Wetterprognose: Dritte Hitzewelle im Juli? Wettermodelle mit klaren Signalen
Skandinavientief gegen Azorenhoch - bereits seit Tagen zeichnet sich dieser Konflikt ab und wird inmitten des Siebenschläferzeitraums über eine dritte Hitzewelle oder einen Totalabsturz des Sommers entscheiden. Es stehen für den Sommer 2026 somit richtungsweisende Entwicklungen bevor und so manch ein Vorhersage-Modell überrascht heute mit Wetterprognosen, welche mit dem Sommer nur noch wenig gemeinsam haben. Ist das der fragmentierte, unberechenbare Sommer mit deutlichen Signalen in den Extremen? Wir schauen uns das heute einmal genauer an.

Die Schwüle und die Hitze sind in den vergangenen Tagen über Deutschland spürbar zurückgegangen - Wüstentage oder tropische Nächte sind vorerst nicht zu erwarten. Der Grund hierfür ist ein kräftiges Tief über Skandinavien, welches die Hochdruckzentren zu einer Positionskorrektur zwingt. Da sich Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn und Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, kippt die Grundströmung auf nordwestliche Richtungen. Dies macht sich insbesondere über dem Norden mit einem stark böigen Wind bemerkbar. An den Küsten von Nord- und Ostsee sind zudem stürmische Windböen nicht auszuschließen.
Kühler Norden, sommerlicher Süden - zweigeteiltes Sommerwetter über Deutschland
Das Tief über Skandinavien greift mit seinen südlichen Ausläufern auf das Wetter über Norddeutschland über. Dies macht sich teils mit kompakten Wolkenfeldern bemerkbar, die immer wieder für einzelne Regenspritzer sorgen können. Die Temperaturen pendeln sich über das Wochenende nördlich einer Linie zwischen Münster und dem Bayerischen Wald auf +18 bis +24 Grad ein. Weiter nach Süden lockert die Bewölkung häufiger auf und verbreitet ist sonniges Sommerwetter zu erwarten. Kurze Schauer sind am Freitag und Samstag zwar möglich, doch bleibt es insgesamt überwiegend trocken. Die Temperaturen erreichen dort +24 bis +28 Grad, über dem Südwesten örtlich sogar bis +30 Grad. Zum Start in die neue Woche verschärft sich der Temperaturgegensatz an der Luftmassengrenze weiter: Während der Norden mit +17 bis +22 Grad frischer bleibt, sind über dem Süden mit +27 bis +32 Grad hochsommerliche Temperaturen zu erwarten. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juli 2026.

Europäisches Wettermodell berechnet dritte Hitzewelle ab 8. Juli
Die obenstehenden Wetterkarten sind aus meteorologischer Sicht äußerst interessant. Das deutsche Vorhersagemodell berechnet das Skandinavientief weiter westlich als bisher - der Trog erfasst Deutschland vollständig und verpasst damit dem Sommer auch über dem Süden einen Dämpfer. Eine willkommene Folge wäre Niederschlag, der im Westen, Süden und Osten derzeit so dringend benötigt wird. Das Skandinavientief trogt dabei so weit nach Süden aus, dass es Kontakt zur Mittelmeerregion aufnehmen kann - ein Umstand, der die Großwetterlage im Sommer grundlegend verändern und ein echter Gamechanger
sein kann. Warum? Nimmt der Trog Kontakt zur Mittelmeerregion auf, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass er sich in ein eigenständiges Höhentief umwandelt und über einen längeren Zeitraum über Mitteleuropa verbleibt. Diese mögliche Entwicklung sei an dieser Stelle erwähnt - sie muss jedoch in den kommenden Tagen weiter verifiziert werden, da andere Vorhersagemodelle aktuell ein deutlich abweichendes Szenario zeigen.
Temperaturen von bis +39 Grad - Aufbau einer hochsommerlichen Wetterlage
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells verfolgt hingegen einen Ansatz, der in den vergangenen Tagen fast durchgehend favorisiert wurde. Das Azorenhoch drängt das Skandinavientief nach Nordosten ab und übernimmt den über Mitteleuropa frei werdenden Raum. Diese Umstellung setzt bereits um den 8. Juli ein. Bis zum 17. Juli behauptet sich das Sommerhoch über Mitteleuropa und dehnt sich dabei zunehmend in Richtung Skandinavien aus, wodurch mögliche Störsysteme weit von Mitteleuropa ferngehalten werden. Anders formuliert - das Hochdrucksystem sorgt für stabiles, beständiges Sommerwetter.
Während die Temperaturen am 9. Juli noch bei +20 bis +25 Grad liegen und im Westen und Südwesten vereinzelt +28 Grad erreichen, steigen diese bis zum 11. Juli auf +28 bis +32 Grad und über dem Südwesten lokal auf bis zu +34 Grad. Bis zum 17. Juli kann sich der Zustrom ungewöhnlich heißer Luftmassen weiter intensivieren und die Temperaturen auf +32 bis +39 Grad ansteigen lassen.
Einzelne lokale Hitzegewitter lassen sich in diesem Zeitraum zwar nicht vollständig ausschließen, flächendeckend ausreichender Niederschlag ist aufgrund der Hochdruckdominanz jedoch nicht zu erwarten.

