Sommertrend: Eine hochsommerliche Wetterentwicklung - mehr Hitze, wenig Regen
Der Siebenschläferzeitraum geht noch bis zum 10. Juli und die Großwetterlage, die sich bis dahin durchsetzt, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit das Wetter im Sommer 2026 zu dominieren. Aktuell stehen sich ein Tief über Skandinavien und ein Hoch über den Azoren gegenüber. Deutschland liegt zwischen den Fronten, was die Nordhälfte in den Einflussbereich des Skandinavientiefs und den Süden in den Bereich des Sommerhochs bringt. Entsprechend groß ist mit +14 bis +32 Grad die mögliche Temperaturspanne über Deutschland. Zudem gibt es über dem Norden und Osten immer wieder Regen, während der Süden und Westen weitgehend trocken bleiben und sich die Dürresituation weiter verschärfen kann. Kontrastreiches Wetter steht bevor - doch in welche Richtung kippt das Wetter zum Ende des Siebenschläferzeitraums? Wechselhafte Sommerfrische oder doch trockenes Hochsommerwetter?

Lockere Wolkenfelder ziehen heute über die Lande und bringen am Vormittag über dem Südosten Bayerns sowie über den Küsten von Nord- und Ostsee einzelne Schauer, die örtlich auch von Gewittern begleitet werden können. Größere Regenmengen sind dabei nicht zu erwarten. Über dem Rest von Deutschland präsentiert sich der Tag überwiegend sonnig und trocken - auch wenn die Temperaturen mit +20 bis +25 Grad und über dem Südwesten mit bis zu +28 Grad nur bedingt sommerlich ausfallen.
Zwischen den Fronten - Luftmassengrenze über Deutschland
Über das Wochenende und noch bis zum Start in die neue Woche kommt es zwischen dem Tief über Skandinavien und dem Hoch über den Azoren zu einer Pattsituation. Da sich Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn und Hochdruckgebiete im Uhrzeigersinn drehen, kommt der Wind aus nordwestlichen Richtungen und treibt vor allem nördlich einer Linie Münster–Bayerischer Wald immer wieder Wolkenfelder heran, aus denen sich zeitweiliger Niederschlag ergeben kann. Am Sonntag erreicht der Regen auch Teile Bayerns, sonst sind südlich der vorgenannten Linie keine nennenswerten Regenmengen zu erwarten. Verbreitet bleibt es trocken. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juli 2026.

Wetterprognose der Europäer: eine hochsommerliche Wetterentwicklung mit Schwächen
Ein Wackelkandidat
der vergangenen Tage war im Hinblick auf eine hochsommerlich stabile Wetterentwicklung das deutsche Prognose-Modell, welches das Tief über Skandinavien über Mitteleuropa hinweg nach Süden austrogen ließ. Betrachtet man die obenstehenden Wetterkarten, so ist diese Variante nun vom Tisch - die Entwicklung nähert sich stattdessen der Prognose des europäischen Wettermodells an, bei der das Azorenhoch die Tiefdruckaktivität zunehmend nach Osten abdrängt.
Ein Sommerhoch über Deutschland
Das Azorenhoch dehnt sich nach der Vorhersage der Europäer bis zum 9. Juli über ganz Deutschland aus und festigt seine Position vom 10. bis 17. Juli über Mitteleuropa. Die Niederschläge über dem Norden klingen allmählich ab und es stellt sich über Deutschland, der Schweiz und Österreich vom 8. bis 18. Juli weitgehend trockenes und stabiles Sommerwetter ein - regionale Gewitter, insbesondere an den Alpenrändern und im Süden, können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Bis zum 10. Juli erreichen die Temperaturen +23 bis +26 Grad, über dem Südwesten örtlich bis +29 Grad. Bis zum 17. Juli sind mit +29 bis +35 Grad und über dem Westen und Südwesten mit bis zu +38 Grad weitere Hitze- und Wüstentage möglich. In den Nächten sinken die Tiefstwerte kaum mehr unter die +20-Grad-Marke, was verbreitet zu tropischen Nächten führen kann.

Amerikanisches Wettermodell: Der Hochsommer mit dritter Hitzewelle - das Azorenhoch setzt sich durch
Die Störung über Skandinavien behält nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells noch bis zum 8. Juli ihren Einfluss über Deutschland und sorgt bis dahin für wechselhaftes Wetter mit einer Temperaturspanne von +29 Grad über dem Südwesten bis hin zu +16 Grad über dem Nordosten. Anschließend setzt sich das Azorenhoch durch und sendet zum Ende der Siebenschläferperiode ein markantes Signal in Richtung Hochsommer.
