Wetterprognose: Hitze, Wüstentage und ein markanter Umschwung danach
Die Luftmassengrenze über Deutschland löst sich heute allmählich auf. Über dem Südosten von Bayern gibt es noch etwas Niederschlag, sonst bleibt es überwiegend trocken. Zum Wochenende rückt das Azorenhoch nach und positioniert sich direkt über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es sorgt für ein sonniges, sommerlich warmes und regional auch hochsommerlich heißes Wochenende. Für den weiteren Verlauf des Sommers ist dieses Hoch jedoch von entscheidender Bedeutung, da es sich zum Ende des Siebenschläferzeitraums aufbaut und damit als Weichenstellung für die kommenden Wochen gilt. Wir schauen uns heute einmal den strukturellen Aufbau des Hochdrucksystems genauer an, werfen dabei auch einen Blick auf die Clusteranalyse und gehen der Frage nach, in welche Richtung das Wetter zum Start in den Hochsommer kippen wird.

Die Luftmassengrenze sorgt heute noch für ein Wolkenband, welches sich zwischen Nordrhein-Westfalen und Bayern quer über Deutschland legt und über dem Südosten von Bayern für zeitweiligen Niederschlag sorgt, der südlich der Donau auch länger andauernd ausfallen kann. Großartige Regensummen sind jedoch nicht zu erwarten. Über dem Rest von Deutschland wechselt sich starke bis wechselnde Bewölkung ab und es bleibt weitgehend trocken. Die Temperaturen erreichen +20 bis +25 Grad, über dem Westen und Südwesten sind bis zu +28 Grad möglich. Der Wind weht phasenweise böig aus nordwestlichen Richtungen und kann über den Küsten von Nord- und Ostsee auch stärker böig auffrischen.
Sommerhoch ab Donnerstag: bis +35 Grad über dem Westen und Südwesten
Die Luftmassengrenze spielt ab Donnerstag keine Rolle mehr. Das Sommerhoch dehnt sich bis zum Wochenende weiter in Richtung Mitteleuropa aus und dominiert das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum Start in die neue Woche. Verbreitet ist mit einer maximal möglichen Sonnenscheindauer zu rechnen, wodurch die Temperaturen von Donnerstag mit +20 bis +25 Grad, über dem Westen und Südwesten mit bis zu +31 Grad, über das Wochenende weiter auf +26 bis +32 Grad und über dem Südwesten und Westen sogar auf bis zu +35 Grad ansteigen können. Verbreitet bleibt es trocken, doch lassen sich ab Sonntag über den östlichen Landesteilen vereinzelte Gewitter nicht gänzlich ausschließen. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juli 2026.

Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Dritte Hitzewelle kommt
Die Vorhersage-Modelle hatten es in den vergangenen Tagen bereits immer wieder berechnet: Das Azorenhoch kommt und positioniert sich zum Wochenende direkt über Mitteleuropa. Der Störimpuls, welcher die Luftmassengrenze über Deutschland brachte, trogt über Osteuropa nach Süden aus und kann in Form von kleineren Ablegern mithilfe des Hochdrucksystems doch noch nach Deutschland geführt werden. Dies könnte ab Sonntag die Gewitteraktivität wieder ansteigen lassen. Die Betonung liegt dabei aber auf kann
, denn die Vorhersage-Modelle berechnen dieses Szenario derzeit noch sehr unterschiedlich.
Bis +38 Grad am Rhein: Hitze-, Wüstentage und tropische Nächte bis 17. Juli
Doch ob mit oder ohne Störimpuls: Beide Vorhersage-Modelle sind sich in ihrer aktuellen Wettervorhersage einig, dass der Zeitraum vom 11. bis 18. Juli überwiegend hochdruckdominiert ausfallen kann. Niederschlagssignale zeigen sich nur in Form von Hitzegewittern, die lokal zwar für nennenswerten Niederschlag und teils auch unwetterartige Wettererscheinungen sorgen können. Verbreitet bleibt es jedoch trocken und sonnig, wobei ab den Nachmittagsstunden hochschießende Quellwolken zumindest zeitweise für etwas Schatten sorgen können.
