren Abweichungen über dem Süden und Südwesten zu erwarten sind.
Vom 20. bis 24. Juli sinkt die Temperaturanomalie über Norddeutschland auf +0,5 bis +1,5 Grad und über dem Süden auf +2 bis +4 Grad ab. Der Juli bleibt im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert zu warm und kann bis zum 24. Juli einen Temperaturüberschuss von +2,9 bis +3,4 Grad aufbauen.
Wann kommt Regen?
Die Niederschlagssignale sind bis zum 18. Juli nur schwach ausgeprägt, sodass es verbreitet trocken bleibt, wobei lokale Schauer und Gewitter dennoch nicht ausgeschlossen werden können. Darüber hinaus steigt die Gewitteraktivität insbesondere über dem Westen und Süden und hebt die Niederschlagssignale in den leicht bis mäßig erhöhten Bereich an. Weiter nach Norden ist bis zum 20. Juli nur mit schwachen und darüber hinaus mit schwach bis leicht erhöhten Niederschlagssignalen zu rechnen. Die Niederschlagsprognose passt noch nicht ganz in das Bild eines Troges über Mitteleuropa - schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 15. Juli | +17 bis +39 Grad | +28 bis +30 Grad |
| 19. Juli | +15 bis +37 Grad | +25 bis +27 Grad |
| 24. Juli | +12 bis +36 Grad | +22 bis +24 Grad |

Wetterdaten Juli 2026
Top-10 Extremwerte Juli 2026
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Wert Datum Station Bundesland 36,6 11.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 36,1 14.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,9 13.07.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 35,8 13.07.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 35,5 11.07.2026 Müllheim Baden-Württemberg 35,4 10.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Wolfach Baden-Württemberg 35,3 13.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 10,7 19.07.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -1,5 02.07.2026 Zugspitze Bayern 4,5 04.07.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 5,5 04.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 6,0 19.07.2026 Fichtelberg Sachsen 6,1 04.07.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 6,4 04.07.2026 Carlsfeld Sachsen 6,6 04.07.2026 Lobenstein, Bad Thüringen 6,6 04.07.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 6,6 11.07.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 04.07.2026 Königshofen, Bad Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 80,7 15.07.2026 Blumberg-Randen Baden-Württemberg 69,7 17.07.2026 Bleckede-Walmsburg Niedersachsen 69,4 13.07.2026 Wittendörp-Dodow Mecklenburg-Vorpommern 66,3 14.07.2026 Untrasried-Maneberg Bayern 65,6 17.07.2026 Aschersleben-Mehringen Sachsen-Anhalt 59,0 14.07.2026 Schwarzatal-Lichtenhain - Bergbahn Thüringen 58,8 17.07.2026 Weisendorf-Oberlindach Bayern 56,9 17.07.2026 Kalchreuth Bayern 56,2 14.07.2026 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 54,8 01.07.2026 Attenkam Bayern -
Wert Station Bundesland 152,6 Ettal-Linderhof Bayern 146,8 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 146,4 Jachenau-Tannern Bayern 144,0 Unterjoch Bayern 138,2 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 135,5 Hindelang, Bad-Gailenberg Bayern 135,5 Marienberg Sachsen 135,4 Waakirchen-Demmelberg Bayern 130,1 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern 128,6 Oy-Mittelberg - Grüntensee Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen 0,0 Eppenrod Rheinland-Pfalz 0,0 Hellenthal-Udenbreth Nordrhein-Westfalen 0,0 Idstein Hessen 0,0 Kreuztal-Eichen Nordrhein-Westfalen 0,0 Neuss (Kläranlage Ost) Nordrhein-Westfalen 0,0 Ranstadt-Ober-Mockstadt Hessen 0,0 Winden Baden-Württemberg 0,2 Meeder-Ottowind Bayern 0,2 Rosenfeld-Leidringen Baden-Württemberg -
Wert Datum Station Bundesland 170,3 19.07.2026 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 130,3 14.07.2026 Nürnberg Bayern 126,7 16.07.2026 Mühlacker Baden-Württemberg 125,3 15.07.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg 105,1 13.07.2026 Hannover Niedersachsen 104,4 16.07.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 101,9 07.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 99,7 17.07.2026 Altmühlsee Bayern 95,8 03.07.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 95,4 16.07.2026 Lindau (SWN) Bayern -
Wert Station Bundesland 226,0 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 226,0 Tholey Saarland 221,5 Weiskirchen - Saar Saarland 220,8 Perl-Nennig Saarland 219,5 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 216,3 Saarbrücken-Burbach Saarland 216,0 Rheinfelden Baden-Württemberg 215,2 Neunkirchen-Wellesweiler Saarland 215,1 Müllheim Baden-Württemberg 212,8 Pirmasens Rheinland-Pfalz -
Wert Station Bundesland 72,5 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen 115,6 Zugspitze Bayern 117,2 Helgoland Schleswig-Holstein 118,2 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 118,6 Wangerland-Hooksiel Niedersachsen 120,7 UFS TW Ems Hamburg 122,9 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 123,0 Wittmundhafen Niedersachsen 123,5 Dörpen Niedersachsen 124,1 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juli 2026 beträgt 19,8 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 2,9 °C (91/20 1,5 °C). Am 11.07.2026 konnte mit 36,6 °C über Rheinfelden (Baden-Württemberg) die höchste und am 02.07.2026 mit -1,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 22,5 °C Saarland. Frischer ist der Juli 2026 mit einem Durchschnittswert von 17,9 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im Juli 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 31,3 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 39 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 166,4 Stunden ihren Sollwert von 211,9 Stunden zu 79 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 226,0 Stunden über der Perl-Sinz-Renglischberg (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 72,5 Stunden über der Friesoythe-Altenoythe (Niedersachsen).