Amerikanisches Wettermodell bestätigt Hochsommer - Dürre über dem Westen verschärft sich
Der Wettertrend des amerikanischen Wettermodells bestätigt weitgehend die hochsommerliche Wettervorhersage der Europäer. Das Azorenhoch dehnt sich ab dem 8. Juli nach Mitteleuropa aus und festigt dort seine Position bis mindestens zum 15. Juli.
In diesem Zeitraum ist überwiegend trockenes und sonniges Wetter zu erwarten. Die Temperaturen steigen ab dem 9. Juli zunächst auf +19 bis +24 Grad an - und über dem Westen und Südwesten sind bereits bis zu +28 Grad möglich. Bis zum 16. Juli klettern die Werte dann verbreitet auf +24 bis +28 Grad, während es im Westen und Südwesten sogar bis zu +35 Grad heiß werden kann. Der ausbleibende Regen dürfte die ohnehin angespannte Dürrelage südlich einer Linie zwischen Münster und dem Bayerischen Wald deutlich verschärfen.
Dämpfer für den Hochsommer
Die Wetterlage bleibt zwar hochsommerlich geprägt, doch verlagert sich das Sommerhoch mit Beginn der zweiten Julihälfte nach Westen auf den Atlantik. Dort blockiert es die Frontalzone zwischen Grönland, Island und England, sodass diese einen weiten Umweg über den Norden nehmen muss - um anschließend rückseitig des Hochdrucksystems über Mitteleuropa nach Süden auszutrogen. Die Bewölkung nimmt zu die Niederschlagsaktivität steigt an und die Temperaturen gehen auf +22 bis +26 Grad zurück und können über dem Süden nur knapp unter der +30 Grad-Marke liegen.

Fazit: Das Wetter im Sommer 2026 steht vor dem Scheideweg
Dies ist der klassisch meridionale Verlauf des Strömungsmusters (Nord-Süd; Süd-Nord). Eine Westwetterlage, die typischerweise mildere und wechselhaftere Bedingungen mit sich bringt, ist nach den aktuellen Prognose-Modellen vorerst nicht zu erwarten. Stattdessen läuft es auf das Hop-oder-Top-Prinzip hinaus: Entweder setzt sich Hochdruckeinfluss durch - oder ein Trog bringt eine deutliche Gegenentwicklung. Die Variante des deutschen Vorhersage-Modells mit einem Trog über Mitteleuropa wird zwar von anderen Modellen aktuell nicht weiter gestützt, ist jedoch bemerkenswert und sollte in den kommenden Tagen weiter beobachtet und verifiziert werden.
Interessant ist, dass sich die europäischen und amerikanischen Modelle zunehmend annähern und die Extremszenarien der Kontrollläufe heute klarer herausgearbeitet werden. Vieles hängt letztlich davon ab, wie weit und wie schnell sich das Azorenhoch nach Mitteleuropa ausdehnen kann.
Kontrollläufe einig: Temperaturanomalie bis +9 Grad - dritte Hitzewelle wahrscheinlich
Die Kontrollläufe berechnen bereits seit rund einer Woche eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine dritte Hitzewelle in diesem Jahr. Über dem Süden und Westen Deutschlands steigt die Temperaturanomalie im Zeitraum vom 7. bis 18. Juli auf beachtliche +5 bis +9 Grad an. Weiter nach Osten und Norden ist vom 8. bis 18. Juli mit einer Abweichung von +3 bis +5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel zu rechnen. Der Wettertrend der Kontrollläufe bestätigt damit erneut deutlich: Ab dem 8. Juli ist eine dritte Hitzewelle ein zunehmend wahrscheinliches Szenario.
Regenprognose: Dürre im Westen verschärft sich
Die Niederschlagssignale sind über dem Norden und Teilen Ostdeutschlands noch bis zum 8. Juli leicht erhöht - hier sind also vereinzelt Schauer oder Gewitter möglich. Nach Süden und Westen ist vom 2. bis 17. Juli nur mit sehr schwachen Niederschlagssignalen zu rechnen. Es bleibt verbreitet trocken, was ein deutliches Signal für eine weitere Verschärfung der ohnehin bereits bestehenden Dürre darstellt.
Kombiniert man die erhöhte Temperaturanomalie mit den nur schwachen Niederschlagssignalen, ergibt sich ein klares Bild: Eine ausgeprägte Hochdruckdominanz könnte sich zum Ende des Siebenschläferzeitraums über Mitteleuropa festigen. Das wäre wiederum ein starkes Signal für den weiteren Verlauf des Sommers 2026 - überdurchschnittlich warm bis heiß, hochdruckdominiert mit allenfalls kurzen Schwächephasen. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 8. Juli | +14 bis +34 Grad | +22 bis +25 Grad |
| 12. Juli | +16 bis +39 Grad | +27 bis +30 Grad |
| 17. Juli | +17 bis +37 Grad | +25 bis +28 Grad |