Die Temperaturen erreichen bis zum 17. Juli nördlich der Linie zwischen Münster und Berlin +25 bis +30 Grad, weiter südlich sind +30 bis +35 Grad zu erwarten. Entlang des Rheingrabens sowie über Teilen des Südwestens und Westens sind sogar Temperaturen von bis zu +38 Grad möglich. In den Nächten kühlt es im Norden auf +17 bis +20 Grad ab, während es im Süden bei Werten bis +25 Grad nur bedingt abkühlen kann. Weitere Hitze-, Wüstentage und tropische Nächte sind somit das Erwartbare.

Wettersturz zum Start in den Hochsommer
Schaut man sich die obenstehenden Wetterkarten an, so hat das Sommerhoch zum 18. Juli keine stabile Struktur mehr. Es nimmt zwar Kontakt zum Azorenhoch auf und versucht, gemeinsam mit diesem noch einmal eine stabile Hochdruckzone über Mitteleuropa zu etablieren. Nach dem Wettertrend beider Vorhersage-Modelle gelingt dieser Versuch jedoch nicht, sodass sich die Hochdruckstruktur zum Beginn des Hochsommers allmählich abbaut und der Wetterablauf wechselhafter wird.
Temperatursturz von bis zu 22 Grad - Kaltlufttropfen, Störimpulse und Unwetter über Deutschland
Die Vorhersage-Modelle interpretieren den bevorstehenden Wetterwechsel zwar unterschiedlich, kommen aber zu einem ähnlichen Ergebnis. Nach dem europäischen Wettermodell endet die dritte Hitzewelle zwischen dem 18. und 20. Juli mit unwetterartigem Niederschlag von bis zu 170 l/m² über Süddeutschland, während der Norden weitgehend trocken bleibt. Die Temperaturen gehen über Nord- und Ostdeutschland auf +24 bis +28 Grad und über West- und Süddeutschland auf +18 bis +22 Grad zurück. In der Nähe der Unwetterfronten kann es sogar bis auf +15 Grad abkühlen.
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells geht noch einen Schritt weiter und berechnet bis zum 20. Juli ein Viererfeld von Störimpulsen zwischen dem westlichen Russland, dem europäischen Nordmeer, dem Atlantik und Osteuropa. Deutschland, die Schweiz und Österreich geraten dabei voll in den Einflussbereich dieser Störimpulse, die sich quasistationär verhalten und über dem Süden und Osten zu unwetterartigen Regensummen von bis zu 100 l/m² führen können. Die Temperaturen erreichen am 20. Juli noch einmal +25 bis +30 Grad, örtlich bis +32 Grad, ehe sie zum 21. Juli mancherorts regelrecht auf +14 bis +18 Grad abstürzen können.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Hochsommer kommt - wie lange er anhält, ist unsicher
An diesem Fazit hat sich seit 144 Stunden nichts geändert. Die Vorhersage-Modelle stützen seit einigen Tagen nach der dritten Hitzewelle einen markanten Wetterwechsel zum Start in den Hochsommer. Schaut man sich die Prognose der Europäer an, so kann sich das Azorenhoch nachfolgend in Richtung Mitteleuropa ausdehnen und so für eine Erhaltungsneigung der sommerlichen Witterung sorgen, während die Umstrukturierung der Großwetterlage nach der Prognose der Amerikaner nachhaltiger ausfällt und den Hochsommer in Frage stellt.
Clusteranalyse - der Hochsommer vorbei?
Das ist die Frage, um die es in den kommenden Tagen gehen wird. Zum Ende des Siebenschläferzeitraums baut sich ein stabiles Hochdrucksystem auf und sorgt über einen Zeitraum von über einer Woche für einen hochsommerlichen Wettercharakter. Bewertet man die Clusteranalyse - also wo und mit welcher Wahrscheinlichkeit sich die Hochdruck- und Tiefdrucksysteme positionieren werden - so ergeben sich heute 9 unterschiedliche Cluster.