Omegawetterlage mit Sommer, Hochsommer und Hitze
Das Azorenhoch drängt bis zum 10. Juli nach Deutschland vor und verdrängt das Tief über Skandinavien nach Osten und Nordosten. Bis zum 12. Juli etabliert sich der Hochdruckkern über Deutschland, Österreich und der Schweiz, flankiert von Höhentiefs auf beiden Seiten. Dadurch kann sich bis zum 16. Juli eine klassische Omegawetterlage (Ω) über Europa ausbilden, bei der sich der Hochdruckkeil weit über Skandinavien nach Norden erstreckt.
Die Temperaturen steigen am 11. Juli auf +25 bis +30 Grad, über dem Südwesten lokal auf bis zu +33 Grad. Bis zum 15. Juli pendeln sich die Temperaturen auf +29 bis +35 Grad ein, über dem Westen und Südwesten sind stellenweise bis zu +37 Grad möglich. Den vorläufigen Höhepunkt markiert der 18. Juli mit bis zu +39 Grad. In den Nächten kühlt es lediglich auf +20 bis +25 Grad ab, womit Hitzetage, Wüstentage und tropische Nächte in Serie zu erwarten sind.
Dürre über dem Westen und Süden
Die Niederschlagstätigkeit über der Nordhälfte Deutschlands klingt bis zum 8. Juli ab, danach stellt sich nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells bis zum 19. Juli verbreitet trockenes Wetter ein. Der Niederschlag der kommenden Tage über dem Norden wirkt zwar als nützlicher Puffer und mildert die aufkommende Trockenheit etwas ab, doch südlich einer Linie zwischen Münster und dem Bayerischen Wald bleibt es - mit Ausnahme des Alpenraums - überwiegend trocken und niederschlagsfrei.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Der Hochsommer kommt
Es hat sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet - insbesondere die Kontrollläufe hatten mit einer bemerkenswerten Anomalie von +4 bis +10 Grad (Nord-Süd) stets eine ungewöhnlich warme Wetterentwicklung favorisiert. Die Vorhersage-Modelle hatten zwischenzeitlich noch andere Lösungen präsentiert, doch der Trend zeigte auch hier klar in Richtung Hochsommer. Heute nun sind sich alle Prognose-Modelle einig - der Hochsommer hat ab dem 8. Juli eine sehr hohe Eintreffwahrscheinlichkeit.
Temperaturanomalie von bis zu +8 Grad - Kontrollläufe stützen eine hochsommerliche Wetterlage
Die Kontrollläufe bestätigen über dem Norden und Osten mit einer Anomalie von +0,5 bis +1,5 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert eine bis zum 8. Juli anhaltend gemäßigte Wetterphase. Über dem Süden und Westen hingegen kann die Anomalie ab dem 6. Juli bereits +2 bis +4 Grad betragen. Vom 8. bis 17. Juli steigen die Abweichungen dann deutlich an: Über dem Norden und Osten sind +3 bis +5 Grad zu erwarten, über dem Süden und Westen gegenüber dem Klimamittel sogar +5 bis +8 Grad.
Regenprognose: Dürre ist ein Thema
Zahlreiche Landkreise im Westen und Süden haben bereits die Entnahme von Wasser aus Seen, Bächen und Flüssen verboten. Der Bodensee hat aktuell im Sommer einen historischen Tiefststand erreicht. Regen wäre also vielerorts durchaus willkommen, doch wird dieser wohl über dem Süden und Westen ausbleiben. Die Vorhersage-Modelle und auch die Kontrollläufe bestätigen eine bis zum 15. Juli weitgehend trockene Wetterlage, bevor ab dem 16. Juli die Schauer- und Gewitteraktivität etwas zunehmen kann.