Wetterdaten Oktober 2026
Top-10 Extremwerte Oktober 2026
-
Wert Datum Station Bundesland 27,5 01.10.2026 Aschersleben-Mehringen Sachsen-Anhalt 27,0 01.10.2026 Coschen Brandenburg 26,5 01.10.2026 Bernburg - Saale (Nord) Sachsen-Anhalt 26,5 01.10.2026 Jena (Sternwarte) Thüringen 26,2 01.10.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt 26,2 01.10.2026 Langenlipsdorf Brandenburg 26,1 01.10.2026 Schwarzburg Thüringen 25,9 01.10.2026 Berlin-Tempelhof Berlin 25,9 01.10.2026 Manschnow Brandenburg 4,4 11.10.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -6,0 11.10.2026 Zugspitze Bayern 0,0 09.10.2026 Großer Arber Bayern 0,1 09.10.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern 0,2 09.10.2026 Hermaringen-Allewind Baden-Württemberg 0,6 11.10.2026 Markt Erlbach-Hagenhofen Bayern 0,8 09.10.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 0,8 09.10.2026 Fichtelberg Sachsen 0,8 11.10.2026 Sohland - Spree Sachsen 0,9 09.10.2026 Kaisersbach-Cronhütte Baden-Württemberg 1,1 11.10.2026 Buchen, Kr. Neckar-Odenwald Baden-Württemberg -
Wert Datum Station Bundesland 72,6 04.10.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 59,7 10.10.2026 Wesselburen Schleswig-Holstein 56,2 01.10.2026 Lennestadt-Theten Nordrhein-Westfalen 55,9 10.10.2026 Schafstedt Schleswig-Holstein 53,5 10.10.2026 Wrohm Schleswig-Holstein 51,3 10.10.2026 Krempel Schleswig-Holstein 49,3 08.10.2026 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 46,5 10.10.2026 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein 45,3 10.10.2026 Haale Schleswig-Holstein 42,4 10.10.2026 Elpersbüttel Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 118,8 Wesselburen Schleswig-Holstein 109,4 Schafstedt Schleswig-Holstein 100,0 Wrohm Schleswig-Holstein 98,7 Elpersbüttel Schleswig-Holstein 98,3 Erfde Schleswig-Holstein 96,8 Oberstdorf Bayern 96,7 Krempel Schleswig-Holstein 96,5 Haale Schleswig-Holstein 95,6 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 87,9 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 0,0 Berlin-Kreuzberg Berlin 0,0 Calw-Hirsau Baden-Württemberg 0,0 Forst-Klein Bademeusel Brandenburg 0,0 Neutrebbin Brandenburg 0,1 Selfkant-Havert Nordrhein-Westfalen 0,2 Schönbeck Mecklenburg-Vorpommern 0,7 Pfofeld-Langlau Bayern 0,9 Höchst - Odenwald-Annelsbach Hessen 1,0 Barßel-Loher Ostmark Niedersachsen 1,3 Brunn-Roggenhagen Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Datum Station Bundesland 115,2 09.10.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 89,6 08.10.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 88,9 09.10.2026 Fichtelberg Sachsen 86,0 08.10.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 86,0 09.10.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 86,0 10.10.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 85,3 10.10.2026 Büsum Schleswig-Holstein 82,8 09.10.2026 Schmücke Thüringen 82,4 08.10.2026 Rostock-Warnemünde Mecklenburg-Vorpommern 82,1 09.10.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Station Bundesland 73,3 Fürstenzell Bayern 72,6 Grainet-Rehberg Bayern 71,2 Köln-Stammheim Nordrhein-Westfalen 71,0 Tönisvorst Nordrhein-Westfalen 70,9 Weilerswist-Lommersum Nordrhein-Westfalen 70,9 Heinsberg-Schleiden Nordrhein-Westfalen 70,2 Mönchengladbach-Hilderath Nordrhein-Westfalen 70,1 Zwiesel Bayern 69,9 Saldenburg-Entschenreuth Bayern 69,9 Ahaus Nordrhein-Westfalen -
Wert Station Bundesland 13,8 Bremerhaven Bremen 23,0 Wolfach Baden-Württemberg 36,3 Flensburg (Schäferhaus) Schleswig-Holstein 36,3 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein 36,4 Werl Nordrhein-Westfalen 36,5 Weihenstephan-Dürnast Bayern 37,7 Schleswig Schleswig-Holstein 38,0 Elzach-Fisnacht Baden-Württemberg 38,1 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 38,5 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Oktober 2026 beträgt 13,0 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 4,1 °C (91/20 3,7 °C). Am 01.10.2026 konnte mit 27,5 °C über Aschersleben-Mehringen (Sachsen-Anhalt) die höchste und am 11.10.2026 mit -6,0 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 13,9 °C Saarland. Frischer ist der Oktober 2026 mit einem Durchschnittswert von 12,2 °C bisweilen über Thüringen.
Im Oktober 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 27,5 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 48 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 53,8 Stunden ihren Sollwert von 109,3 Stunden zu 49 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 73,3 Stunden über der Fürstenzell (Bayern). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 13,8 Stunden über der Bremerhaven (Bremen).