Ganze 56 Prozent der Modellläufe berechnen einen Hochdruckcluster über dem Atlantik, was im Hinblick auf den Hochsommer suboptimal
ist. Warum? Hochdrucksysteme drehen sich im Uhrzeigersinn und da sie das in diesem Fall über dem Atlantik tun und dabei die Frontalzone blockieren, stellt sich über Mitteleuropa eine meridional verlaufende Nord-Süd-Strömung ein. Diese kann aus Skandinavien immer wieder Tiefdrucksysteme in Richtung der Alpen lenken.
Der Rest entfällt mit 44 Prozent auf ein Blockadehoch über Nordeuropa, also exakt das Gegenteil der Atlantikblockade - in beiden Fällen handelt es sich aber um eine vollständig gestörte Zirkulation, bei der eine klassische Westwetterlage nach wie vor keine Rolle spielen wird. Und ja, mit einem Hochdruckgebiet über Skandinavien gibt es zwei Möglichkeiten: eine Omegablase oder ein autarkes Hoch über Skandinavien, welches an seinen südlichen Gradienten von Störimpulsen unterwandert werden kann. Wir haben diese Varianten anhand ausgesuchter Kontrollläufe einmal gegenübergestellt.

Kontrollläufe: Eine hochsommerliche Wetterphase, die zum Start in den Hochsommer endet
Die Kontrollläufe stützen nach wie vor im Zeitraum vom 9. bis 18. Juli eine Temperaturanomalie von +4 bis +5 Grad über dem Norden und Osten und von bis zu +8 Grad über dem Süden und Westen. Eine Hitzewelle ist über dem Westen und Süden mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, während man über den östlichen Landesteilen noch die Entwicklung möglicher Störimpulse abwarten muss, bevor eine genauere Aussage möglich ist.
Ab dem 19. Juli aber ist der Temperaturtrend der Kontrollläufe rückläufig und bestätigt die höhere Wahrscheinlichkeit einer Atlantikblockade. Bei einer solchen Wetterlage können aus nordwestlichen Richtungen frischere Luftmassen nach Mitteleuropa gelangen, wodurch die Temperaturanomalie auf +1 bis +2 Grad absinken kann.
Wann kommt Regen?
Die Niederschlagssignale sind bis zum 18. Juli nur schwach ausgeprägt, sodass es verbreitet trocken bleibt, wobei lokale Schauer und Gewitter dennoch nicht ausgeschlossen werden können. Im Vergleich zu den vergangenen 24 Stunden wurde die Niederschlagsprognose für den Zeitraum vom 18. bis 22. Juli nach oben korrigiert und liegt nun im leicht bis mäßig erhöhten Bereich. Auch die KI-Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle bestätigen einen Wetterwechsel zum Start in den Hochsommer. Schaun mer mal, was daraus in den kommenden Tagen wird. Denn nach wie vor gilt: Erst muss das Hoch kommen, dann sieht man weiter.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 14. Juli | +14 bis +38 Grad | +26 bis +28 Grad |
| 18. Juli | +16 bis +37 Grad | +27 bis +29 Grad |
| 23. Juli | +12 bis +35 Grad | +22 bis +25 Grad |

Wetterdaten Oktober 2026
Top-10 Extremwerte Oktober 2026
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Wert Datum Station Bundesland 27,5 01.10.2026 Aschersleben-Mehringen Sachsen-Anhalt 27,0 01.10.2026 Coschen Brandenburg 26,5 01.10.2026 Bernburg - Saale (Nord) Sachsen-Anhalt 26,5 01.10.2026 Jena (Sternwarte) Thüringen 26,2 01.10.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt 26,2 01.10.2026 Langenlipsdorf Brandenburg 26,1 01.10.2026 Schwarzburg Thüringen 25,9 01.10.2026 Berlin-Tempelhof Berlin 25,9 01.10.2026 Manschnow Brandenburg 9,0 15.10.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -8,8 12.10.2026 Zugspitze Bayern -2,8 13.10.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen -2,7 13.10.2026 München-Flughafen Bayern -2,6 13.10.2026 Coschen Brandenburg -2,4 13.10.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern -2,3 13.10.2026 Neustadt am Kulm-Filchendorf Bayern -2,2 13.10.2026 Eichstätt-Landershofen Bayern -2,2 13.10.2026 Tirschenreuth-Lodermühl Bayern -2,2 13.10.2026 Zwiesel Bayern -2,1 13.10.2026 Baruth Brandenburg -