Über dem Norden und Osten sind die Niederschlagssignale bis zum 8. Juli noch leicht erhöht, sinken danach jedoch in den schwach erhöhten Bereich ab. In Kombination mit der Temperaturanomalie verstärkt sich das Signal einer hochsommerlichen Wetterentwicklung - was die ohnehin angespannte Dürresituation weiter verschärfen dürfte. Im Oberboden (25 cm) kommt es verbreitet zu Trockenstress und über weiten Teilen des Westens, Südens und Ostens ist bereits der Welkepunkt erreicht. Im Gesamtboden (1,8 Meter) zeigt sich über dem Süden und Osten eine außergewöhnliche Dürre (Dürremonitor). Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 9. Juli | +17 bis +33 Grad | +21 bis +24 Grad |
| 13. Juli | +17 bis +37 Grad | +26 bis +29 Grad |
| 18. Juli | +14 bis +40 Grad | +24 bis +27 Grad |

Wetterdaten Juli 2026
Top-10 Extremwerte Juli 2026
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Wert Datum Station Bundesland 36,6 11.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 36,1 14.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,9 13.07.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 35,8 13.07.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 35,5 11.07.2026 Müllheim Baden-Württemberg 35,4 10.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Wolfach Baden-Württemberg 35,3 13.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 15,3 15.07.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -1,5 02.07.2026 Zugspitze Bayern 4,5 04.07.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 5,5 04.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 6,1 04.07.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 6,4 04.07.2026 Carlsfeld Sachsen 6,6 04.07.2026 Lobenstein, Bad Thüringen 6,6 04.07.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 6,6 11.07.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 04.07.2026 Königshofen, Bad Bayern 6,8 04.07.2026 Elster, Bad-Sohl Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 80,7 15.07.2026 Blumberg-Randen Baden-Württemberg 69,4 13.07.2026 Wittendörp-Dodow Mecklenburg-Vorpommern 66,3 14.07.2026 Untrasried-Maneberg Bayern 59,0 14.07.2026 Schwarzatal-Lichtenhain - Bergbahn Thüringen 56,2 14.07.2026 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 54,8 01.07.2026 Attenkam Bayern 54,3 01.07.2026 Ostritz Sachsen 53,4 14.07.2026 Ettal-Linderhof Bayern 52,6 14.07.2026 Oberstaufen-Thalkirchdorf Bayern 51,8 01.07.2026 Bockhorn - Oberbayern -Grünbach Bayern -
Wert Station Bundesland 130,6 Marienberg Sachsen 111,7 Ettal-Linderhof Bayern 107,6 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 106,7 Untrasried-Maneberg Bayern 105,7 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 104,9 Oy-Mittelberg - Grüntensee Bayern 104,3 Flintsbach - Inn-Asten Bayern 102,7 Sehmatal-Neudorf Sachsen 101,7 Unterjoch Bayern 99,3 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen 0,0 Aßlar Klein-Altenstädten Hessen 0,0 Barßel-Loher Ostmark Niedersachsen 0,0 Bergtheim Bayern 0,0 Biblis Hessen 0,0 Bischbrunn-Oberndorf Bayern 0,0 Blankenheim-Ahrhütte Nordrhein-Westfalen 0,0 Braunfels Hessen 0,0 Dahlem-Schmidtheim Nordrhein-Westfalen 0,0 Deuselbach Rheinland-Pfalz -
Wert Datum Station Bundesland 130,3 14.07.2026 Nürnberg Bayern 125,3 15.07.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg 105,1 13.07.2026 Hannover Niedersachsen 101,9 07.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 95,8 03.07.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 91,8 03.07.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein 88,9 02.07.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 88,6 03.07.2026 Hallig Hooge Schleswig-Holstein 87,8 07.07.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 87,5 02.07.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 189,9 Tholey Saarland 187,7 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 184,4 Weiskirchen - Saar Saarland 184,1 Perl-Nennig Saarland 180,9 Neunkirchen-Wellesweiler Saarland 180,9 Saarbrücken-Burbach Saarland 180,2 Pirmasens Rheinland-Pfalz 179,4 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 178,0 Berus Saarland 177,9 Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz -
Wert Station Bundesland 72,5 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen 90,6 Helgoland Schleswig-Holstein 93,4 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 93,5 Zugspitze Bayern 97,3 Wangerland-Hooksiel Niedersachsen 97,9 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,4 Gardelegen Sachsen-Anhalt 99,4 UFS TW Ems Hamburg 100,6 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg 102,1 Mittenwald - Obb. Bayern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juli 2026 beträgt 19,9 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,0 °C (91/20 1,6 °C). Am 11.07.2026 konnte mit 36,6 °C über Rheinfelden (Baden-Württemberg) die höchste und am 02.07.2026 mit -1,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 23,1 °C Saarland. Frischer ist der Juli 2026 mit einem Durchschnittswert von 17,8 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im Juli 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 19,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 24 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 3 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 136,7 Stunden ihren Sollwert von 211,9 Stunden zu 65 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 189,9 Stunden über der Tholey (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 72,5 Stunden über der Friesoythe-Altenoythe (Niedersachsen).