Wert Datum Station Bundesland 72,6 04.10.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 59,7 10.10.2026 Wesselburen Schleswig-Holstein 55,9 10.10.2026 Schafstedt Schleswig-Holstein 53,5 10.10.2026 Wrohm Schleswig-Holstein 51,3 10.10.2026 Krempel Schleswig-Holstein 49,3 08.10.2026 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 46,5 10.10.2026 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein 45,3 10.10.2026 Haale Schleswig-Holstein 42,4 10.10.2026 Elpersbüttel Schleswig-Holstein 41,3 08.10.2026 Breitnau Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 124,6 Wrohm Schleswig-Holstein 122,2 Wesselburen Schleswig-Holstein 115,2 Schafstedt Schleswig-Holstein 102,8 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 102,8 Krempel Schleswig-Holstein 102,7 Elpersbüttel Schleswig-Holstein 101,8 Erfde Schleswig-Holstein 101,4 Haale Schleswig-Holstein 100,6 Oberstdorf Bayern 98,6 Friedrichskoog Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 0,0 Calw-Hirsau Baden-Württemberg 0,0 Forst-Klein Bademeusel Brandenburg 0,1 Selfkant-Havert Nordrhein-Westfalen 0,7 Pfofeld-Langlau Bayern 1,7 Seligenstadt-Waldhof Hessen 1,7 Trippstadt-Neuhof Rheinland-Pfalz 2,5 Weißenburg-Emetzheim Bayern 3,2 Neutrebbin Brandenburg 3,9 Coschen Brandenburg 4,3 Sukow-Zietlitz Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Datum Station Bundesland 115,2 09.10.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 89,6 08.10.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 88,9 09.10.2026 Fichtelberg Sachsen 86,0 08.10.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 86,0 09.10.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 86,0 10.10.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 85,3 10.10.2026 Büsum Schleswig-Holstein 82,8 09.10.2026 Schmücke Thüringen 82,4 08.10.2026 Rostock-Warnemünde Mecklenburg-Vorpommern 82,1 09.10.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Station Bundesland 102,4 Fürstenzell Bayern 100,1 Grainet-Rehberg Bayern 100,0 Heinsberg-Schleiden Nordrhein-Westfalen 99,6 Mönchengladbach-Hilderath Nordrhein-Westfalen 98,9 Weilerswist-Lommersum Nordrhein-Westfalen 98,6 Tönisvorst Nordrhein-Westfalen 97,8 Geilenkirchen-Neutevern Nordrhein-Westfalen 96,7 Xanten (Wasserwerk) Nordrhein-Westfalen 96,4 Zugspitze Bayern 96,0 Ahaus Nordrhein-Westfalen -
Wert Station Bundesland 35,3 Wolfach Baden-Württemberg 36,4 Werl Nordrhein-Westfalen 36,7 Bremerhaven Bremen 48,8 Braunlage Niedersachsen 48,8 Brocken Sachsen-Anhalt 50,0 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 51,9 Stötten Baden-Württemberg 52,0 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 54,4 Karlshagen Mecklenburg-Vorpommern 55,2 Schwarzburg Thüringen
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Oktober 2026 beträgt 12,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,4 °C (91/20 2,9 °C). Am 01.10.2026 konnte mit 27,5 °C über Aschersleben-Mehringen (Sachsen-Anhalt) die höchste und am 12.10.2026 mit -8,8 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 13,1 °C Saarland. Frischer ist der Oktober 2026 mit einem Durchschnittswert von 11,4 °C bisweilen über Thüringen.
Im Oktober 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 30,6 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 54 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 5 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 74,8 Stunden ihren Sollwert von 109,3 Stunden zu 68 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 102,4 Stunden über der Fürstenzell (Bayern). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 35,3 Stunden über der Wolfach (Baden-Württemberg).










